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	<title>Homo Politicus &#187; Barack Obama</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
	<lastBuildDate>Tue, 13 Jul 2010 14:37:14 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Soziale Medien: N&#252;tzlich nur aus der Opposition?</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 10:34:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Bruns</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Axel Bruns]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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		<description><![CDATA[Barack Obamas Kampagne f&#252;r Primaries und Pr&#228;sidentschaft wird weithin als Sternstunde der Nutzung sozialer Medien im Wahlkampf angesehen – auch wenn Obamas Team selbst nat&#252;rlich so einiges von Howard Deans Primary-Kampagne 2004 abgeschaut hat. Ein gemeinsamer Faktor in beiden Kampagnen ist dabei, da&#223; sich sowohl Dean als auch Obama als Erneuerer und Underdogs (sogar in ihrer eigenen Partei) pr&#228;sentieren konnten. Soziale Medien erlaubten es Obama, zu einer Zeit Unterst&#252;tzer zu werben, in der die meisten Kommentatoren f&#252;r seine Kampagne noch keine gro&#223;en Chancen sahen, und dann mit Hilfe dieser ersten Fans auf my.barackobama.com  eine breite Massenbewegung aufzubauen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Axel Bruns</em></p>
<p><strong>Barack Obamas Kampagne f&#252;r Primaries und Pr&#228;sidentschaft wird weithin als Sternstunde der Nutzung sozialer Medien im Wahlkampf angesehen – auch wenn Obamas Team selbst nat&#252;rlich so einiges von Howard Deans Primary-Kampagne 2004 abgeschaut hat. Ein gemeinsamer Faktor in beiden Kampagnen ist dabei, da&#223; sich sowohl Dean als auch Obama als Erneuerer und Underdogs (sogar in ihrer eigenen Partei) pr&#228;sentieren konnten. Soziale Medien erlaubten es Obama, zu einer Zeit Unterst&#252;tzer zu werben, in der die meisten Kommentatoren f&#252;r seine Kampagne noch keine gro&#223;en Chancen sahen, und dann mit Hilfe dieser ersten Fans auf <a href="http://my.barackobama.com"><em>my.barackobama.com</em></a> eine breite Massenbewegung aufzubauen.</strong></p>
<p>Auch andere Politiker – &#252;brigens sowohl im konservativen wie auch progressiven Lager – haben sich mittlerweile auf diese Weise der sozialen medien bedient; wie auch Obama hat z.B. der britische Tory-Herausforderer David Cameron &#252;ber sein Videoblog <a href="(http://www.conservatives.com/Video/Webcameron.aspx"><em>Webcameron</em></a> eine Langzeitstrategie verfolgt, die darauf gerichtet war, ihn als verl&#228;&#223;liche und nicht allzu extrem neokonservative Alternative zu Gordon Brown zu pr&#228;sentieren. Hier in Australien, wo ich arbeite, spulte die Labor Party im Wahljahr 2007 eine &#228;u&#223;erst erfolgreiche Kampagne ab, in der besonders auch die Webpr&#228;senz von Oppositionsf&#252;hrer Kevin Rudd auf seiner Kampagnenwebseite <em>Kevin07</em> eine wichtige Rolle spielte – nicht zuletzt auch dadurch, da&#223; sie die erzkonservative Regierung unter John Howard dazu n&#246;tigte, auf <em>YouTube </em>selbst einige (eher hilflos anmutende) Web-2.0-Experimente zu machen. Diese Videos – eines machte den Faux Pas, ein Video mit den Worten „Good Morning“ zu beginnen, ein anderes verk&#252;ndete eine recht unmotivierte $500.000-<a href="http://www.theage.com.au/news/federal-election-2007-news/howard-goes-bananas-over-orangutans/2007/11/11/1194724814303.html">Initiative zur Sch&#252;tzung von Orang-Utans in Indonesien</a> – trugen nur weiter dazu bei, Howard als steif und senil hinzustellen.</p>
<p>Derlei Pr&#228;zedenzf&#228;lle legen nat&#252;rlich die Frage nahe, ob soziale Medien immer eher ein Werkzeug der Herausforderer sein werden, oder wie weit auch amtierende Landesv&#228;ter und -m&#252;tter aus ihnen Nutzen ziehen k&#246;nnen. (Zudem mu&#223; &#252;brigens auch darauf hingewiesen werden, da&#223; sich die recht &#252;berschaubaren Zwei-Lager-Systeme in den USA, Gro&#223;britannien und Australien nicht unbedingt direkt mit der besonders derzeit deutlich komplexeren Gemengelage zwischen den verschiedenen Ex- und M&#246;chtegern-Volksparteien in Deutschland und auch in vielen anderen europ&#228;ischen Staaten vergleichen lassen.) Was sich dabei in den verschiedenen f&#252;r den Wahlkampf benutzten Web-2.0-Plattformen selbst tut, ist dabei wom&#246;glich nicht einmal immer ganz so wichtig wie die Tatsache an sich, da&#223; diese Plattformen &#252;berhaupt genutzt werden: zumindestens f&#252;r die Underdogs und Herausforderer mag die Nutzung alleine schon Grund genug sein, sich dem Amtsinhaber als innovativ und zukunftsfreundlich gegen&#252;berzustellen; die amtierende Regierung selbst mag dagegen herausstellen wollen, da&#223; sie erfahren und verl&#228;&#223;lich ist und eben nicht jedem Trend hinterherl&#228;uft.</p>
<p>Andererseits wird nat&#252;rlich heutzutage besonders den Inkumbenten ein v&#246;lliges Fehlen jeglicher Onlinepr&#228;senz, oder eine eher langweilig gestaltete Webseite, als Zeichen von &#220;beralterung und Beh&#228;bigkeit angerechnet werden. Mit anderen Worten: eine zu aggressive Onlinestrategie mag dem Amtsinhaber mehr &#196;rger als Freude bereiten; eine zu laue Pr&#228;senz aber ist Wasser auf die M&#252;hlen der Opposition, weil sie alle Vorurteile gegen ‚die da oben‘ best&#228;tigt – was tun?</p>
<p>Es ist wohl kaum zu erwarten, da&#223; eine wirklich &#252;berzeugende Antwort auf diese Frage aus den Niederungen deutscher Landtagswahlk&#228;mpfe erw&#228;chst; wir werden wohl bis 2012 warten m&#252;ssen, wenn Barack Obama zur Wiederwahl gegen das republikanische Dream Team aus Sarah Palin und Glenn Beck antritt und dabei seine <a href="http://www.america.gov/st/democracyhr-english/2009/March/20090309105245ebyessedo0.9717371.html">gesch&#228;tzten 13 Millionen Unterst&#252;tzer</a> auf <em>my.barackobama.com</em> zu reaktivieren versucht. In NRW etwa ist der in letzter Zeit ja arg gebeutelte Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers mit Sicherheit nicht in auch nur ann&#228;hernd vergleichbarer Position – aber sehen wir uns dennoch einmal an, was die Landes-CDU online so anzubieten hat.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/03/nrwfuerruettgers_screen.jpg"class="img" rel="lightbox"><img src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/03/nrwfuerruettgers_screen-300x231.jpg" alt="" title="nrwfuerruettgers_screen" width="300" height="231" class="alignnone size-medium wp-image-5500" /></a></p>
<p>Zun&#228;chst einmal f&#228;llt dabei (&#252;ber das „italienische Eisdiele“-Logo hinaus) auf der <a href="http://www.nrw-fuer-ruettgers.de/"><em>NRW f&#252;r R&#252;ttgers</em>-Webseite</a> auf, da&#223; – wie branchen&#252;blich – ein CDU-Branding v&#246;llig fehlt; die Webseite wird mit anderen Worten f&#252;r Unterst&#252;tzung f&#252;r R&#252;ttgers als Person, nicht als CDU-Politiker. Dieser Eindruck wird allerdings recht schnell dadurch untergraben, da&#223; einer der letzten Beitr&#228;ge ein gro&#223;fl&#228;chiges Bild des Wahlkampfplakats mitsamt CDU-Logo beinhaltet, und in einem zweiten das Logo nur durch CDU-Generalsekret&#228;r Andreas Krautscheids K&#246;rper verdeckt wird. Ohnehin stellt sich hier nat&#252;rlich die Frage, ob es in NRW &#252;berhaupt noch einen W&#228;hler geben mag, der R&#252;ttgers nicht automatisch mit der CDU in Verbindung bringen w&#252;rde. Aus der Opposition mag es ja sinnvoll sein, die Spitzenkandidaten als Personen statt als Parteipolitiker herauszustellen, um so Wechselw&#228;hler zu werden, die zwar eigentlich eine bestimmte Partei nicht w&#228;hlen w&#252;rden, aber von der Person &#252;berzeugt sind – ob das aber bei einem amtierenden Ministerpr&#228;sidenten auch funktionieren kann, mu&#223; doch deutlich bezweifelt werden.</p>
