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	<title>Homo Politicus &#187; Karl-Theodor zu Guttenberg</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Kolumne: Angela gef&#228;llt das</title>
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		<pubDate>Wed, 04 May 2011 11:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Like-Button]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Petitionen]]></category>

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		<description><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg war noch keine 24 Stunden zurückgetreten, da hatten sich bei Facebook schon über 300.000 Unterstützer gefunden. Obwohl der eine oder andere spekulierte, es sei mit unlauteren Mitteln&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Karl-Theodor zu Guttenberg war noch keine 24 Stunden zurückgetreten, da hatten sich bei Facebook schon über 300.000 Unterstützer gefunden. Obwohl der eine oder andere spekulierte, es sei mit unlauteren Mitteln nachgeholfen worden: Die Facebook-Seite „Wir wollen Guttenberg zurück” ist mit 588.905 Unterstützern die erfolgreichste politische Gruppe im deutschen Internet.</p>
<p>Das ist ein Erfolg des „Like-Buttons”. Ein Klick, der die mittlerweile 16 Millionen deutschen Facebook-Nutzer ihre Sympathien für Nike, Nutella und Naddel ebenso ausdrücken l&#228;sst wie für einen Politiker. Das simple „Gef&#228;llt mir” wird zum Protestmarsch vom Sofa aus – bequemer, aber auch weniger ausdrucksstark.</p>
<p>Die erfolgreichste Online-Petition des Bundestags hingegen hat derzeit lediglich etwas mehr als 15.000 Mitzeichner. Dabei sind Petitionen ein gro&#223;artiges Mittel, um Einfluss auf die Arbeit des Parlaments zu nehmen. Politiker verstehen sehr gut die Sprache von hunderttausenden Unterschriften. Die Petitions-Plattform des Bundestags aber ist zu kompliziert und zu unbekannt, um regelm&#228;&#223;ig Wirkung zu entfalten. Wie viele Petitionen würden wohl auf breite Unterstützung sto&#223;en, wenn sie so einfach zu bedienen w&#228;ren wie ein Like-Button?</p>
<p><em>[Erschien zuerst in: politik&amp;kommunikation, Mai 2011]</em></p>
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		<title>Keine Reserve im Netz</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Jan 2011 20:28:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundeswehr]]></category>
		<category><![CDATA[Gorch Fock]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim ZDF wundert sich Dominik Rzepka, dass sich im Internet wohl kaum jemand f&#252;r Guttenberg und die Aff&#228;re rund um die Gorch Fock interessiert. Wir haben uns das auch gefragt und w&#228;hrend Malte mit einigen Zitaten f&#252;r das ZDF eingestiegen ist, sollen hier kurz einige Gedanken zu den Grundlagen dieses Eindrucks entstehen. <a href="http://www.homopoliticus.de/2011/01/27/keine-reserve-im-netz/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Beim ZDF <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/25/0,3672,8202041,00.html">wundert sich Dominik Rzepka</a>, dass sich im Internet wohl kaum jemand f&#252;r Guttenberg und die Aff&#228;re rund um die Gorch Fock interessiert. Wir haben uns das auch gefragt und w&#228;hrend Malte mit einigen Zitaten f&#252;r das ZDF eingestiegen ist, sollen hier kurz einige Gedanken zu den Grundlagen dieses Eindrucks entstehen.</strong></p>
<p>Sicherheits- und Verteidigungspolitik ist ja beileibe kein Ph&#228;nomen, dass nur offline stattfindet. Stellvertretend f&#252;r viele kann man hier das Verteidigungspolitik-Blog <a href="http://augengeradeaus.net/">&#8220;Augen geradeaus&#8221;</a> nennen. Aber wer w&#252;rde sich dar&#252;ber hinaus in der aktuellen Lage, der Marine und ihrer Spitze in einer offenkundigen F&#252;hrungskrise dazu im Netz &#228;u&#223;ern?</p>
