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	<title>Homo Politicus &#187; dana boyd</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Facebook als Bolognaplattfom</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 12:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Krohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[dana boyd]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<description><![CDATA[Bereits vor einiger Zeit haben wir uns an dieser Stelle mit der von dana boyd konstatierten Zweiklassengesellschaft im Internet auseinander gesetzt. boyd ist der Meinung, dass (f&#252;r die USA gesehen) eine Konkurrenz zwischen den beiden Plattformen Facebook und MySpace entstanden sei, die sich inzwischen bis zu einem Zweiklassensystem stilisiert h&#228;tte. <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/10/29/facebook-als-bolognaplattfom/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits vor einiger Zeit haben wir uns an dieser Stelle mit der von dana boyd konstatierten Zweiklassengesellschaft im Internet auseinander gesetzt (<a href="http://www.homopoliticus.de/2009/07/26/zweiklassensystem-im-internet/">&#8220;Zweiklassensystem im Internet</a>&#8220;). boyd ist der Meinung, dass (f&#252;r die USA gesehen) eine Konkurrenz zwischen den beiden Plattformen Facebook und MySpace entstanden sei, die sich inzwischen bis zu einem Zweiklassensystem stilisiert h&#228;tte.</p>
<p>Inzwischen wurde diese Idee beispielsweise von Mercedes Bunz weiterentwickelt, die von einer Konkurrenz zwischen Twitter und den Facebook-Statusmeldungen ausgeht (<a href="http://www.mercedes-bunz.de/archives/948">&#8220;The war of private news has just begun: facebook vs. twitter&#8221;</a>). Auch deshalb lohnt sich nun ein genauerer Blick auf die Situation in Deutschland.</p>
<h3>StudiVZ vs. Facebook</h3>
<p>Betrachtet man die beiden unter jungen Erwachsenen besonders beliebten sozialen Netzwerke StudiVZ und Facebook kann man zu &#228;hnlichen Ergebnissen wie boyd kommen. So spaltet sich die deutsche Studierendenschaft mehr denn je in StudiVZ- und Facebook-Anh&#228;nger. Bislang gibt es nur wenige, die mehrere Plattformen gleichzeitig nutzen. Besitzen sie doch mehrere Profile nebeneinander, werden diese h&#228;ufig nicht in gleicher Weise genutzt. 2006 noch war StudiVZ eine Art Geheimtipp unter den Studierenden. Rasch konnte die Plattform eine immer gr&#246;&#223;ere Aufmerksamkeit und Nutzerzahl erreichen. Doch w&#228;hrend StudiVZ zun&#228;chst vor allem ein Netzwerk der netzaffineren Studierenden darstellte kamen neben der weiteren Studierendenschaft nach und nach auch immer mehr Menschen au&#223;erhalb der H&#246;rs&#228;le hinzu. Dies f&#252;hrte letztlich auch zu der Gr&#252;ndung von SchuelerVZ und MeinVZ. Doch zeitgleich konnte Facebook in Deutschland an Einfluss gewinnen. Anders als in den meisten L&#228;ndern weltweit geh&#246;rt Facebook, durch die fr&#252;he und starke Konkurrenz von StudiVZ, in Deutschland nicht zu dem reichweitenst&#228;rksten Netzwerken. Da Facebook jedoch das Ziel hat, auch in Deutschland eine Vormachtstellung aufzubauen, ist ein Kampf um die Studierendenschaft entbrannt.</p>
<h3>Facebook als Bolognaplattform</h3>
<p>Facebook konnte vor allem bei international ausgerichteten Studenten punkten, die beispielsweise nach einem Auslandsaufenthalt &#252;ber die Plattform mit weltweiten Freunden in Kontakt bleiben k&#246;nnen. Hier stellt es sich als Vorteil dar, dass Facebook die Beliebtheitsskala in den meisten L&#228;ndern anf&#252;hrt und dadurch das weltweit gr&#246;&#223;te Netzwerk darstellt. StudiVZ wiederum vereint zwar in Deutschland die meisten Profile auf sich ist jedoch nicht international ausgerichtet. Dadurch tritt Facebook immer mehr als Netzwerk der weltweit orientierten Studierenden auf. StudiVZ dagegen hat sich mehr als lokal begrenztes Netzwerk