<p>Dar&#252;berhinaus ist es das erkl&#228;rte Ziel von <em>NRW f&#252;r R&#252;ttgers</em>, als Unterst&#252;tzerportal f&#252;r den Kandidaten zu fungieren; viel davon zu sehen ist auf Anhieb allerdings nicht. Die auf der Hauptseite zu sehenden Inhalte sind allesamt offizieller Natur und lesen sich nicht sonderlich anders als Pressemitteilungen. Die Kurzstatements von Unterst&#252;tzern („Ich unterst&#252;tze J&#252;rgen R&#252;ttgers, weil er Wirtschaft und Soziales vereint!“) weisen durch nichts darauf hin, da&#223; sie einer anderen Quelle entstammen als den Tastaturen eines PR-B&#252;ros – zwar sind sie mit Fotos ihrer angeblichen Urheber versehen, aber es gibt keine M&#246;glichkeit f&#252;r Besucher, sich zum Profil der Autoren durchzuklicken und mit ihnen ins Gespr&#228;ch zu kommen. Als m&#246;glicher Unterst&#252;tzer m&#252;&#223;te ich erst mein eigenes Profil erstellen, bevor ich sehen kann, ob es im eigentlichen Community-Teil der Webseite interessanter zugeht als auf einem Kaffeekr&#228;nzchen der Jungen Union.</p>
<p>Wie die Webseite auf diese Weise erfolgreich Unterst&#252;tzer werben und diese dazu ermuntern will, f&#252;r J&#252;rgen R&#252;ttgers Wahlkampf zu machen, bleibt daher eher unklar. Eine echte Nutzung sozialer Medien f&#252;r virales Marketing sieht deutlich anders aus: hier werden den Nutzern freigebig und ohne gro&#223;e Beschr&#228;nkungen vielf&#228;ltige Materialien zur Verf&#252;gung gestellt, mit deren Hilfe sie auf eigene Faust f&#252;r bestimmte Produkte oder Parteien Stimmung machen k&#246;nnen. Zwar geht dabei notwendigerweise einiges an ‚Message Control‘ verloren, und die eigenen Materialien m&#246;gen mitunter auch f&#252;r Parodien zweckentfremdet werden – einer der besten <em>YouTube</em>-Spots im australischen Wahlkampf 2007 war z.B. ein Video, das Kevin Rudd in Anspielung auf seine Mandarin-Sprachkenntnisse <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ptccZze7VxQ">im Stile eines chinesischen Propagandafilms</a> pr&#228;sentierte –, aber auch hier gilt meist das alte Maxim „any publicity is good publicity“.</p>
<p>Nicht zuletzt aber bedeutet die Nutzung sozialer Medien im Wahlkampf auch ein recht transparentes Herangehen an die W&#228;hler: potentielle Unterst&#252;tzer k&#246;nnen zumeist nur dann in gr&#246;&#223;erer Zahl geworben werden, wenn sie intelligent angesprochen werden und ihnen einiges an Klarheit dar&#252;ber gegeben wird, wen und was sie da nun eigentlich genau unterst&#252;tzen werden. Kontroverse Themen und Programmpunkte m&#252;ssen dabei offen diskutiert werden k&#246;nnen – nicht unbedingt immer nur mit den Spitzenkandidaten, sondern auch mit anderen Unterst&#252;tzern und den Mitgliedern des Kampa-Teams. Besonders hier mangelt es bei <em>NRW f&#252;r R&#252;ttgers</em> doch erheblich: die Urheber der Artikel auf der Hauptseite etwa bleiben allesamt anonym, und auch wenn es eine Kommentarfunktion gibt, ist sie offenbar noch nie benutzt worden (was doch recht unwahrscheinlich klingt). Sonderlich sozial ist diese Onlineplattform also nicht gerade.</p>
<p>Aber das ist am Ende vielleicht auch nicht der Zweck der &#220;bung. Wirkliche Transparenz, wirkliche Diskussion ist wohl eher angebracht f&#252;r diejenigen (Oppositions-)Parteien, die die Gunst der W&#228;hler erst noch erwerben wollen und m&#252;ssen, und weniger f&#252;r solche, die sich in erster Linie &#228;ngstigen m&#252;ssen, diese Gunst so langsam zu verlieren. <em>NRW f&#252;r R&#252;ttgers</em> sollte daher wohl vor allem als Defensivma&#223;nahme gesehen werden, deren Existenz alleine schon halbwegs als Argument hinhalten kann, da&#223; auch der Amtsinhaber ‚Web 2.0 macht‘, die aber deshalb noch lange nicht soviel Spielraum erh&#228;lt, wie n&#246;tig w&#228;re, um wirklich mit konsultativen Politikmodellen zu experimentieren.</p>
<p>Die Webseite demonstriert also vor allem die Risikoscheue, die Inkumbenz mit sich bringt. R&#252;ttgers hat wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren – ein warum auch immer aus dem Ruder laufendes Onlineexperiment k&#246;nnte durchaus deutliche negative Folgen haben, eine eher lahme, allzu vorsichtige Onlinepr&#228;senz dagegen macht wenigstens nicht die Pferde scheu, auch wenn sie nicht wirklich dazu beitr&#228;gt, neue W&#228;hler zu werben. Das hei&#223;t im Umkehrschlu&#223; freilich nicht, da&#223; die Websiten der Oppositionsparteien notwendigerweise die sozialen Medien effektiver nutzen; auch hier gibt es Einiges an Defiziten, und dabei sehr viel weniger gute Gr&#252;nde, ein wenig Risiko einzugehen, um neue Unterst&#252;tzer zu werben.</p>
<p>Am Wahlabend wird sich zeigen, ob die hier erkennbare CDU-Strategie, den W&#228;hlerschwund weitestm&#246;glich zu begrenzen, statt &#252;ber eine aggressivere Kampagne mit Hilfe der sozialen Medien neue W&#228;hler zu werben, erfolgreich gewesen ist. Nun ist J&#252;rgen R&#252;ttgers nat&#252;rlich ohnehin kein David Cameron oder Barack Obama – aber gerade weil Landeswahlk&#228;mpfe wie der in NRW so &#252;beraus durchschnittlicher sind als die gro&#223;en K&#228;mpfe um Pr&#228;sidenten- und Premierministerposten ist es eigentlich hier statt in derlei Superlativkampagnen, da&#223; wir die Zukunft des ‚normalen‘ Politikbetriebs zu sehen bekommen werden. Da sich <em>NRW f&#252;r R&#252;ttgers</em> dabei als insgesamt wenig innovativ herausgestellt hat, wird es daher wohl noch eine Weile dauern, bis klar wird, wieweit soziale Medien auch von bereits existierenden Amtsinhabern effektiv genutzt werden k&#246;nnen, um ihre Mehrheiten zu halten oder sogar auszubauen.</p>
<p>&#8212;&#8212;<em><br />
Dr. Axel Bruns (<a href="http://www.twitter.com/snurb_dot_info">@snurb_dot_info</a>) ist Associate Professor in der Creative-Industries-Fakult&#228;t an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australia, und ein Chief Investigator im ARC Centre of Excellence for Creative Industries and Innovation (CCi). Er ist ein Experte f&#252;r soziale Medien und Onlinejournalismus, und Autor der B&#252;cher </em><em>Blogs, Wikipedia, Second Life and Beyond: From Production to Produsage (2008) und </em><em>Gatewatching: Collaborative Online News Production (2005), und Herausgeber von </em><em>Uses of Blogs, mit Joanne Jacobs (2006; alle bei Peter Lang, New York). Seine Webseite ist </em><em><a href="http://www.snurb.info">snurb.info</a>, und er bloggt auch im Gruppenblog </em><em><a href="http://www.gatewatching.org">Gatewatching.org</a>, mit Jason Wilson und Barry Saunders.</em></p>