<p>Nat&#252;rlich kann man sich bei den Spitzen- und Fachpolitikern der Parteien umsehen. Dann wird man aber online im besten Falle etwa das gleiche zu Gesicht bekommen, das die Fraktionsvorsitzenden schon in den Pressekonferenzen verlautbaren lassen. Im konkreten Fall zu Guttenberg und die Gorch Fock lie&#223; sich beispielsweise zum Anfang der Woche eine ganze Reihe von Statements der Herren Gysi und Trittin vernehmen, die entweder an Narkotisierung oder an Schadenfreude nur schwer zu &#252;bertreffen waren &#8211; &#252;brigens nicht zwangsl&#228;ufig in dieser Reihenfolge.</p>
<p>Was aber die gro&#223;e Stille im Netz hierzulande erst richtig erkl&#228;ren kann, ist ein kurzer Blick nach Amerika, wo es vor allem Soldaten &#8211; von der Front oder zu Hause, ihre Angeh&#246;rigen und ehemaligen Kameraden &#8211; sind, die das milit&#228;rische Grundrauschen im Netz bilden.</p>
<p>Davon ist in Deutschland noch nicht viel zu sehen. W&#228;hrend in Amerika Leitf&#228;den an die Soldaten verteilt werden, wie sie die Sozialen Netzwerke nutzen sollten und was zu unterlassen ist, hat die Bundeswehr da ungleich weniger Sympathie &#252;brig.</p>
<p>In dem amerikanischen Social Media Guidelines hei&#223;t es:</p>
<blockquote><p>Every time a member of the Army Family joins Army social media, it increases the timely and transparent dissemination of information. (…) Social media allows every Soldier to be a part of the Army story. By starting a discussion on Facebook, or commenting on a Soldier’s story on a blog, all Soldiers can contribute to the Army story.</p></blockquote>
<p>Quelle: <a href="http://www.slideshare.net/USArmySocialMedia/army-social-media-handbook-2011?from=embed">Social Media Guidelines bei SlideShare</a></p>
<p>In Deutschland dagegen liest man &#252;ber die Bundeswehr in sozialen Netzwerken eher solche Schlagzeilen:</p>
<blockquote><p>Ruhe im Glied. Die Bundeswehr untersagt ihren Soldaten, &#252;ber ihre Eins&#228;tze zu twittern und zu bloggen, aus Angst vor Kontrollverlust. Andere Streitkr&#228;fte sind da sehr viel offener.</p></blockquote>
<p>gefunden bei <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-06/bundeswehr-blogs-social-media">ZEIT Online</a>.</p>
<p>Und so wundert es wenig, dass die &#8220;freundlich dessinteressierte&#8221; Web-Bev&#246;lkerung sich eher &#252;ber den Skandal <a href="http://twitter.com/#!/macsquad/statuses/30544403449778176">lustig macht</a>, als hier mit harten Bandagen &#252;ber die Zukunft der Bundeswehr zu diskutieren. Auch und gerade im Netz. Aber dort sind offensichtlich kaum Soldaten oder solche, die einen Bezug dazu haben.</p>
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		<title>Budgets, Berufssoldaten und bayrische Kronprinzen</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 11:38:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Wehrpflicht]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade erst hat der frisch ins Amt gekommene Bundespr&#228;sident Christian Wullf der Verk&#252;rzung der Wehrpflicht auf 6 Monate seinen Segen gegeben, da f&#252;llt sich das diesmal erstaunlich dynamische Sommerloch mit der n&#228;chsten Debatte um die Bundeswehr. Verteidigungsminister zu Guttenberg will in nicht allzu ferner Zukunft sein Konzept f&#252;r die Erneuerung der Armee vorstellen und l&#246;st damit eine Debatte innerhalb der Union aus, die bezeichnend ist f&#252;r manche Probleme der CDU von Angela Merkel - und die Guttenbergs Zukunft selbst gef&#228;hrden k&#246;nnten. <a href="http://www.homopoliticus.de/2010/08/09/budgets-berufssoldaten-und-bayrische-kronprinzen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gerade erst hat der frisch ins Amt gekommene Bundespr&#228;sident Christian Wullf der Verk&#252;rzung der Wehrpflicht auf 6 Monate <a href="http://www.zeit.de/news-nt/2010/8/4/iptc-hfk-20100804-86-25841814xml">seinen Segen gegeben</a>, da f&#252;llt sich das diesmal erstaunlich dynamische Sommerloch mit der n&#228;chsten Debatte um die Bundeswehr. Verteidigungsminister zu Guttenberg will in nicht allzu ferner Zukunft sein Konzept f&#252;r die Erneuerung der Armee vorstellen und l&#246;st damit eine Debatte innerhalb der Union aus, die bezeichnend ist f&#252;r manche Probleme der CDU von Angela Merkel &#8211; und die Guttenbergs Zukunft selbst gef&#228;hrden k&#246;nnten.</strong></p>
