Delling und Netzer in den Bundestag?

Im letzten Jahr noch hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Einführung eines eigenen Parlamentskanals im deutschen Fernsehen gefordert. Mittlerweile ist er von dieser Idee scheinbar wieder abgekommen, aber zumindest konnte er in der letzten Woche verkünden, dass die Parlamentsdebatten in Zukunft wieder umfangreicher in den öffentlich rechtlichen Sendern zu sehen sein werden.
Damit die Debatten jedoch überhaupt angesehen werden, räumte Lammert ein, müsse einiges in der Art der Präsentation des Bundestages passieren. So genüge es nicht, bei einer Fragestunde nur Nummern aufzurufen.

Eine gute Idee, denn den Debatten fehlt es oft an Zuschauern, da sich die Sachverhalte als zu komplex darstellen um als Laie einen schnellen Einstieg zu finden.
Den unkommentierten Debatten fehlt es ebenso an der nötigen Einführung. Etliche Parlamentsprozesse sind vielen Menschen nicht bekannt und würden wahrscheinlich auf mehr Interesse stoßen, wenn sie verstanden würden.

Denkt man doch mal an die Spiele der deutschen Fußballnationalmannschaft ohne die Kommentare und Erklärungen der Regeln und Abläufe des Spieles durch Experten der jeweiligen Sendeanstalten wären diese heute doch kaum mehr vorstellbar.

Lautet die Lösung also: Delling und Netzer als Kommentatoren in den Bundestag?

Formel Öko

Die Formel 1 soll grüner werden berichtet die ZEIT in Ihrer akutellen Ausgabe.

„Gern mal 100 Liter Sprit nimmt sich der gewöhnliche Formel-1-Renner pro 100 Kilometer zur Brust. Dafür kommen auch locker zwei Kilogramm vom Klimakiller CO2 hinten raus. Pro Kilometer. Der neue Golf bescheidet sich in seiner klimafreundlichsten Version mit 99 Gramm CO2.“ (Burkhard Strassmann, ZEIT Nr. 40/2008)

Dies zeigt die Formel 1 steht vor einem Imageproblem, während die Frage des Umweltschutzes selbst in den konservativsten Kreisen einen immer größeren Stellenwert einnimmt, werden im Rennsport weiterhin Abgase ohne Ende in die Luft geschossen.
Die ZEIT schreibt weiter:

“Gar nicht fein und gar nicht cool wirkt da das Rennbusiness –zumal in Zeiten, in denen der Bürger vor dem Zubettgehen die Netzteile in seiner Wohnung auf unnützen Stromverbrauch kontrolliert.“

Die Lösung in der Formel 1 soll die Einführung des Hybridantriebs in der nächsten Saison sein. Doch wer jetzt denkt die F1-Bolliden würden im nächsten Jahr mit weniger Sprit auskommen oder ohrenbetäubende Startphasen würden bald der Vergangenheit angehören, da die Piloten elektrobetrieben in die erste Kurve düsen, der irrt.

Die Rennställe, werden die während der Fahrt gewonnene Energie nicht zum PS-Ersatz nutzen sondern um die Motorleistungen noch einmal zu erhöhen. D.h. ab 2009 könnten einige Fahrzeuge einen Bost-Knopf besitzen. Denn laut Reglement dürfen die Fahrzeuge 82 Boost-PS besitzen, die durch die Fahrer für sechs Sekunden für Überholmanöver mobilisiert werden können. Was in gewisser Weise irgendwie an Computerspiele und Filmszenen erinnert und die Spannung für die Zuschauer erhöhen wird, hat dann aber irgendwie doch nicht mehr so viel mit Umweltschutz zu tun.

Aber ein Umweltsigel in irgendeiner Form wird man sich selbst bestimmt nicht vorenthalten. Man muss ja erst einmal klein anfangen…

Homo Politicus komplett neu

Von Evolution kann man wohl angesichts des Seitentitels sprechen, wenn sich eine Internetseite so radikal verändert. Der Homo Polticus geht in die nächste Evolutionsstufe über. Am offensichtlichsten ist wohl das neue Design des Blogs, auf das wir sehr stolz sind. Und da war es schon, das “wir”. Der Homo Politicus ist nicht mehr alleine, vielmehr gibt es jetzt zwei Autoren.

Christian Jung, manchen von der Hubschraubermütze bekannt, zieht mit seinen kompletten politischen Beiträgen hierher um. Ab sofort bekommen die Leser es also gleich mit zwei “Politischen” zu tun. Wir hoffen, dass beide Veränderungen der Seite nur von Vorteil sind.

Malte Krohn & Christian Jung

In Würde leben

Der SPD Bundestagsabgeordnete Ottmar Schreiner in der Frankfurter Rundschau vom 23. September:

“Ein alleinstehender Hartz IV-Empfänger muss mit elf Euro am Tag auskommen. Davon kann niemand in Würde leben.”

Tja, damit erreicht man Menschen. Natürlich fange auch ich an zu rechnen, ob 11 Euro am Tag ausreichen. Und ganz unabhängig davon, zu welchem Ergebnis kommt, ist der nächste Satz von Schreiner dann wahnsinnig interessant:

“Wir bräuchten eine Anhebung mindestens um 20 Prozent, nur um das Existenzminimum zu sichern.”

Bei 20 Prozent Aufschlag auf die bisherigen 11 Euro, wären wir bei 13,20 Euro. Jetzt kommen wir nochmal zurück auf die Formulierung vom Leben in Würde. 2,20 Euro am Tag machen also für Ottmar Schreiner Würde aus?

Für mich sieht das ja wesentlich mehr nach einem billigen, populistischen Trick aus. Mit mir kann man jederzeit über Sozialleistungsbezüge reden. Aber dann sollte man sich doch bitte mit den monatlichen Ausgaben beschäftigen, die real anfallen. Also Mietniveau vergleichen, den Einkaufskorb des statistischen Bundesamtes heranziehen, und so weiter, und so weiter. Aber bitte nicht mit schockierenden Minisummen arbeiten. Sonst heißt es bald noch: Ein Mensch kann von 46 Cent pro Stunde nicht menschenwürdig leben. Ihr Einsatz, Herr Schreiner.

Copyright für das Teaser-Bild: Mactoryx.