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		<title>Das wei&#223;e Haus auf dem iPhone</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Jan 2010 08:35:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Was hat man ihn beschrien, den Online-Wahlkampf des Barack Obama. Und wieviel Elan hat seine Regierung mit ins Amt genommen. Da passt es gerade richtig gut, dass das Wei&#223;e&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-5175" title="Foto 4" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-4.jpg" alt="" width="320" height="480" /></p>
<p>Was hat man ihn beschrien, den Online-Wahlkampf des Barack Obama. Und wieviel Elan hat seine Regierung mit ins Amt genommen. Da passt es gerade richtig gut, dass das Wei&#223;e Haus nun auch auf dem iPhone zu finden ist. Seit gestern kann jeder iPhone-Nutzer (auch au&#223;erhalb Amerikas) die kostenlose Application des White House herunterladen. Damit bekommt er schnellen und einfachen Zugang zu Nachrichten, Fotos und Videos aus der Regierung von Barack Obama. Doch die wohl erstaunlichste Funktion verbirgt sich hinter dem kurzen Wort &#8220;Live&#8221;. Was genau damit gemeint ist und wie herausragend der dahinter steckende Gedanke ist, l&#228;sst sich recht einfach verdeutlichen. Ein Gedankenexperiment:</p>
<p>Als vor zwei Tagen die israelische Regierung sich in Berlin mit ihren deutschen Gegen&#252;bern traf, war man als B&#252;rger ganz dicht dabei. Die neuesten Fotos konnte man sich direkt auf seinem Telefon ansehen, Videos von den Gespr&#228;chen von &#252;berall einfach aufrufen. Als Benjamin Netanjahu und Angela Merkel vor die versammelte Presse treten um in die Kameras zu l&#228;cheln und ihre Mitteilungen zu verk&#252;nden, kann sich jeder Deutsche und dar&#252;ber hinaus live einw&#228;hlen und das Video on-demand mitverfolgen.</p>
<p>Klingt unrealistisch? Nun, f&#252;r Deutschland mag das der Fall sein. Doch in den Vereinigten Staaten ist es gerade Realit&#228;t geworden. Es bleibt zwar abzuwarten, welche Veranstaltungen dann tats&#228;chlich &#252;bertragen werden &#8211; zwei jedoch sind schon angek&#252;ndigt. Obama nimmt Transparenz w&#246;rtlich.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-11.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5177" title="Foto 1" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-11-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-2.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5178" title="Foto 2" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-2-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-3.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5179" title="Foto 3" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-3-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-5.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5180" title="Foto 5" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-5-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-6.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-5181" title="Foto 6" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2010/01/Foto-6-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a></p>
<p>Mehr Infos bei <a href="http://techpresident.com/blog-entry/white-houses-new-iphone-app-15-minute-tour">TechPresident</a> und im <a href="http://www.whitehouse.gov/blog/2010/01/19/whitehousegov-anywhere">Blog des Wei&#223;en Hauses</a>. Danke an <a href="http://twitter.com/snurb_dot_info/status/8003328671">Axel Bruns</a> f&#252;r den Hinweis.</p>
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		<title>Sternzeit vs. Steinzeit</title>
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		<pubDate>Thu, 16 Jul 2009 19:15:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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		<category><![CDATA[data.gov]]></category>
		<category><![CDATA[direct.gov.uk]]></category>
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		<description><![CDATA[Ob es das in Deutschland schon einmal gegeben hat? Ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter h&#228;lt eine Rede, erntet minutenlange Standing Ovations und selbst der politische Gegner stimmt in den Applaus mit ein.&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ob es das in Deutschland schon einmal gegeben hat? Ein hochrangiger Regierungsmitarbeiter h&#228;lt eine Rede, erntet minutenlange Standing Ovations und selbst der politische Gegner stimmt in den Applaus mit ein. So geschehen vor gut 2 Wochen auf dem Personal Democracy Forum in New York (siehe auch: <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/06/30/einmal-zukunft-und-zurueck/">Blogposting vom 30.06.20009</a>).<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Vivek_Kundra" target="_blank">Vivek Kundra</a>, seines Zeichens erster CIO der Vereinigten Staaten von Amerika, nutzte die Konferenz um das neuste Projekt der US-Regierung unter Barack Obama zu pr&#228;sentieren: <a href="http://it.usaspending.gov/" target="_blank">it.usaspending.gov</a>. Ganz im Sinne des bereits vor einiger Zeit gestarteten Angebotes <a href="http://www.data.gov/">data.gov</a>, welches den Zugriff auf alle &#246;ffentlichen Daten der Bundesorgane erm&#246;glichen soll, m&#246;chte man mit dem neuen Angebot die Verwendung der Steuer-Milliarden, die in den IT-Sektor flie&#223;en protokollieren und offen legen. Kundra hat die –zumindest f&#252;r Amerika nicht mehr unrealistische- Vision das Internet zur Steigerung von Transparenz des Regierungshandelns einzusetzen:</p>
<blockquote style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><em>&#8220;Now, for the first time, the entire country can look at how we&#8217;re spending money and give us feedback.&#8221;</em></p>
</blockquote>
<p style="text-align: center;"><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="320" height="265" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/4fe39dh6xFQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="320" height="265" src="http://www.youtube.com/v/4fe39dh6xFQ&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<blockquote><p><em>&#8220;The IT Dashboard provides the public with an online window into the details of Federal information technology investments and provides users with the ability to track the progress of investments over time. The IT Dashboard displays data received from agency reports to the Office of Management and Budget (OMB) (&#8230;)&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Inzwischen hat auch die britische Regierung mit <a href="http://www.direct.gov.uk/">http://www.direct.gov.uk</a> das Thema <em>Transparenz des Regierungshandelns</em> <a href="http://www.direct.gov.uk/"></a>f&#252;r sich entdeckt. Betrachtet man neben diesen beiden Regierungsauftritten das deutsche Pendant <a href="http://www.bundesregierung.de ">http://www.bundesregierung.de</a> f&#252;hlt man sich doch wieder an den vor ein paar Wochen von Dr. Christoph Bieber aufgestellten Vergleich &#8220;<a href="http://twitter.com/drbieber/status/2407128061">Sternzeit vs. Steinzeit</a>&#8221; erinnert. Bleibt abzuwarten, wann der erste deutsche Regierungsmitarbeiter ein &#228;hnliches Projekt der &#214;ffentlichkeit pr&#228;sentieren darf. In der Zwischenzeit m&#252;ssen Ulrich Wilhelm und Thomas Steg wohl vergeblich auf Standing Ovations warten&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Obamasuche mit dem Zweiten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Feb 2009 16:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Ich kann Kanzler]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Seien Sie unser Obama! Bewerben Sie sich f&#252;r unsere Show: Ich kann Kanzler! Achim Winter erkl&#228;rt mit diesen Worten die Politik-Castingshow des ZDFs, die unter dem Titel “Ich kann Kanzler!” am…]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Seien Sie unser Obama! Bewerben Sie sich f&#252;r unsere Show: Ich kann Kanzler!</p></blockquote>
