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	<title>Homo Politicus &#187; Heidelberg</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>wir 2.0</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 07:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Christoph Bieber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Studierendenproteste sind auch nicht mehr das, was sie mal waren &#8211; ein zentrales Ziel, die Erreichung maximaler Medienaufmerksamkeit, ist nun schon vom Start weg realisiert: als am Mittwoch die Universit&#228;t Heidelberg als erste eine H&#246;rsaalbesetzung vermeldete und die Standorte M&#252;nster und Potsdam rasch nachzogen, da war die Informationsinfrastruktur schon fertig. Der Gie&#223;ener Kollege <a href="http://twitter.com/dr_meyer/status/5416034431">@dr_meyer</a> vermeldete bereits am Vormittag:</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/meyer.png"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4874" title="meyer" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/meyer-300x154.png" alt="meyer" width="300" height="154" /></a></p>
<blockquote><p><a title="#bildungstreik2009" href="http://twitter.com/search?q=%23bildungstreik2009">#bildungstreik2009</a>.de: die social-media-infrastruktur steht: twitter-liste (<a rel="nofollow" href="http://bit.ly/3rP7ux" target="_blank">http://bit.ly/3rP7ux</a>), facebook-profil &#038;youtube-kanal</p></blockquote>
<p>Das Vorbild f&#252;r die Nutzung der diversen Plattformen des &#8220;Social Web&#8221; kam aus &#214;sterreich &#8211; mit den Hashtags #unibrennt und #unsereuni hatten sich bei der Besetzung des Wiener Audimax am 22. Oktober zwei &#8220;Informationsanker&#8221; gebildet, die einen schnellen Zugriff auf die studentische Protestkommunikation erm&#246;glichten. In rascher Folge kamen neue Informationsquellen hinzu, der zentrale H&#246;rsaal der Wiener Universit&#228;t reihte sich unter @audimax in die &#8220;Dinge, die twittern&#8221; ein, und auch eine <a href="http://www.facebook.com/unsereuni">Facebook-Gruppe</a> wurde eingerichtet. Erst etwas sp&#228;ter ging die <a href="http://unsereuni.at/">Website zum Protest</a> online, entstanden ist dort ein veritables Web 2.0-Portal, inzwischen auch mit grenz&#252;berschreitenden Nachrichten. Eine umfassende Chronik der Ereignisse findet sich <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Chroniken:_%E2%80%9CWas_bishe r_geschah%E2%80%9D">hier</a>, die kenntnisreichsten Darstellungen zur Nutzung des Internet im Protestprozess lieferten Weblogs-Beitr&#228;ge wie die von <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/25/vom-flashmob-zu-unibrennt -kollektive-organisation-in-realtime/">Jana Herwig</a> (@digiom), <a href="http://www.helge.at/2009/10/die-uni-brennt-nach-ameisenart/">Helge Fahrnberger</a> (@muesli), <a href="http://phsblog.at/das-geheime-netzwerk-der-studierenden/">Philipp Sonderegger</a> (@phs), <a href="http://www.alm.at/2009/10/25/hurra-hurra-die-unibrennt-politics- 2-0/">Niko Alm</a> (@NikoAlm).</p>
<p>Trotz der geballten Ladung Protestberichterstattung dauerte es sehr lange, bis sich die deutschen (Offline-)Medien etwas ausf&#252;hrlicher mit der Situation in &#214;sterreich befasst haben. Bezeichnender Weise weckten vor allem die zahlreichen Live-Streams aus den H&#246;rs&#228;len das Interesse der Beobachter &#8211; die manchmal etwas holprigen Video&#252;bertragungen der t&#228;glichen Versammlungen, Diskussionen und Aktionen spiegeln die neuen Produktionsverh&#228;ltnisse wider: das Internet als &#8220;Medienimperium in der Westentasche&#8221; &#8211; weitere Unterst&#252;tzung f&#252;r <a href="http://internet-manifest.de/">These zwei des Internet-Manifest</a>.</p>
<p>Man muss nun abwarten, was diese Ver&#228;nderung beim Kampf um &#214;ffentlichkeit im Bildungsdiskurs bewirkt &#8211; in &#214;sterreich tr&#228;gt die Vernetzung im &#8220;Echtzeit-Internet&#8221; zun&#228;chst einmal zur Synchronisierung der Proteste an den verschiedenen Standorten sowie der Identit&#228;tsstiftung und -erhaltung bei &#8211; &#8220;Wir 2.0&#8243;. Auch in inhaltlicher Perspektive k&#246;nnen die Techniken zur netzbasierten Zusammenarbeit wichtige Dienste leisten, wie die <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Main_Page">Hauptseite des &#246;sterreichischen Protests-Wikis</a> zeigt. Bisher steht jedoch die inhaltlich-konstruktive Protestarbeit noch hinter den organisatorischen und kommunikativen Aktivit&#228;ten zur&#252;ck.</p>
<h2>Wie geht es nun weiter?</h2>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/unikarte.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4877" title="unikarte" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/unikarte-300x296.jpg" alt="unikarte" width="300" height="296" /></a></p>
<p>Das ist zum aktuellen Zeitpunkt noch v&#246;llig unklar &#8211; breiten sich die Proteste auch in Deutschland in nennenswerter Zahl aus (eine <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/04/unsere-unis-eine-karte/">Karte</a> hierzu liefert @schaffertom), werden davon sicher auch die &#246;sterreichischen Aktivisten profitieren. Zwar bildet die Kritik am Bologna-Prozess einen gemeinsamen Ansatzpunkt, doch stellen sich die Ber&#252;hrungsfl&#228;chen f&#252;r eine Kommunikation mit der Politik v&#246;llig anders dar. In &#214;sterreich steht der zust&#228;ndige Minister Hahn auf dem Sprung nach Br&#252;ssel, in Deutschland steht die von der Koalition ausgerufene &#8220;Bildungsrepublik Deutschland&#8221; gleich vor einer ersten Bew&#228;hrungsprobe. Von der Piratenpartei wird man vermutlich in beiden L&#228;ndern etwas h&#246;ren &#8211; w&#228;hrend in &#214;sterreich die Partei bislang einen schweren Stand hatte, scheint man dort nun den Protest als Anschub f&#252;r einen neuen Versuch zum &#8220;Entern des Parteiensystems&#8221; nutzen zu wollen. Die deutsche Piratenpartei muss zwar noch den Mobilisierungs-Erfolg der Bundestagswahl verarbeiten und ihre Strukturen modernisieren, doch einer frisch aufflammenden Debatte um die Qualit&#228;t des Hochschulstandortes Deutschland k&#246;nnen sie sich keinesfalls verschlie&#223;en &#8211; bildungspolitische Fragen in der Informationsgesellschaft stehen ganz oben auf der Agenda zur Erweiterung des Themenspektrums.</p>
<p><em>Dr. Christoph Bieber ist wissenschaftlicher Assistent an der JLU Gie&#223;en und besch&#228;ftigt sich mit den Auswirkungen der Neuen Medien auf politische und gesellschaftliche Prozesse. Zu seinen Ver&#246;ffentlichungen z&#228;hlen unter anderem Publikationen zum Thema Online-Wahlkampf, die Zukunft der Mediendemokratie und Interaktivit&#228;t. Dr. Bieber betreibt das Blog <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/internetundpolitik.wordpress.com');" href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank">Internet und Politik</a>.</em></p>
<p><em>Screenshots: twitter, <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/04/unsere-unis-eine-karte/">zurpolitik</a></em></p>
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