<p>Noch ist nicht klar, welches Konzept zu Guttenberg im September vorstellen wird. Es kursieren verschiedene Variante, doch in der medialen Berichterstattung wird nur noch &#252;ber eins geredet: Das Ende der Wehrpflicht. Schaut man sich die <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1023125">O-T&#246;ne</a> der Bundes- und Landespolitiker an, so redet dort niemand &#252;ber Erh&#246;hung der Infanteriest&#228;rke oder eine Halbierung der Panzerdivisionen. Es geht nur darum, ob weiterhin die nur noch oberfl&#228;chlich gerechte Pflicht zum Dienst an der Waffe durchgesetzt werden soll.</p>
<p>Thorsten Jungholt sieht den Kern des Problems aber nicht in dem Thema, &#252;ber das diskutiert wird, sondern in den Argumentationsketten. In einem <a href="http://www.welt.de/die-welt/debatte/article8807649/Freiwillige-vor.html">Leitartikel f&#252;r die WELT</a> schreibt er:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Denn die Wehrpflicht ist ungeachtet ihrer Verdienste ein Zwangsdienst,  ein tiefer Eingriff des Staates in die Freiheit der jungen B&#252;rger. Ihre  historische Romantisierung durch Vertreter einer Identit&#228;t suchenden  Partei taugt dabei ebenso wenig als Argument f&#252;r die Beibehaltung wie  die von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg angef&#252;hrten  haush&#228;lterischen Sparzw&#228;nge als Grund f&#252;r ihre Abschaffung. Ma&#223;geblich  f&#252;r die Zukunft der allgemeinen Wehrpflicht ist allein die  Sicherheitslage der Republik.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: In der CDU diskutiert man ein gerade anfallendes Thema niemals von theoretischer Seite, wie beispielsweise die FDP mit ihrer liberal fundierten Ablehnung der Wehrpflicht in der heutigen Zeit. Stattdessen beruft man sich entweder wie der nach bundespolitischer Bedeutung heischende David McAllister auf die Verkn&#252;pfung von Armee und Demokratie unter dem Schlagwort &#8216;Staatsb&#252;rger in Uniform&#8217; oder verweist auf die finanziell angespannte Lage der Bundeswehr wie Karl-Theodor zu Guttenberg.</p>
<p>Doch eine grunds&#228;tzliche Debatte &#252;ber die Wehrpflicht k&#246;nnte weit fruchtbarer sein, wenn man sich auf die Frage nach der Notwendigkeit von Musterung und Einberufung einlassen w&#252;rde. Braucht eine moderne Armee in Zeiten von asymmetrischer Kriegsf&#252;hrung und Friedenseins&#228;tzen auf dem halben Globus noch Wehrpflichtige? Ist die Begr&#252;ndung der in die Demokratie eingebetteten Soldaten heute noch so aktuell wie vor 50 Jahren?</p>
<p>Man darf gespannt sein, wie die CDU diese Debatte weiter zu f&#252;hren gedenkt. Der Generalsekret&#228;r Hermann Gr&#246;he jedenfalls beschreitet f&#252;r die CDU schon ungew&#246;hnliche Wege und will die Wehrpflicht <a href="http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1023519">zum Thema von Regionalkonferenzen und dem n&#228;chsten Bundesparteitag machen</a>, um dort mit der Basis zu diskutieren.</p>
<p>Doch bis dahin werden wohl weiterhin die heranreifenden Pl&#228;ne zu Guttenbergs aus dem Verteidigungsministerium sickern und auch die Pr&#228;sentation seines fertigen Konzeptes wird der Basis nicht gerade den Eindruck vermitteln, man lege auf ihre Meinung wert. Vielleicht entsteht sogar der Eindruck, man gebe sich in der CDU-Spitze nicht einmal die M&#252;he, die Ideen und Pl&#228;ne der Parteif&#252;hrung der Mitgliederschaft zu erkl&#228;ren und f&#252;r Unterst&#252;tzung zu werben. Und das k&#246;nnte f&#252;r Guttenberg selbst gef&#228;hrlich werden. Das erste mal in seiner politischen Karriere erarbeitet er ein Konzept von enormer Tragweite und bringt nicht nur Vorschl&#228;ge nach dem Gusto der Tagesmeinung &#8211; und schon k&#246;nnte er sich mit seiner eigenen Partei verkrachen.</p>