<p>Achim Winter <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/693656?inPopup=true">erkl&#228;rt</a> mit diesen Worten die Politik-Castingshow des ZDFs, die unter dem Titel &#8220;<a href="http://kanzler.zdf.de/">Ich kann Kanzler!</a>&#8221; am 19. Juni live gezeigt werden soll. Am Ende werden die Zuschauer bestimmen, wen sie f&#252;r das gr&#246;&#223;te politische Talent der Sendung halten.</p>
<h2>Ich kann Kanzler!</h2>
<p>Mit der &#8220;<a href="http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/21/0,1872,7508053,00.html?dr=1">Idee hinter der Sendung</a>&#8221; steckt sich das ZDF gewaltig hohe Ziele. Die Entt&#228;uschung der W&#228;hler von den deutschen Politikern, die mit immer abgedroscheneren Worth&#252;lsen viel sagen und wenig ver&#228;ndern &#8211; das sei der Grund f&#252;r die neue Sendung. Und damit b&#246;te sich f&#252;r jeden Interessierten die Gelegenheit, selbst etwas zu ver&#228;ndern. Man suche eben &#8220;Junge Menschen, die gerne etwas politisch ver&#228;ndern wollen&#8221;. Denn es sei an der Zeit, gegen Politikverdrossenheit vorzugehen.</p>
<p>Zwei Gefahren warten auf die Sendung, deren Tragweite das ZDF nicht vernachl&#228;ssigen sollte.</p>
<ol>
<li><strong>Entt&#228;uschte Zuschauer: </strong>Erwartungen wecken m&#246;chte man mit der Sendung; Erwartungen f&#252;r eine neue Politikergeneration mit mehr Charisma, Durchsetzungsf&#228;higkeit und Echtheit als die gegenw&#228;rtig amtierende. Es ist aber unwahrscheinlich, dass das Format mit nur einer geplanten Livesendung inklusive zeitraubender Abstimmung dies &#252;berhaupt darstellen kann. Gerade der &#252;berstrapazierte Vergleich mit der Massenbewegung um Barack Obama zeugt nicht gerade von Bescheidenheit oder Bewusstsein f&#252;r die begrenzten zeitlichen M&#246;glichkeiten eines Freitagabends.</li>
<li><strong>Entt&#228;uschte Gewinner:</strong> Unterstellt man den Teilnehmern mal durchaus ernstes Interesse an Politik und ein ehrliches Interesse, sich selbst f&#252;r das Land einzusetzen, k&#246;nnte der Preistr&#228;ger sich angesichts des ausgelobten Preises etwas ausgenutzt vorkommen. Ein Kanzlergehalt ist nat&#252;rlich eine nette Offerte, bel&#228;uft sich in Deutschland immerhin auf etwa 220.000 € pro Jahr. Aber ob rein materielle Unterst&#252;tzung wirklich das Ziel eines begabten Idealisten ist? Das zus&#228;tzlich als Gewinn gesetzte Praktikum &#8220;im Zentrum der Macht&#8221; gilt es erst noch zu spezifizieren, bevor man hier genauere Bewertungen vornehmen kann.</li>
</ol>
<h2>Richtigen Fokus setzen</h2>
<p>Fakt ist nat&#252;rlich auch, dass eine solche Sendung immer nur Talentsuche sein kann, nie aktiv in den politischen Prozess eingreifen. Wenn das ZDF es schafft, diesen Fokus zu setzen, dann kann die Sendung wirklich interessant werden. Wenn aber den Zuschauern ein neuer Obama verkauft werden soll, der am liebsten ab n&#228;chster Woche dann im Kanzleramt sitzen darf, dann schl&#228;gt die ganze Sendung fehl.</p>
<p><em>PS: Noch l&#228;sst das ZDF offen, wer die Sendung moderieren wird. Die zuletzt erfolgreich gelaufene &#8220;Wahl im Web&#8221; hatte noch Markus Kavka moderiert und sich damit f&#252;r junge, politische Formate empfohlen. F&#252;r die ein oder andere sehr wahrscheinliche Neuauflage der Webwahl d&#252;rfte er damit gesetzt sein, aber ob das ZDF ihn in die gro&#223;e Freitagabend-Liveshow wirft, bleibt abzuwarten. Achim Winter, der den ersten Kurzspot produzieren durfte, wird wohl ebenso wenig als Moderator eingesetzt. Produzent der Sendung ist im &#220;brigen die &#8220;<a href="http://www.i-und-u.tv/">I &amp; U</a> Information und Unterhaltung TV Produktion&#8221; von G&#252;nther Jauch. Eine Beteiligung Jauchs als Moderator ist aber reine Spekulation.</em></p>
<p><em>Bild: ZDF</em></p>
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		<title>Ein Pr&#228;sident f&#252;r die Welt?</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jan 2009 20:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Amtseinführung]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit seiner Vereidigung am Dienstag ist Barack Obama der 44. Pr&#228;sident der Vereinigten Staaten von Amerika. In den kommenden Jahren hat er viele Aufgaben zu bew&#228;ltigen, bereits vor seiner Vereidigung hat sich gezeigt, dass Obama das Amt in schwierigen Zeiten &#252;bernehmen wird. Viele feiern ihn trotzdem als Retter des scheinbar...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit seiner Vereidigung am Dienstag ist Barack Obama der 44. Pr&#228;sident der Vereinigten Staaten von Amerika. In den kommenden Jahren hat er viele Aufgaben zu bew&#228;ltigen, bereits vor seiner Vereidigung hat sich gezeigt, dass Obama das Amt in schwierigen Zeiten &#252;bernehmen wird. Viele feiern ihn trotzdem als Retter des scheinbar verloren gegangen amerikanischen Traumes. Doch bereits mit seiner Antrittsrede und seinen Handlungen in den ersten Tagen zeigte Obama, dass er in den kommenden Monaten einen straffen Kurs fahren m&#246;chte. Er betont, dass er dabei <span> </span>der Pr&#228;sident aller Amerikaner und auch aller Menschen in der Welt sein m&#246;chte. Und auch au&#223;erhalb von Amerika wird der neue Pr&#228;sident frenetisch gefeiert. Doch zeigt sich bereits jetzt, dass Obama nicht nur auf Kuschelkurs mit Europa aus sein wird. Was also bringt die Wahl Obamas f&#252;r uns?</strong></p>
<p>Schon in seiner Antrittsrede am Dienstag vor dem Capitol in Washington machte Barack Obama deutlich, dass er einen Bruch mit der Politik seines Vorg&#228;ngers George W. Bush vollziehen will und k&#252;ndigte einen Neuanfang Amerikas an. Dass dieser Neuanfang auch Ver&#228;nderungen f&#252;r die Welt bedeuten wird, zeigt sich bereits jetzt. Obama wird vor allem in der Wirtschafts-, Klima- und Au&#223;enpolitik Entscheidungen f&#228;llen, die Europa direkt betreffen werden. Barack Obama versprach der Welt ein neues Amerika, das allen zuh&#246;ren und wieder F&#252;hrungskraft zeigen werde. Der islamischen Welt sagte er das Bem&#252;hen um neue Beziehungen im Geist des beiderseitigen Interesses und des gegenseitigen Respekts zu. Er werde aber auch alles tun, um Amerika vor der terroristischen Bedrohung zu sch&#252;tzen. Doch machte Obama gleicherma&#223;en deutlich, dass er um diese Ziele umsetzen zu k&#246;nnen die Welt und Europa auch fordern werde.</p>
<h3>Forderung nach einem st&#228;rkeren milit&#228;rischen Engagement der weltweiten Partner</h3>
