Prominente Wahlhelfer

Wie  üblich haben die Parteien auch zu dieser Bundestagswahl wieder alles gegeben, um möglichst viele mehr oder weniger bekannte Gesichter für ihre Kampagnen zu gewinnen.
Schauspieler Matthias Schweighöfer verkündete zwar vor kurzem, dass er es nicht für sinnvoll halte, wenn Promis öffentlich Wahlempfehlungen abgäben, aber es gibt sie natürlich trotzdem, die Partei-Promis.

Den medienwirksamen Aufschlag für den Promiwahlkampf machte die SPD bereits im Juli, als sie die aus der RTL-Sendung „Die Supernanny“ bekannte Pädagogin Katharina Saalfrank als SPD-Unterstützerin der Öffentlichkeit präsentierte. Bereits zuvor hatte das CDU-Unterstützerteam von Angela Merkel (TeAM Deutschland), jedoch mit einer vergleichsweise geringeren Medienaufmerksamkeit, den Schauspieler Markus Majowski als  Merkel-Unterstützer vorgestellt. Für die Meisten wesentlich bekannter wirbt die CDU-Kampagne seit heute auf ihrer Webseite mit dem ehemaligen Fussballnationalspieler Olaf Thon. Nur einen Tag zuvor hatten die Grünen angekündigt, dass sie in diesem Jahr im Wahlkampf durch Rockrebellin Nina Hagen unterstützt werden.

Neben den vorgestellten Personen haben sich auch schon einige Prominente im Rahmen der ZDF-Sendung „Illner intensiv“ zu einer Partei bekannt. So trat für die Grünen in der Sendung der Schauspieler Volker Brandt auf, da er der Überzeugung ist, dass ein Umdenken in Energiefragen notwendig ist. Als Fürsprecher für die Linkspartei ließ sich der Autor Wladimir Kaminer gewinnen, der bekundete, die Foderungen der Linken gingen ihm häufig nicht einmal weit genug . Die FDP wiederum wurde im Rahmen der Sendung von Florian Langenscheid (Verleger, Autor und TV-Moderator) vertreten. Als SPD-Unterstützerin wird in der nächsten Woche die Schriftstellerin Juli Zeh auftreten. Im Bundestagswahlkampf 2005 gehörte sie zu den Mitunterzeichnern, die den Aufruf von Günter Grass zur Unterstützung der Rot-Grünen Koalition unterschrieben hatten. Abzuwarten bleibt, wer für die CDU übernächste Woche, als letzte vorgestellte Partei, im Rahmen der Sendung in den Ring steigen wird.

Insgesamt hält sich die deutsche A- und B-Prominenz im Wahlkampf derzeit noch weitgehend zurück. Auch die SPD, die unter Gerhard Schröder für ihre prominenten Unterstützer bekannt war, hat öffentlich bislang noch wenig Werbung mit bekannten Gesichtern gemacht.

Während man den Promis derzeit noch eine Parteimüdigkeit bescheinigen kann, lässt sich zumindest nicht behaupten sie wären auch politikmüde. So beteiligt sich die deutsche Prominenz momentan an einer ganzen Reihe von Aktionen gegen die allgemeine Wahlmüdigkeit. Den Anfang machte gehnichthin.de (probono.tv & politik-digital.de) und weiter geht es mit der Aktion  „WonAir“ (Wahl on Air) der Bundeszentrale für politische Bildung, für die 80 Prominente im Rahmen von Radiowerbespots erklären, warum es sich lohnt wählen zu gehen.

Abzuwarten bleibt, was aus den prominenten Parteiunterstützern des letzten Bundestagswahlkampfes geworden ist. 2005 wurde Angela Merkel beispielsweise durch Modeschöpfer Wolfgang Joop unterstützt. Gerhard Schröder konnte damals u.a.  mit Entertainer Götz Alsmann, Techno-DJ Paul van Dyk, Klaus Meine von den Scorpions, Schlagersänger Roland Kaiser, Nobelpreisträger Günter Grass, Autorin Alexa Hennig von Lange und den SchauspielerInnen Iris Berben, Hannelore Elsner und Ottfried Fischer ein schon fast überdimensionales Promi-Unterstützerteam vorweisen.

Ob die prominenten Unterstützer auch in Zeiten einer umfragegebeutelten SPD, die mit 20-24% gehandelt wird, bereit sind, ihre Namen für die Kamapgne herzugeben, wird sich zeigen.

Bild: YouTube wirmachensTV

Autor: Malte Krohn

Ich blogge auch unter generation-zweinull.com und bin bei Twitter zu finden.

2 Kommentare

  1. Peter Höschler 15. Mai 2016 um 19:34

    das zdf mausert sich in unerträglicher weise zum wahlhelfer der SPD. schade

  2. Das ZDF mausert sich? Seit 2009? Und das merken Sie in 2016 an? Noch dazu ist die einzige Erwähnung des ZDF im Kontext einer Sendung, in der alle Parteien vorgestellt wurden.

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