<p><em>Bild: flickr <a href="http://www.flickr.com/photos/augustinfotos/">Bundeswehr-Fotos</a></em></p>
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		<title>Guttenbergs Krieg</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/11/03/guttenbergs-krieg/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 11:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[Krieg]]></category>

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		<description><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg hat es in den vergangenen Monaten zu einer erstaunlichen Beliebtheit in der Bev&#246;lkerung gebracht. Auch im Politbarometer kurz nach der Wahl steht er mit 2,3 Punkten als beliebtester Spitzenpolitiker ganz vorne, gleich vor Merkel. Diese Beliebtheit hat er nicht zuletzt seiner viel zitierten Standhaftigkeit in Sachen Opel zu verdanken. Dabei wird gern &#252;bersehen, dass er eigentich als Wirtschaftsminister kaum noch Arbeit zu erledigen hatte so kurz vor der Bundestagswahl und das vor allem seine Expertise zu R&#252;sselsheimer Finanzfragen ungeh&#246;rt verhallen w&#252;rde.  <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/11/03/guttenbergs-krieg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Karl-Theodor zu Guttenberg hat es in den vergangenen Monaten zu einer erstaunlichen Beliebtheit in der Bev&#246;lkerung gebracht. Auch im <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/875864?inPopup=true">Politbarometer kurz nach der Wahl</a> steht er mit 2,3 Punkten als beliebtester Spitzenpolitiker ganz vorne, gleich vor Merkel. Diese Beliebtheit hat er nicht zuletzt seiner viel zitierten Standhaftigkeit in Sachen Opel zu verdanken. Dabei wird gern &#252;bersehen, dass er eigentich als Wirtschaftsminister kaum noch Arbeit zu erledigen hatte so kurz vor der Bundestagswahl und das vor allem seine Expertise zu R&#252;sselsheimer Finanzfragen ungeh&#246;rt verhallen w&#252;rde. </strong></p>
<h2>Insolvenz-Forderung ohne Nebenwirkungen</h2>
<p>Genau das war Guttenberg aber klar. Seine Aussage, man m&#252;sse bei Opel auch an eine <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,627791,00.html">geordnete Insolvenz</a> denken, war darauf kalkuliert, nicht ber&#252;cksichtigt zu werden. Es war gewisserma&#223;en ein PR-Gag, dass Guttenberg den Ordnungspolitiker im Stangenanzug mimte.</p>
<p>Und weil der Trick so gut aufging, versucht er ihn als Bundesminister der Verteidigung gleich nochmal. Die Tage w&#228;hrend der Koalitionsverhandlungen mag er schon dar&#252;ber nachgedacht haben, wie er dem von Franz-Josef Jung so bedeutungslos gemachten Amt zu neuem Glanz verhelfen k&#246;nne. Immerhin befindet sich die Bundeswehr nicht gerade in einer einfachen Situation. Das Arbeitsprofil zeigt schon lange, dass die Bundeswehr den Weg von Verteidigungsarmee zu einer professionellen Krisenarmee beschreitet. Nun kommt auch eine erste Reform der Wehrpflicht und suggeriert ein baldiges Ende der Zwangsrekrutierung.</p>
<h2>Jung und Guttenberg trennt das K-Wort</h2>
<p>Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist in der Bev&#246;lkerung nicht beliebt. Michael Spreng <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=2345">sieht Guttenbergs Handlungsspielraum</a> daher auch sehr beengt:</p>
<blockquote><p>Als Verteidigungsminister kann zu Guttenberg schnell seine bisher erworbene Beliebtheit verlieren. Er hat  nur eine Chance, ein popul&#228;rer Verteidigungsminister zu werden, allerdings nur eine einzige: er muss die deutschen Soldaten aus Afghanistan zur&#252;ckholen oder zumindest einen realistischen, zeitlich &#252;berschaubaren Plan f&#252;r ihre R&#252;ckkehr entwickeln. Dann h&#228;tte er seine Meisterpr&#252;fung bestanden.</p></blockquote>
