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	<title>Homo Politicus &#187; Krieg</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Guttenbergs Krieg</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 11:28:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Afghanistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg]]></category>
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		<description><![CDATA[Karl-Theodor zu Guttenberg hat es in den vergangenen Monaten zu einer erstaunlichen Beliebtheit in der Bev&#246;lkerung gebracht. Auch im Politbarometer kurz nach der Wahl steht er mit 2,3 Punkten als beliebtester Spitzenpolitiker ganz vorne, gleich vor Merkel. Diese Beliebtheit hat er nicht zuletzt seiner viel zitierten Standhaftigkeit in Sachen Opel zu verdanken. Dabei wird gern &#252;bersehen, dass er eigentich als Wirtschaftsminister kaum noch Arbeit zu erledigen hatte so kurz vor der Bundestagswahl und das vor allem seine Expertise zu R&#252;sselsheimer Finanzfragen ungeh&#246;rt verhallen w&#252;rde.  <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/11/03/guttenbergs-krieg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Karl-Theodor zu Guttenberg hat es in den vergangenen Monaten zu einer erstaunlichen Beliebtheit in der Bev&#246;lkerung gebracht. Auch im <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/875864?inPopup=true">Politbarometer kurz nach der Wahl</a> steht er mit 2,3 Punkten als beliebtester Spitzenpolitiker ganz vorne, gleich vor Merkel. Diese Beliebtheit hat er nicht zuletzt seiner viel zitierten Standhaftigkeit in Sachen Opel zu verdanken. Dabei wird gern &#252;bersehen, dass er eigentich als Wirtschaftsminister kaum noch Arbeit zu erledigen hatte so kurz vor der Bundestagswahl und das vor allem seine Expertise zu R&#252;sselsheimer Finanzfragen ungeh&#246;rt verhallen w&#252;rde. </strong></p>
<h2>Insolvenz-Forderung ohne Nebenwirkungen</h2>
<p>Genau das war Guttenberg aber klar. Seine Aussage, man m&#252;sse bei Opel auch an eine <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,627791,00.html">geordnete Insolvenz</a> denken, war darauf kalkuliert, nicht ber&#252;cksichtigt zu werden. Es war gewisserma&#223;en ein PR-Gag, dass Guttenberg den Ordnungspolitiker im Stangenanzug mimte.</p>
<p>Und weil der Trick so gut aufging, versucht er ihn als Bundesminister der Verteidigung gleich nochmal. Die Tage w&#228;hrend der Koalitionsverhandlungen mag er schon dar&#252;ber nachgedacht haben, wie er dem von Franz-Josef Jung so bedeutungslos gemachten Amt zu neuem Glanz verhelfen k&#246;nne. Immerhin befindet sich die Bundeswehr nicht gerade in einer einfachen Situation. Das Arbeitsprofil zeigt schon lange, dass die Bundeswehr den Weg von Verteidigungsarmee zu einer professionellen Krisenarmee beschreitet. Nun kommt auch eine erste Reform der Wehrpflicht und suggeriert ein baldiges Ende der Zwangsrekrutierung.</p>
<h2>Jung und Guttenberg trennt das K-Wort</h2>
<p>Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist in der Bev&#246;lkerung nicht beliebt. Michael Spreng <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=2345">sieht Guttenbergs Handlungsspielraum</a> daher auch sehr beengt:</p>
<blockquote><p>Als Verteidigungsminister kann zu Guttenberg schnell seine bisher erworbene Beliebtheit verlieren. Er hat  nur eine Chance, ein popul&#228;rer Verteidigungsminister zu werden, allerdings nur eine einzige: er muss die deutschen Soldaten aus Afghanistan zur&#252;ckholen oder zumindest einen realistischen, zeitlich &#252;berschaubaren Plan f&#252;r ihre R&#252;ckkehr entwickeln. Dann h&#228;tte er seine Meisterpr&#252;fung bestanden.</p></blockquote>
<p>Doch der clevere Bayer scheint einen Ausweg gefunden zu haben, wie er seine Beliebtheit sichern und sogar steigern kann, ohne gleich verbindlich werden zu m&#252;ssen. Der Focus schreibt:</p>
<blockquote><p>Gleich mit seinem ersten Interview hat sich Guttenberg darauf eingestellt. „Ich selbst verstehe jeden Soldaten, der sagt: In Afghanistan ist Krieg, egal, ob ich nun von ausl&#228;ndischen Streitkr&#228;ften oder von Taliban-Terroristen angegriffen, verwundet oder get&#246;tet werde“, sagte der CSU-Politiker der „Bild-Zeitung“. Der Eindruck, den der Verteidigungsminister damit vermitteln wollte, ist klar: Wo sein Vorg&#228;nger Franz Josef Jung das „K-Wort“ sorgf&#228;ltig vermied und auf juristische Probleme mit dem V&#246;lkerrecht verwies, redet Guttenberg Klartext.</p></blockquote>
<h2>Beliebt werden ohne Substanz</h2>
<p>Die einfachste Art, sich zu Afghanistan zu positionieren ohne wirklich Position zu beziehen hat Guttenberg deutlich gezeigt: Lasst uns erstmal von Krieg reden. Die Bundesregierung weigerte sich ja bisher konsequent, den Einsatz in Afghanistan als Krieg zu bezeichnen &#8211; was zwar v&#246;lkerrechtlich korrekt sein d&#252;rfte, aber weit am Empfinden  der B&#252;rger vorbei geht.</p>
<p>Als lachender Dritte steht mal wieder Guttenberg da, der im &#8220;Leitmedium BILD&#8221; den Deutschen aus der Seele spricht, ohne Handeln zu m&#252;ssen.</p>
<p><em>Bild: flickr <a href="http://www.flickr.com/photos/michael-panse-mdl/"><strong>Michael Panse MdL</strong></a></em></p>
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