<p>Obama hat angek&#252;ndigt, die rund 140.000 im Irak stationierten US-Soldaten innerhalb der n&#228;chsten 16 Monate weitgehend abzuziehen. Die h&#246;chste Priorit&#228;t hat bis auf weiteres der so genannte „Kampf gegen den Terror“ in Afghanistan. Dort will er die US-Truppen wiederum von derzeit 32.000 auf 62.000 aufstocken.<br />
„Wir werden damit beginnen, den Irak verantwortungsvoll seinen B&#252;rgern zu &#252;berlassen und einen schwer erarbeiteten Frieden in Afghanistan zu erwirken“, sagte er bei seiner Antrittsrede am Dienstag in Washington.</p>
<p>In diesem Zusammenhang fordert Barack Obama bereits seit l&#228;ngerem ein gr&#246;&#223;eres Engagement der NATO-Partner am Hindukusch. Auch Deutschland hat er w&#228;hrend seines Wahlkampfes im letzten Jahr bereits mehrfach offen dazu aufgerufen, sich in der Krisenregion noch st&#228;rker zu beteiligen. Viele sehen in diesen Forderungen bereits die erste Bew&#228;hrungsprobe f&#252;r Barack Obamas &#220;berzeugungskraft, da erwartet wird, dass er mit dieser Forderung im April zum NATO-Gipfel nach Baden-Baden anreisen wird. Der Aufenthalt stellt gleichzeitig seinen ersten Deutschland-Besuch als US-Pr&#228;sident dar und es kann erwartet werden, dass er mit seinen Forderungen hierzulande nicht nur auf offene Ohren sto&#223;en wird</p>
<h3>Der Nahostkonflikt als erste direkte Bew&#228;hrungsprobe</h3>
<p>Neben allen weiteren Problemen wird Barack Obama direkt nach seiner Amtseinf&#252;hrung auch mit dem Naheostkonflikt konfrontiert. Im Wahlkampf hatte er versprochen, dass die USA unter seiner F&#252;hrung mehr Druck auf Israel und die Pal&#228;stinenser aus&#252;ben w&#252;rden, sich zu einigen. Deshalb war eine seiner ersten Handlungen im nun von ihm benutzten „Oval Office“, wie versprochen der Griff zum Telefonh&#246;rer. So sprach er bereits am Mittwochmorgen mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert, Pal&#228;stinenserpr&#228;sident Mahmud Abbas, &#196;gyptens Pr&#228;sident Husni Mubarak und K&#246;nig Abdullah II. von Jordanien.</p>
<h3>Schlie&#223;ung des Gefangenenlagers auf Guantanamo</h3>
<p>Ebenfalls hatte Barack Obama versprochen das umstrittene US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba so schnell wie m&#246;glich zu schlie&#223;en. Und tats&#228;chlich war die Aussetzung der Verfahren im Gefangenenlager eine seiner ersten Amtshandlungen als US-Pr&#228;sident. In diesem Zusammenhang will er Folter und folter&#228;hnliche Methoden wie etwa simuliertes Ertrinken (&#8220;Waterboarding&#8221;), die unter der Regierung Bush bei Verh&#246;ren von Terrorverd&#228;chtigen geduldet waren, ausnahmslos verbieten. Was wiederum mit den noch 250 verbliebenen Insassen auf Guantanamo geschieht ist noch nicht klar. Aber Obama hat bereits angek&#252;ndigt, dass die weltweite Staatengemeinschaft aufgefordert sei, ehemalige H&#228;ftlinge aufzunehmen. Auch in Deutschland wird das Thema deshalb bereits seit einiger Zeit diskutiert. Hier erwartet Obama ebenfalls die Unterst&#252;tzung Deutschlands.</p>
<h3>St&#228;rkere Gemeinsamkeiten beim Klimaschutz</h3>
<p>Gr&#246;&#223;ere Gemeinsamkeiten weist die deutsch-amerikanische Beziehung vor allem beim Thema Klimaschutz auf. Barack Obama will die Ablehnerrolle der USA bei der Umsetzung des Kyotoprotokolls beenden und strebt eine F&#252;hrungsrolle bei den Verhandlungen &#252;ber ein Nachfolgeabkommen an. Sein Ziel ist es dabei den Aussto&#223; von Treibhausgasen in den USA bis 2020 auf das Niveau von 1990 zu senken. Des Weiteren w&#252;nscht er sich eine &#220;bernahme des europ&#228;ischen Emissionshandelsmodells. In den n&#228;chsten zehn Jahren hat Barack Obama vor, mit Investitionen von 150 Milliarden Dollar einen &#246;kologischen Umbau der US-amerikanischen Wirtschaft voranzutreiben. So betonte er in seiner Antrittsrede am Dienstag: „Wir werden die Sonne, den Wind und die Erde nutzen, um unsere Autos zu betanken und unsere Fabriken zu betreiben“.</p>
<p>Im Bereich der Umwelt- und Klimapolitik kann deshalb ebenfalls einer der zentralen Paradigmenwechsel der US-Politik durch die Amtseinf&#252;hrung Obamas gesehen werden. In diesem Gebiet sind derzeit auch die gr&#246;&#223;ten Harmonien zwischen den Europa und den USA zu erwarten.</p>
<h3>Wirtschaftliche Ver&#228;nderungen</h3>
<p>Besonders den Kampf gegen die Wirtschaftskrise hat sich Obama auf die Fahnen geschrieben, da daran ma&#223;geblich &#252;ber den Erfolg seiner Arbeit entschieden wird. Aus diesem Grund will er bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit mit einem staatlichen Konjunkturpaket von 825 Milliarden Dollar gegensteuern. Des Weiteren m&#246;chte Barack Obama angeblich beim n&#228;chsten G20-Treffen im April in London Pl&#228;ne f&#252;r eine neue Finanzaufsicht pr&#228;sentieren. In diesem Zusammenhang soll geregelt werden, dass Banken, die Staatshilfen bekommen haben, von der Notenbank strenger &#252;berwacht werden. Ebenso hat Obama bereits im Wahlkampf deutlich gemacht, dass er nicht gegen Freihandelsvertr&#228;ge ist, aber durch Mindestbedingungen den Schutz f&#252;r die Arbeiter erh&#246;hen m&#246;chte.</p>
<h3>Auch Einschnitte in seiner eigenen Administration</h3>
<p>Doch um Kritiker zu bes&#228;nftigen hat Obama nicht nur Forderungen nach au&#223;en gestellt, sondern auch starke Einschnitte nach innen angek&#252;ndigt. So machte er bereits zwei Tage nach seiner Amtseinf&#252;hrung deutlich, dass es eine seiner Hauptaufgaben in Washington werde, den Lobbyismus effektiv zu bek&#228;mpfen. Die Politik solle wieder zur&#252;ck aus den Hinterzimmern in die &#246;ffentlichen Arenen.<br />
Des Weiteren verf&#252;gte Obama, dass Geh&#228;lter von Mitarbeitern des Wei&#223;en Hauses &#252;ber 100.000 Dollar eingefroren werden. „Amerikanische Familien m&#252;ssen den G&#252;rtel enger schnallen, also muss Washington das auch“, sagte er.</p>
<h3>Gespanntes Warten auf den Wandel</h3>
<p>Insgesamt zeigt sich also, dass die ganze Welt gespannt darauf ist, ob Barack Obama die ihm zugeschriebene Rolle des „Br&#252;ckenbauers“ erf&#252;llen kann. Bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit hat er gezeigt, dass er einen Neuanfang wagen und mit der Politik seines Vorg&#228;ngers brechen m&#246;chte. Dies wird in Europa positiv aufgenommen. Lange vergeblich mit den USA diskutierte Politikinhalte wie die Klima- und Umweltpolitik scheinen pl&#246;tzlich verhandelbar. Und auch das weltweit kritisierte Gefangenenlager Guantanamo-Bay wird Obama sehr zu Freude des Gro&#223;teils der Weltengemeinschaft schlie&#223;en.<br />
Doch trotzdem hat Obama schon im Wahlkampf keinen Hehl daraus gemacht, dass er auch<span> </span>– gerade in Fragen der Au&#223;enpolitik – Forderungen stellen wird. So ist es nur noch eine Frage der Zeit bis er nun offiziell als Pr&#228;sident der Vereinigten Staaten an die T&#252;r der deutschen Bundesregierung klopfen und ein gr&#246;&#223;eres Engagement in Afghanistan fordern wird. Es ist zu erwarten, dass dies den ersten D&#228;mpfer der Obama-Euphorie in Deutschland bedeuten wird. Abzuwarten bleibt aber wie weit die Forderungen Barack Obamas an die Staatengemeinschaft in anderen Bereichen aussehen werden. Wird er einen harten Kurs fahren oder erst einmal darauf aus sein, ehemalige Risse in den Verbindungen zwischen den Partnern zu gl&#228;tten? So oder so steht seine Politik unter dem Zeichen des Wandels.</p>