<p>Doch der clevere Bayer scheint einen Ausweg gefunden zu haben, wie er seine Beliebtheit sichern und sogar steigern kann, ohne gleich verbindlich werden zu m&#252;ssen. Der Focus schreibt:</p>
<blockquote><p>Gleich mit seinem ersten Interview hat sich Guttenberg darauf eingestellt. „Ich selbst verstehe jeden Soldaten, der sagt: In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausl&#228;ndischen Streitkr&#228;ften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder get&#246;tet werde“, sagte der CSU-Politiker der „Bild-Zeitung“. Der Eindruck, den der Verteidigungsminister damit vermitteln wollte, ist klar: Wo sein Vorg&#228;nger Franz Josef Jung das „K-Wort“ sorgf&#228;ltig vermied und auf juristische Probleme mit dem V&#246;lkerrecht verwies, redet Guttenberg Klartext.</p></blockquote>
<h2>Beliebt werden ohne Substanz</h2>
<p>Die einfachste Art, sich zu Afghanistan zu positionieren ohne wirklich Position zu beziehen hat Guttenberg deutlich gezeigt: Lasst uns erstmal von Krieg reden. Die Bundesregierung weigerte sich ja bisher konsequent, den Einsatz in Afghanistan als Krieg zu bezeichnen &#8211; was zwar v&#246;lkerrechtlich korrekt sein d&#252;rfte, aber weit am Empfinden  der B&#252;rger vorbei geht.</p>
<p>Als lachender Dritte steht mal wieder Guttenberg da, der im &#8220;Leitmedium BILD&#8221; den Deutschen aus der Seele spricht, ohne Handeln zu m&#252;ssen.</p>
<p><em>Bild: flickr <a href="http://www.flickr.com/photos/michael-panse-mdl/"><strong>Michael Panse MdL</strong></a></em></p>
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		<title>Wer hat Angst vorm schwarzen Baron?</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/07/05/wer-angst-vorm-schwarzen-baron/</link>
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		<pubDate>Sun, 05 Jul 2009 17:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[CSU]]></category>
		<category><![CDATA[Frank-Walter Steinmeier]]></category>
		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>

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		<description><![CDATA[Und schon ist es passiert, Karl-Theodor von und zu Guttenberg ist zweitbeliebtester Politiker Deutschlands und reiht sich damit direkt hinter jedermanns Liebling Merkel ein. Ein harter Schlag f&#252;r Frank-Walter Steinmeier, der… <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/07/05/wer-angst-vorm-schwarzen-baron/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Und schon ist es passiert, Karl-Theodor von und zu Guttenberg ist <a href="http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend714.html">zweitbeliebtester Politiker</a> Deutschlands und reiht sich damit direkt hinter jedermanns Liebling Merkel ein. Ein harter Schlag f&#252;r Frank-Walter Steinmeier, der diesen Aufstieg Guttenbergs mit einem erneuten Verlust in der Gunst der B&#252;rger erst erm&#246;glichte.</strong></p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/07/deutschlandtrend.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-3801" title="deutschlandtrend" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/07/deutschlandtrend-300x212.jpg" alt="deutschlandtrend" width="300" height="212" /></a>Es ist eine absurde Situation, dass CDU und CSU gleich zwei Politiker in ihren Reihen haben, mit deren Arbeit die Bev&#246;lkerung zufriedener ist als mit der des SPD-Spitzenkandidaten Steinmeier. Immerhin ist Steinmeier nicht nur Wahlk&#228;mpfer, sondern auch Au&#223;enminister in der Regierung Merkel. Das Amt geh&#246;rt traditionell sicher nicht zu den am meisten kritisierten im Kabinett, bleibt aber auch gerade bei erfolgreicher Arbeit oft im Hintergrund. Nicht zuletzt trifft das auf Steinmeier zu, weil sich Angela Merkel geschickt als G8- und Europakanzlerin zu inszenieren versteht. Da bleibt f&#252;r den Sozialdemokraten eigentlich nur noch das H&#228;ndesch&#252;tteln und Geiselkrisen bew&#228;ltigen.</p>
