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	<title>Homo Politicus &#187; Kultusministerkonferenz</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Kultusminister-Konferenz als Leuchtturm</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 09:52:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
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		<description><![CDATA[<strong> In Wien diskutiert man mittlerweile &#252;ber ein selbstgew&#228;hltes Ende der Besetzung, in Gie&#223;en vor unserer Haust&#252;r wurden fast alle besetzten Geb&#228;ude wieder f&#252;r den Seminarbetrieb ge&#246;ffnet. Wir stellen dazu</strong>&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> In Wien diskutiert man mittlerweile &#252;ber ein selbstgew&#228;hltes Ende der Besetzung, in Gie&#223;en vor unserer Haust&#252;r wurden fast alle besetzten Geb&#228;ude wieder f&#252;r den Seminarbetrieb ge&#246;ffnet. Wir stellen dazu Fragen an Dr. Christoph Bieber von der Uni Gie&#223;en: Ist nun das Ende der Bildungsstreiks gekommen?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Das h&#228;ngt vermutlich stark vom Standort ab – dass man <a href="http://www.alm.at/2009/12/06/kurzpladoyer-fur-eine-unibrennt-abschlussparty/">in Wien nun gezielt &#252;ber ein „aktives“, bzw. selbst bestimmtes Ende diskutiert</a>, ist nur logisch, schlie&#223;lich dauert die Besetzung dort nun ja auch schon f&#252;nfzig Tage und man wandelt dort t&#228;glich am Rande des Abbruchs durch externe Eingriffe. Auch Gie&#223;en hat nun bereits drei Streikwochen hinter sich, aber es gibt immer noch Universit&#228;ten, an denen die Aktionen noch relativ „frisch“ sind. Und: an manchen Orten bieten sich unmittelbare Ansatzpunkte, die den Protest zus&#228;tzlich anheizen k&#246;nnen wie zuletzt die Rektorenkonferenz in Leipzig.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/giessenerklaertsich.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignright size-medium wp-image-4964" title="giessenerklaertsich" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/giessenerklaertsich-300x154.jpg" alt="giessenerklaertsich" width="300" height="154" /></a></p>
<p><strong>Fast jede deutsche Hochschule war besetzt oder wurde Schauplatz von Demonstrationen. Ist aber der Protest nicht immer noch gewisserma&#223;en intern und nicht &#246;ffentlich sichtbar? Wie &#246;ffentlichkeitswirksam war bzw. ist der Bildungsstreik wirklich?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Auch hier gilt: der Protest war je nach Streikort unterschiedlich gut sichtbar. Selbst wenn der besetzte Campus – wie zum Beispiel in Gie&#223;en – eher stadtausw&#228;rts liegt, so machten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=nlTIiGxaoQs">Demonstrationsz&#252;ge durch die Innenstadt</a> oder zentrale Aktionen vor dem Uni-Hauptgeb&#228;ude die Stimmung sichtbar. In den alten Medien war der Bildungsstreik ebenfalls gut pr&#228;sentiert: es gab zahlreiche Aufmacher, Reportagen oder Kommentare in den Printmedien und auch einige TV-Sendungen zum Thema wurden produziert, medial am prominentesten verhandelt wurden die Proteste wohl im Sonntagstalk bei Anne Will. Dass die neuen Medien einen erheblichen Teil zur Sichtbarkeit beigetragen haben – dar&#252;ber m&#252;ssen wir hier im Blog wohl nicht weiter reden.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/kmknachsitzende.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4957" title="kmknachsitzende" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/kmknachsitzende-300x161.jpg" alt="kmknachsitzende" width="300" height="161" /></a></p>