<blockquote><p>Dieser Artikel erschien zuerst bei <a href="http://www.idea.de/index.php?id=891&amp;tx_ttnews[tt_news]=71936&amp;tx_ttnews[backPid]=18&amp;cHash=b61df51538">idea.de</a></p></blockquote>
<p><em>Foto: Flickr <a href="http://flickr.com/photos/59816658@N00/3214209041/">12thStDavid</a><br />
</em></p>
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		<title>www.change.gov</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Nov 2008 08:42:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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		<description><![CDATA[<a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2008/11/pic44718.jpg"class="img" rel="lightbox"></a>
Kaum 48 Stunden nach seiner Wahl hat Barack Obamas sein Versprechen an seine Wahlkampfhelferinnen und  -helfer umgesetzt. Denn die im Rahmen seines Wahlkampfes entstandenen Onlineangebote sollten sich&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2008/11/pic44718.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-2569" title="pic44718" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2008/11/pic44718-300x176.jpg" alt="" width="300" height="176" /></a></p>
<p>Kaum 48 Stunden nach seiner Wahl hat Barack Obamas sein Versprechen an seine Wahlkampfhelferinnen und  -helfer umgesetzt. Denn die im Rahmen seines Wahlkampfes entstandenen Onlineangebote sollten sich nach der Wahl nicht einfach in Luft aufl&#246;sen. Deshalb wurde bereits gestern morgen die Website <a href="http://www.change.gov" target="_blank">www.change.gov</a> angek&#252;ndigt. Nach anf&#228;nglichen Server- und Scriptfehlern ist die Seite nun online und bietet den Usern einen problemlosen Umstieg von barackobama.com zur nun offiziellen Homepage des &#8220;President-Elect&#8221;. Doch auf Grund des riesigen Ansturms ist die Website derzeit noch durchgehend chronisch &#252;berlastet.</p>
<p>Dort l&#228;sst sich u.a. auch die &#8220;victory speech&#8221; Obamas in voller l&#228;nge als Video ansehen.<br />
Und beim anschauen dieser Rede muss man Obama eines anerkennend zugestehen: Er hat es immer wieder geschafft mit Worten die verschiedensten Menschen zu mobilisieren. So sprach er bei seiner Rede in Deutschland im Sommer 2008 davon, dass er sich als &#8220;Weltb&#252;rger&#8221; sehe und auch so handeln m&#246;chte und hob sich damit weit von der Politik Bushs ab.<br />
In seiner Siegesrede am Dienstag dann schaffte er es in wenigen S&#228;tzen das zu b&#252;ndeln, was f&#252;r viele Amerikanerinnen und Amerikaner ihren schon fast vergessenen Lebenstraum ausmacht:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;If there is anyone out there who still doubts that America is a place where all things are possible; who still wonders if the dream of our founders is alive in our time; who still questions the power of our democracy, tonight is your answer.</em></p>
<p><em>It&#8217;s the answer told by lines that stretched around schools and churches in numbers this nation has never seen; by people who waited three hours and four hours, many for the very first time in their lives, because they believed that this time must be different; that their voice could be that difference.</em></p>
<p><em>It&#8217;s the answer spoken by young and old, rich and poor, Democrat and Republican, black, white, Latino, Asian, Native American, gay, straight, disabled and not disabled &#8211; Americans who sent a message to the world that we have never been a collection of Red States and Blue States: we are, and always will be, the United States of America.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2008/11/pic44718.jpg"class="img" rel="lightbox"><br />
</a></p>
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		<title>Der viel zitierte Wandel</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Nov 2008 11:24:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
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		<description><![CDATA[Unter dem Motto „Change“ stand Barack Obamas Wahlkampf, der ihn zum amerikanischen Pr&#228;sidenten machte. Beinahe ebenso oft wie der „Wandel“ wurde die „Hoffnung“ beschworen. Und auch in den Wahlkommentaren und Leitartikeln der deutschen Zeitungen zeigt sich ein schon fast unheimlicher Optimismus. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unter dem Motto „Change“ stand Barack Obamas Wahlkampf, der ihn zum amerikanischen Pr&#228;sidenten machte. Beinahe ebenso oft wie der „Wandel“ wurde die „Hoffnung“ beschworen. Und auch in den Wahlkommentaren und Leitartikeln der deutschen Zeitungen zeigt sich ein schon fast unheimlicher Optimismus. </strong></p>
<p>Manche Autoren &#252;berschlagen sich geradezu mit Belobigungen f&#252;r den bisherigen Senator aus Chicago. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung redet von einer „Selbstverst&#228;ndlichkeit und in einer Schwerelosigkeit, wie es in unserer prosaischen Zeit nur schwer in Worte zu fassen ist.“ Amerika sehe nach dieser Wahl anders aus, was allein Obama zuzuschreiben sei. Das Handelsblatt zollt den W&#228;hlern Respekt, die trotz aller Unsicherheiten auf einen Mann des Wandels vertrauten. Das Land entscheide sich damit f&#252;r einen Neuanfang. R&#252;cke man den noch bis vor wenigen Jahrzenten offenkundigen Rassismus ins Blickfeld, k&#246;nne man diese Wahl gar nicht &#252;bersch&#228;tzen. Die USA h&#228;tten sich als modern und erwachsen erwiesen.</p>
<p>Bei aller Hoffnung verschweigen aber auch die deutschen Autoren nicht die Herausforderungen, vor denen Obama nach seiner Amtseinf&#252;hrung 2009 stehen wird. Der Spiegel schreibt: „Wenn die amerikanischen W&#228;hler aufwachen, werden an ihrem Bett allerdings die alten Probleme stehen: Der nicht enden wollende Irak-Krieg, die sich ausweitende Finanzkrise, die parteipolitische und kulturelle Spaltung Amerikas.“ George Bush ziehe zwar um, die Probleme jedoch blieben zur&#252;ck. Barack Obama habe nun nicht viel Zeit, um sich vom Wahlk&#228;mpfer zum Regierungschef zu verwandeln. Die Frankfurter Rundschau bezeichnet die Erwartungen, die auf Obama lasten, als fast &#252;bermenschlich.</p>
<p>Gerade in der Au&#223;enpolitik wird sich Obama beweisen m&#252;ssen. Der Spiegel zieht das knappe Fazit: „Der Alleingang der westlichen Supermacht d&#252;rfte f&#252;rs Erste beendet sein.“ F&#252;r den Tagesspiegel ist die neue amerikanische Au&#223;enpolitik auch die Herausforderung an die anderen Regierungen der Welt. Es d&#252;rfe schwer werden, gegen einen auch im Ausland so popul&#228;ren US-Pr&#228;sidenten Politik zu machen. Das Handelsblatt sieht darin eine Chance f&#252;r Obama. Mit der ihm entgegenschlagenden Sympathie k&#246;nne Obama bei weisem Umgang viel erreichen.</p>
<p>Kontr&#228;r zu allen anderen Kommentaren fragt in der ZEIT die Schriftstellerin Tanja D&#252;ckers sich, ob im Vergleich zum neuen, strahlenden Amerika das europ&#228;ische Selbstbild in Gefahr ist. Wenn Obama Guantanamo Bay schlie&#223;e, w&#252;rde dann auch in der europ&#228;ischen Politik Schw&#228;chen deutlich werden? K&#246;nne denn in Deutschland niemals ein T&#252;rke oder Roma mit deutscher Staatsb&#252;rgerschaft Kanzler werden?</p>
<p><em>Bildquelle: <a href="http://www.zeit.divine.de/46/">ZEIT</a></em></p>