<p>Harald Schoen spricht von einem <a href="http://blog.zeit.de/wahlen-nach-zahlen/2009/07/03/vom-hindukusch-an-die-wahlurne-der-afghanistan-einsatz-und-die-wahl-2009_1431">Desinteresse der Bev&#246;lkerung</a> f&#252;r au&#223;enpolitische Themen, wenn diese nicht emotional pr&#228;sentiert werden:„Viele B&#252;rger schenken der Au&#223;enpolitik h&#228;ufig keine allzu gro&#223;e Aufmerksamkeit. […] Innenpolitische Themen liegen f&#252;r viele B&#252;rger wesentlich n&#228;her. Daher gelten au&#223;enpolitische Fragen f&#252;r die innenpolitische Meinungsbildung im allgemeinen und f&#252;r Wahlverhalten im besonderen als nicht allzu bedeutsam.“ Zuletzt sei dies bei Gerhard Schr&#246;der anders gewesen: „Schr&#246;der gelang es offenbar, den B&#252;rgern die Wichtigkeit des Irak-Themas vor Augen zu f&#252;hren und sie dabei auch emotional anzusprechen.“ Emotionalit&#228;t ist nicht gerade Steinmeiers St&#228;rke.</p>
<p>Ganz anders kommt da der smarte Baron bei den W&#228;hlern an und verkauft sogar das vorsichtige Mahnen f&#252;r eine Insolvenz wundersam publikumstauglich. Als scheinbar letzter Verfechter marktwirtschaftlicher Prinzipien f&#252;hrt er die SPD und ihre unglaubw&#252;rdigen Heilsversprechen f&#252;r jedes angeschlagene Unternehmen an der langen Leine durch die Manege.</p>
<p>Unbestreitbar ist Guttenberg ein politisches Talent, wie es Deutschland schon seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Er hat das ihm zur Verf&#252;gung stehende halbe Jahr als Wirtschaftsminister f&#252;r einen rasanten Aufstieg genutzt. Die meisten fachlichen Entscheidungen waren, so kurz vor der Bundestagswahl, schon getroffen und die Krisen von Opel und Arcandor boten Gelegenheiten, die ihm kaum g&#252;nstiger zufallen konnten. Vor nicht mal einem halben Jahr war er noch Generalsekret&#228;r der CSU, weitere 4 Monate zuvor nur einfacher Bundestagsabgeordneter aus Franken. Und jetzt? Heute sprechen ihm bereits die ersten G&#246;nner die M&#246;glichkeit zu, eines Tages deutscher <a href="http://blockschrift.blogg.de/eintrag.php?id=8">Bundeskanzler zu werden</a> – die WELT sieht in ihm glatt einen <a href="http://www.welt.de/die-welt/article3960326/Wie-viel-Markt-wagt-die-Union-noch.html">kleinen Obama</a>.</p>
<p>Dabei steht Guttenberg nicht wie Obama f&#252;r einen inhaltlichen Wechsel, f&#252;r eine Idee und deren Verwirklichung mit aller Kraft. Guttenberg repr&#228;sentiert vielmehr einen Charakterzug der CSU, den manche wohl als Wetterwendigkeit bezeichnen w&#252;rden, andere als Flexibilit&#228;t oder Anpassungsf&#228;higkeit. Es kann niemanden verwundern, dass es der junge Baron war, der j&#252;ngst den <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/85/472608/text/">Apologeten f&#252;r eine schwarz-gr&#252;ne Ann&#228;herung </a>auch auf Bundesebene spielte.</p>
<p>Auf sonderbare Art und Weise wirkt der bayrische Baron dabei ein bisschen wie Gerhard Schr&#246;der, der als pragmatischer Politiker und gekonnter Dompteur der Medienlandschaft ebenfalls nicht f&#252;r gro&#223;e Hoffnungen stand.</p>
<p>Es ist nur ein halber Obama, den unser Wirtschaftsminister darstellen kann. Ein Obama, von dem man Idealismus und Visionen einfach abzieht, der aber mit dem verbleibenden Charisma und seiner &#220;berzeugungskraft immer noch alle &#252;berragt.</p>
<p>Aber w&#228;re es nicht gerade die andere Seite Obamas, die Deutschland jetzt br&#228;uchte?</p>
<p><em>Bilder: flickr <a href="http://www.flickr.com/photos/michael-panse-mdl/"><strong>Michael Panse MdL</strong></a>, ARD Deutschlandtrend</em></p>
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