positioniert. Man kann dabei zwar nicht wie boyd zwischen „ghetto“ und „honor-kids“ unterscheiden, sondern eher zwischen Facebook als Bologna-Netzwerk und StudiVZ als Netzwerk der <span style="text-decoration: line-through;">alten Schule</span> alten Studienordnung. Nicht nur die Studenten haben sich den Ver&#228;nderungen angepasst und ihr Studium internationaler ausgerichtet, sondern auch deren digitalen Netzwerke, denen sie sich bedienen um miteinander zu kommunizieren. Die Studierendenschaft in den deutschen H&#246;rs&#228;len setzt sich also nicht nur realweltlich aus den verschiedensten Gesellschaftsgruppen zusammen sondern erscheint auch digital als dispers.</p>
<h3>„cultural wall“</h3>
<p>Doch Facebook und StudiVZ weisen keine Schnittstellen auf, die es erm&#246;glichen beide Plattformen miteinander zu verbinden. Deshalb sind die Nutzergruppen r&#228;umlich voneinander getrennt. Die von boyd ausgemachte „cultural wall“ verhindert eine gemeinsame Kommunikation.</p>
<p><em>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/paolomargari/623280425/sizes/l/">flickr.com (Paolo Màrgari)</a></em></p>
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		<title>Einmal Zukunft und zur&#252;ck</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 14:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Krohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[dana boyd]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Michael Bloomberg]]></category>
		<category><![CDATA[Netzpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[Personal Democracy Forum]]></category>
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		<description><![CDATA[Bereits nach dem ersten Tag des <a href="http://personaldemocracy.com/pdf-conference/personal-democracy-forum-conference">Personal Democracy Forum</a> („Technology is changing politics“) muss man sich als deutscher Konferenzteilnehmer mit der Frage auseinandersetzen, was bei uns derzeit alles falsch&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits nach dem ersten Tag des <a href="http://personaldemocracy.com/pdf-conference/personal-democracy-forum-conference">Personal Democracy Forum</a> („Technology is changing politics“) muss man sich als deutscher Konferenzteilnehmer mit der Frage auseinandersetzen, was bei uns derzeit alles falsch l&#228;uft.</p>
<p>Schon in der Begr&#252;&#223;ungsrede rief Andrew Rasiej die Regierungen auf, entschieden gegen eine Zensur im Internet zu arbeiten. Mehrfach griffen auch andere Redner das Thema auf und teilten bewusst Seitenhiebe nach Europa aus. Gemeint war damit sicherlich auch Deutschland, das derzeit gef&#228;hrlich Entwicklungen in dem Gebiet zeigt. Vielen Referenten und Teilnehmern scheint es aber auch nicht bewusst zu sein, welche Netzpolitik zur Zeit in Deutschland gemacht wird.</p>
<p>dana boyd stellt sich gar nicht mehr die Frage, ob jemand &#252;berhaupt Social Network Sites benutzt, sonder nur noch um die Auswahl aus dem reichhaltigen Angebot von MySpace bis Facebook.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/06/MpGYKzMLupb9iplpIl8AmqYDo1_500.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-full wp-image-3785" title="MpGYKzMLupb9iplpIl8AmqYDo1_500" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/06/MpGYKzMLupb9iplpIl8AmqYDo1_500.jpg" alt="MpGYKzMLupb9iplpIl8AmqYDo1_500" width="450" height="300" /></a></p>
<p>boyd, die genauso wie die beiden anderen Hauptacts des heutigen Tages Jeff Javis und David Weinberger ihr K&#246;nnen als Rednerin bewies, sprach deshalb zum Thema <strong>„Zweiklassengesellschaft in Social Network Sites“ </strong>anhand der beiden Plattformen Facebook und MySpace. Sie betonte innerhalb ihres Vortrages inbesondere, dass es<strong> keine &#8220;universelle Online&#246;ffentlichkeit&#8221;</strong> gibt. Die Ursache daf&#252;r kann in der r&#228;umlichen Trennung der Social Network Sites gesehen werden. W&#228;hrend es bei der Email-Kommunikation egal ist, ob Freunde und Bekannte &#252;ber Hotmail oder Yahoo miteinander kommunizieren entstehen durch Social Network Sites in den meisten F&#228;llen r&#228;umlich von einander abgeschnittene Communitys. F&#252;r Deutschland besonders interessant: In diesem Gedankengang wird die vielfach postulierte „Netzcommunity&#8221; wiederlegt.</p>