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		<title>Let the issues be the issues</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2008/11/04/let-the-issues-be-the-issues/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 15:39:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[ ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2008/11/elect.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-2545" title="elect" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2008/11/elect-300x200.jpg" alt="" width="300" height="200" /></a></p>
<p>Via <a href="http://guanabee.com/2008/11/obama-dresses-up-for-halloween.php">Gunabee</a> und <a href="http://twitter.com/JanSchmidt/status/989058621">Jan Schmidt</a></p>
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		<title>Galbraith, Obama und der New New Deal</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Oct 2008 15:41:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[John Kenneth Galbraith]]></category>
		<category><![CDATA[New Deal]]></category>

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		<description><![CDATA[John Kenneth Galbraith gilt als einer der bedeutendsten &#214;konomen des vergangenen Jahrhunderts. Im Laufe seiner Karriere war er Berater zahlreicher amerikanischer Pr&#228;sidenten – John F. Kennedy h&#246;rte ebenso auf seine Meinung wie der letzte demokratische Amtsinhaber, Bill Clinton – und beriet den wirtschaftlichen Aufbau Indiens als amerikanischer Botschafter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>John Kenneth Galbraith gilt als einer der bedeutendsten &#214;konomen des vergangenen Jahrhunderts. Im Laufe seiner Karriere war er Berater zahlreicher amerikanischer Pr&#228;sidenten – John F. Kennedy h&#246;rte ebenso auf seine Meinung wie der letzte demokratische Amtsinhaber, Bill Clinton – und beriet den wirtschaftlichen Aufbau Indiens als amerikanischer Botschafter.</strong></p>
<p><strong></strong>Zentrum von Galbraiths Arbeit ist seine deutliche Kapitalismuskritik. Nach seiner &#220;berzeugung produziert die Marktwirtschaft nicht nur privaten Reichtum, sondern auch zwangsl&#228;ufig &#246;ffentliche Armut. Er pr&#228;gte den Begriff der &#220;berflussgesellschaft, mit dem er den &#220;berfluss an privaten G&#252;tern kritisiert, der f&#252;r ihn ein Grund f&#252;r mangelhafte &#246;ffentliche Infrastruktur- und Dienstleistungsvorsorge ist. Der Leiter der Wirtschaftsredaktion der Zeit, Uwe Jean Heuser, in einem <a href="http://www.zeit.de/2006/19/Galbraith">Nachruf auf Galbraith</a>:</p>
<blockquote><p>Ende der f&#252;nfziger Jahre verfasste er Gesellschaft im &#220;berfluss, seinen gr&#246;&#223;ten Erfolg. Galbraith warf den Vereinigten Staaten vor, sich gedankenlos der Spirale von immer mehr Konsum und immer mehr Umweltverpestung anheim zu geben. Die m&#228;chtigen Konzerne, die mit ihren Werbemilliarden neue W&#252;nsche kreierten, waren ihm ein Dorn im Auge. Keiner k&#246;nne sie mehr kontrollieren, schrieb er schon Jahrzehnte bevor die Kritik an den Multis modern wurde.</p></blockquote>
<p>Galbraith fordert eine Beschr&#228;nkung der totalen Marktherrschaft, einen umfassenden und leistungsstarken Sozialstaat. Die soziale Sicherheit eines Jeden solle von der Frage der Besch&#228;ftigung in der Produktion unabh&#228;ngig sein.</p>
<p>Zahlreiche Kollegen, vor allem der Nobelpreistr&#228;ger und &#214;konom Paul A. Samuelson vom ‚Massachusetts Institue of Technology‘, warfen Galbraith zeitlebens vor, er sei mehr eine <a href="http://www.zeit.de/2006/19/Galbraith">Medienpers&#246;nlichkeit als ein &#214;konom</a>:</p>
<blockquote><p>Galbraith sei gar kein richtiger &#214;konom, hat Paul Samuelson einmal der ZEIT gesagt, und Samuelson ist immerhin der Vater der modernen Wirtschaftstheorie. Er meinte damit, dass sich der Kollege fr&#252;h von Modellen verabschiedete und ein polit&#246;konomischer Kommentator wurde. Galbraith war Professor in Harvard, ja, der Linksau&#223;en seiner Fakult&#228;t, aber seine Impulse gab er von au&#223;en. In Bestsellern, im Fernsehen, auf Konferenzen.</p></blockquote>
<p>Diese T&#228;tigkeit als polit&#246;konomischer Kommentator nicht ernst genommen zu haben, das wiederum kann wohl niemand John Kenneth Galbraith vorwerfen. Noch 2004 mischte er sich f&#252;nfundneunzigj&#228;hrig ein und ver&#246;ffentlichte „The Economics of Innocent Fraud: Truth for Our Time“. Ein Essay, in dem sich Galbraith <a href="http://www.zeit.de/2004/36/Rezension">den Frust &#252;ber neoliberale Politik der vergangenen 30 Jahre</a> von der Seele schreibt.</p>
<blockquote><p>Egal, womit er sich gerade befasste, Galbraith legte sich immer an. Herrschende Gedanken, die nicht mehr hinterfragt werden, forderten ihn zum Widerspruch heraus.</p></blockquote>
<h2>Weltwirtschaftskrise 1929</h2>
<p>Die „Great Depression“ spielte eine wichtige Rolle in Galbraiths Leben, seine Begeisterung f&#252;r Roosevelts Reaktion, den New Deal, behinderten gar seine Karriere. Dennoch war er sogar bereit, in der Roosevelt-Regierung Verantwortung zu &#252;bernehmen.</p>
<p>Eine geplatzte Spekulationsblase war es, die die Weltwirtschaftskrise ausl&#246;ste. Zu hohe Aktienbewertungen, die sich nach leichtem R&#252;ckgang des Wirtschaftswachstums der USA pl&#246;tzlich entluden und die frisch globalisierte Wirtschaft vieler L&#228;nder in den Ruin st&#252;rzte. Die Schuld war schnell der Globalisierung zugeschoben und so wurden internationale Anlagen zur&#252;ck gezogen und die eigene Wirtschaft mit protektionistischen Ma&#223;nahmen abgeschottet.</p>
<p>Die Wirtschaftskrise traf Amerika hart. Ein Viertel aller Amerikaner war arbeitslos und die L&#246;hne fielen um mehr als 50%. Der unkontrollierte Kapitalismus wurde als verantwortlich f&#252;r diese Misere gesehen und das Misstrauen der Bev&#246;lkerung gegen B&#246;rsenspekulanten und Gro&#223;konzerne war gro&#223;. Der damals amtierende Pr&#228;sident Herbert Hoover war wie sein Vorg&#228;nger Calvin Coolidge ein Anh&#228;nger der klassischen Wirtschaftstheorie gewesen und vertrat ein „Laissez-faire“ Prinzip der Selbstregulierung des Marktes. Viele Amerikaner aber empfanden Hoover zu schwach, forderten eine soziale Wende und so wurde 1932 Franklin Delano Roosevelt zu seinem Nachfolger gew&#228;hlt.</p>
<h2>Roosevelt verteilt die Karten neu</h2>
<p>Der neu gew&#228;hlte demokratische Pr&#228;sident Roosevelt ging mit einem Paket von geb&#252;ndelten Ma&#223;nahmen gegen die Massenarmut und die schwache Binnenkonjunktur vor. „New Deal“ bedeutet beim Kartenspiel eine Neuausgabe der Karten. Genau das versprach Roosevelt seinen W&#228;hlern, eine Beteiligung am Wohlstand.</p>
<p>Dazu ergriff er zahlreiche Ma&#223;nahmen, die vielfach von Keynes inspiriert waren – auch wenn ihnen keine ausgearbeitete Theorie zu Grunde lag. Die Einf&#252;hrung eines Sozialversicherungssystems, progressive Besteuerung und massive Arbeitszeitverk&#252;rzung geh&#246;rten ebenso dazu wie Eingriffe in das Lohn- und Preisgef&#252;ge und die Produktionskapazit&#228;ten. Nach wenigen Jahren erkannte die Regierung, dass der Weltmarkt f&#252;r die Schaffung einer ausreichenden Nachfrage n&#246;tig war und bem&#252;hte sich, den Handel wieder zu liberalisieren.</p>