<p><strong>Am 10. Dezember tagt in Bonn die Kultusministerkonferenz. Studierende und Sch&#252;ler aus ganz Deutschland haben eine Blockade der Sitzung angek&#252;ndigt und wollen so die <a href="http://www.kmk-nachsitzen.de/">Minister zum „Nachsitzen“ verdonnern</a>. Kann eine solch zielgerichtete, gemeinsame Aktion einen anderen Eindruck bei Politikern und Hochschulen hinterlassen als zahlreiche, aber lokale Proteste?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Die KMK in Bonn steht auch wegen des „g&#252;nstigen“ Termins auf halbem Weg bis Weihnachten im Fokus der Proteste – in einer Phase, in der es zunehmend schwieriger wird, die Proteste aufrecht zu erhalten, kommt ein solcher Leuchtturm-Event gerade rechtzeitig. Insofern haben die Aktionen auch schon vor ihrer Durchf&#252;hrung am Donnerstag eine Wirkung gehabt, n&#228;mlich als zus&#228;tzlicher Motivationsschub.</p>
<p><strong>Wie kann ein solch g&#252;nstiges &#8220;Leuchtturm-Event&#8221; denn in der Praxis aussehen und vor allem: Wie kann es sich auch online manifestieren?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Spannend k&#246;nnte nun sein, inwiefern die Aktionen in Bonn f&#252;r eine „Leistungsschau“ der studentischen Protestkultur genutzt werden. Durch die massive Darstellung und Vernetzung der Proteste im Netz gibt es viele „best practices“, die man nun nocheinmal auf einer gro&#223;en B&#252;hne pr&#228;sentieren kann. Das gilt nicht nur f&#252;r Aktionen vor Ort wie etwa die „Bolognaleichen“-Flashmobs, sondern auch f&#252;r die mediale Begleitung mit Livestreams, Twitpics oder via Weblogs und schlie&#223;lich die Archivierung des Materials etwa mit Web-Dokumentationen und Video-Reportagen.</p>
<p><strong>Noch einmal zur&#252;ck nach Gie&#223;en. In den letzten drei Wochen wurde in den besetzten Seminarr&#228;umen an einem Forderungskatalog gearbeitet, der nun als „Gie&#223;ener Erkl&#228;rung“ beschlossen und &#252;bergeben wurde. Der designierte Pr&#228;sident k&#252;ndigte heute in einem Rundschreiben an, man wolle eine „Monitoring-Gruppe“ aus Studierenden und Mitarbeitern einrichten. Glauben Sie, dass die Studierenden weiter Druck aus&#252;ben k&#246;nnen, um die Durchsetzung sicher zu stellen?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>In der Tat, mit der Erfahrung des mehrw&#246;chigen Protests und der „Gie&#223;ener Erkl&#228;rung“ im R&#252;cken gehen die Studierenden gest&#228;rkt und auch zus&#228;tzlich „legitimiert“ in die nun anstehende Gremienarbeit. Man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass die Studierenden auch bislang schon in solchen Gremien vertreten waren, jedoch nicht immer s&#228;mtliche M&#246;glichkeiten zur Mitwirkung ausgesch&#246;pft worden sind. Ganz sicher ist nun jedoch auf Seiten der Lehrenden eine h&#246;here Sensibilit&#228;t f&#252;r die Belange der Studierenden gegeben – die vielen Solidarit&#228;tsbekundungen kamen ja nicht von ungef&#228;hr, denn auch aus der Sicht der Hochschulpersonals bietet der Bologna-Prozess in seiner aktuellen Auspr&#228;gung reichlich Anlass zur Kritik.</p>
<h2>    </h2>
<p><em>Dr. Christoph Bieber ist wissenschaftlicher Assistent an der JLU Gie&#223;en und besch&#228;ftigt sich mit den Auswirkungen der Neuen Medien auf politische und gesellschaftliche Prozesse. Zu seinen Ver&#246;ffentlichungen z&#228;hlen unter anderem Publikationen zum Thema Online-Wahlkampf, die Zukunft der Mediendemokratie und Interaktivit&#228;t. Dr. Bieber betreibt das Blog <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/internetundpolitik.wordpress.com');" href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank">Internet und Politik</a>.</em></p>
<p><em>Bilder: Screenshots <a href="http://www.kmk-nachsitzen.de/">KMK nachsitzen</a> und YouTube <a href="http://www.youtube.com/user/Giessenstreikt">Giessenstreikt</a></em></p>
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