<p>F&#252;r die Konferenzteilnehmer nett war nat&#252;rlich auch die Rede von New Yorks <strong>B&#252;rgermeister Michael Bloomberg</strong>, der &#252;ber Skype ins Auditorium geschaltet war und von Andrew Rasiej interviewt wurde.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="300" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=5379838&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="300" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=5379838&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>So plauderten beide &#252;ber<strong> Iphone-Apps f&#252;r Einwohner und Touristen</strong> und auch eine Verbindungsunterbrechung wurde v&#246;llig problemlos und locker von den Gespr&#228;chspartnern hingenommen. Insgesamt fiel vor allem auf, dass Bloomberg als B&#252;rgermeister wei&#223; wovon er spricht und niemand dies f&#252;r eine Besonderheit, sondern vielmehr f&#252;r selbstverst&#228;ndlich hielt.</p>
<p>Den Rest des Tages f&#252;llten etliche weitere Sessions, die viele neue Erkenntnisse brachten. Doch erst der letzte Programmpunkt, verschiedene thematische Brainstormings, verdeutlichten endg&#252;ltig den Unterschied zwischen US-amerikanischer und deutscher Netzpolitik. Zusammen mit vier weiteren Teilnehmern wurden Ideen zum Thema „international politics“ ausgetauscht. Und w&#228;hrend in Deutschland derzeit verzweifelt alles daran gesetzt wird, Politiker und B&#252;rger &#252;ber das Internet in Kontakt zu bringen, ist dieser Schritt in den USA schon Schnee von gestern. Vielmehr &#252;berlegt man den Schritt weiter, wie<strong> Netzkommunikation zwischen verschiedenen Regierungen</strong> und noch viel spannender <strong>zwischen Regierungen und einer ausl&#228;ndischen Bev&#246;lkerung</strong> m&#246;glich werden. Ein konkretes Beispiel w&#228;re, wie man es erm&#246;glichen k&#246;nnte, dass die deutsche Bev&#246;lkerung mit der US-amerikanischen Regierung kommuniziert? Eine f&#252;r uns Deutsche wahnwitzig klingende Idee, die hier v&#246;llig ernsthaft diskutiert wird.</p>
<p>Wenn es danach geht, scheinen wir in Deutschland noch mitten in der Steinzeit zu stecken und erst langsam das Werkzeug zu entdecken, w&#228;hrend in den Vereinigten Staaten mit dem weiterentwickelten Werkzeug inzwischen Eisen bearbeitet wird. W&#228;hrend man in Deutschland immer wieder Barack Obama und seinen Internetwahlkampf  wie eine Monstranz vor sich her tr&#228;gt, zeigte sich bereits am ersten Konferenzkonferenztag das wahre Interesse der deutschen Parteien an dem Thema. Denn die deutschen Teilnehmer lassen sich mit Leichtigkeit an einer Hand abz&#228;hlen.  Nachdem Joe Rospers (Obama &#8217;08) mit der Frage „<span><span>How many republicans are here today?</span></span>“ und nur wenigen Meldungen die Lacher auf seiner Seite hatte, m&#252;sste man die Frage auch nach der Anzahl der deutschen Teilnehmer stellen bzw. noch besser der deutschen Parteimitarbeiter. Denn nirendwo w&#252;rden sich so viele Tipps und Ideen sammeln lassen wie direkt vor Ort, aber die deutsche Parteielite ist derweil allen Anschein noch damit besch&#228;ftigt, das Netz zu filtern und Blogger zu verklagen.</p>
<p>Brave old world…</p>
<p><em>Bild: flickr <strong><a title="Link to Phil Hawksworth's photostream" rel="dc:creator cc:attributionURL" href="http://www.flickr.com/photos/philhawksworth/"><strong>Phil Hawksworth</strong></a></strong></em></p>
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