<h2>Subprimekrise 2007/2008</h2>
<p>Die Finanzkrise 2007/2008 erinnert fatal an die Weltwirtschaftskrise von 1929. Erneut eine Krise, die die Weltwirtschaft ersch&#252;ttert. Erneut entstanden durch eine Spekulationsblase, diesmal bei den so genannten Subprime-Krediten. Dabei handelt es sich technisch gesehen um hochriskante Kredite, die in Amerika seit einigen Jahren in unverh&#228;ltnism&#228;&#223;iger Zahl vergeben wurden. Diese Risiken wurden zu gro&#223;en Zertifikaten geb&#252;ndelt, was eine effektive Risikobewertung unm&#246;glich machte. Dennoch wurde mit diesen Krediten weltweit Handel betrieben. Als nun jedoch die Kreditzinsen stiegen und die Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen konnten, platzten weltweit die weit zu positiv bewerteten Anleihen.</p>
<p>Ulrich Sch&#228;fer, der Leiter der Wirtschaftsredaktion der S&#252;ddeutschen Zeitung <a href="http://www.sueddeutsche.de/finanzen/849/311770/text/">zitiert dazu Galbraith</a>:</p>
<blockquote><p>Wer wissen will, wie schlimm die Finanzkrise werden kann, sollte bei John Kenneth Galbraith nachschlagen. Der amerikanische &#214;konom hat vor f&#252;nf Jahrzehnten ein Buch geschrieben mit dem Titel &#8220;Der gro&#223;e Crash&#8221;. Auf 205 Seiten zeichnet Galbraith nach, wie die USA &#8211; und mit ihnen der Rest der Welt &#8211; 1929 in die Weltwirtschaftskrise taumelten.</p>
<p>Er erz&#228;hlt eine Geschichte der Gier, des &#220;berschwangs und der &#220;berheblichkeit. Niemand sah die Gefahren, niemand sorgte sich, dass das ganze Finanzgebilde zusammenbrechen k&#246;nnte. Alle glaubten, dass das amerikanische Wirtschaftsmodell nahezu perfekt ist.</p>
<p>So verhielt es sich auch bis zum 14. September 2008, als das Beben an der Wall Street begann.</p></blockquote>
<h2>Renaissance des New Deal?</h2>
<p>Nicht nur das Ph&#228;nomen der Krise scheint sich zu wiederholen, auch die Reaktionen deuten in eine &#228;hnliche Richtung. Weltweit scheinen die Tage der deregulierenden Finanzpolitik <a href="http://www.zeit.de/2008/44/Wunschwelt-nach-der-Krise">dem Ende entgegen zu gehen</a>.</p>
<blockquote><p>Angenommen, Sie haben sich ein paar Wochen Urlaub auf einer einsamen Insel geg&#246;nnt, ohne Fernsehen, Internet und Zeitung. Nach ihrer R&#252;ckkehr erfahren Sie, was w&#228;hrend Ihrer Auszeit so alles passiert ist: Die Wall Street ist beinahe zusammengebrochen. In den USA und in Europa werden im Schnellverfahren Banken verstaatlicht. China, zweitgr&#246;&#223;ter Gl&#228;ubiger der USA, redet der Bush-Administration offen in die Finanzpolitik hinein, Venezuelas Staatschef Hugo Chávez nennt den amerikanischen Pr&#228;sidenten jetzt »Genosse George«. Peer Steinbr&#252;ck erkl&#228;rt Steueroasen den Krieg, die Bankenmanager dieser Welt geh&#246;ren seit Kurzem zur Achse des B&#246;sen, und europ&#228;ische Regierungen wollen mit einem neuen Bretton Woods den Finanzkapitalismus z&#228;hmen.</p></blockquote>
<p>Wie schon 1932 wird mit Barack Obama wohl ein Demokrat einen Republikaner George W. Bush im Pr&#228;sidentenamt beerben – und <a href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/;art271,2645242">bereits jetzt ist wieder die Rede</a> von einem „New New Deal“:</p>
<blockquote><p>Im Wahlkampf gibt Obama den Verteidiger von Main Street gegen Wall Street, also der einfachen B&#252;rger gegen die Bosse. Wie einst Franklin D. Roosevelt in der Depression der 30er Jahre wirbt er in der Krise mit einem „New Deal“, der die Balance zwischen Wirtschaft und Arbeitnehmern neu tariert. Millionen Jobs sollen durch alternative Energien entstehen.</p></blockquote>
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		<title>Obama, Powell und die Farbfrage</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Oct 2008 18:26:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Barack Obama]]></category>
		<category><![CDATA[Colin Powell]]></category>
		<category><![CDATA[US-Wahl 2008]]></category>

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		<description><![CDATA[Es sei ein „verbotenes Thema“, aber man komme nicht drum herum, schreibt der konservative Kommentator Patrick Buchanan heute in seinem <a class="textlink external" href="http://buchanan.org/blog/2008/10/pjb-tribal-politics/">Blog</a> und fragt: Welche Rolle spielte die&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Es sei ein „verbotenes Thema“, aber man komme nicht drum herum, schreibt der konservative Kommentator Patrick Buchanan heute in seinem <a class="textlink external" href="http://buchanan.org/blog/2008/10/pjb-tribal-politics/">Blog</a> und fragt: Welche Rolle spielte die gemeinsame Hautfarbe, als Colin Powell am Wochenende &#246;ffentlich zur Wahl Barack Obamas aufrief?</p></blockquote>
<p>So lautet der Anfang der <a href="http://www.zeit.de/online/2008/43/obama-powell-blogschau">heutigen Blogschau</a> von Oskar Piegsa auf ZEIT Online. Der ehemailge US-Au&#223;enminister hatte am Sonntag seine<a href="http://twitter.com/chris_politicus/statuses/967786033"> Unterst&#252;tzung f&#252;r Obama verk&#252;ndet &#8211; siehe mein Twitter-Eintrag dazu</a>.</p>
<p>In der Blogschau wird der Radiomoderator Rush Limbaugh zitiert:</p>
<blockquote><p>„Powell sagt, seine Wahlunterst&#252;tzung hat nichts mit Hautfarbe zu tun“, wird Limbaugh in der Zeitung <a class="textlink external" href="http://dyn.politico.com/printstory.cfm?uuid=151350E9-18FE-70B2-A8D66137D46ED292"class="img" rel="lightbox"><em>The Politico</em></a> zitiert . „Okay, gut. Ich recherchiere jetzt seine fr&#252;heren Wahlempfehlungen, um zu sehen, ob ich unerfahrene, linksliberale, wei&#223;e Kandidaten finden kann, die er unterst&#252;tzt hat.“</p></blockquote>
<p>Als ob seine Hautfarbe f&#252;r Powell wichtiger gewesen sei, als eine gro&#223;e einende Begabung. Ein Charisma, das f&#252;r eine hoffnungsvolle Zukunft steht &#8211; und solche Kandidaten d&#252;rften in den letzten Wahlempfehlungen von Powell sicherlich schwer zu finden sein. Schade, dass <a href="http://www.homopoliticus.de/2008/10/14/obama-und-die-affenassoziation/">Bef&#252;rchtungen &#252;ber unterschwelligen Rassismus</a> jetzt sogar denen vor einem offenkundigen Rassenhass weichen m&#252;ssen.</p>
<p>Die Blogschau dagegen schlie&#223;t mit der richtigen Interpretation des Powell-Endorsments:</p>
<blockquote><p>Schon am Vortag hatte der au&#223;enpolitische Essayist Fareed Zakaria im Internet <a class="textlink external" href="http://www.newsweek.com/id/164498/page/1">seine Wahlempfehlung</a> ver&#246;ffentlicht , die &#228;hnlich endet: „Ich muss eingestehen, dass ich auch ein pers&#246;nliches Interesse habe“, schrieb Zakaria, der in Indien als Sohn eines islamischen Schriftgelehrten geboren und aufgewachsen ist und an den Eliteuniversit&#228;ten Yale und Harvard studiert hat, bevor er amerikanischer Staatsb&#252;rger wurde. „Mein neunj&#228;hriger Sohn hei&#223;t Omar. Ich glaube fest daran, dass er in der Lage sein wird, in diesem Land absolut alles zu erreichen, was er will. Aber ich muss zugeben, dass ich zuversichtlicher f&#252;r seine Zukunft bin, wenn ein Mann namens Barack Obama Pr&#228;sident der Vereinigten Staaten w&#252;rde.“</p></blockquote>
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