<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Homo Politicus &#187; Minarett</title>
	<atom:link href="http://www.homopoliticus.de/tag/minarett/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.homopoliticus.de</link>
	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 02 Feb 2012 10:52:48 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.2.1</generator>
		<item>
		<title>Ich bin Deutschland. Ich bin Muslim.</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/12/14/ich-bin-deutschland-ich-bin-muslim/</link>
		<comments>http://www.homopoliticus.de/2009/12/14/ich-bin-deutschland-ich-bin-muslim/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Dec 2009 13:19:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tamim Swaid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Minarett]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Volksabstimmung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.homopoliticus.de/?p=5028</guid>
		<description><![CDATA[Seit 31 Jahren wird mir beim ersten Kennenlernen immer wieder die gleiche Frage gestellt. &#8220;Woher kommst du?&#8221; Auch wenn es nicht so gemeint ist, impliziert diese Frage immer auch ein&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 31 Jahren wird mir beim ersten Kennenlernen immer wieder die gleiche Frage gestellt. &#8220;Woher kommst du?&#8221; Auch wenn es nicht so gemeint ist, impliziert diese Frage immer auch ein &#8220;Du bist keiner von uns&#8221;. Und ich habe die Frage immer mit: &#8220;Aus Syrien&#8221; beantwortet, da wo meine beiden Eltern herkommen. Ich war halt Ausl&#228;nder. So war sie halt meine Welt. Ich bin mit dem Stempel, den man mir aufgedr&#252;ckt hat, klargekommen. 26 Jahre lang. Dann bin ich mit 26 Jahren das erste Mal in Syrien gewesen. Ich habe das Land und die Menschen dort sch&#228;tzen und lieben gelernt. Die Syrer sind sehr kontaktfreudige Menschen. Innerhalb von 4 Wochen hatte ich 60 neue Nummern in meinem Handy. Aber obwohl mich die Menschen dort herzlich aufgenommen haben, habe ich f&#252;r mich festgestellt: &#8220;Ich bin kein Syrer.&#8221; Auch wenn dort ein Teil meiner Familie lebt, ist das nicht meine Heimat. Ich bin in Aachen geboren und gro&#223;geworden. Meine Heimat hei&#223;t Deutschland.</p>
<p>Seit dem ich das f&#252;r mich erkannt habe, lautet meine Antwort auf die Frage: &#8220;Woher kommst du?&#8221; immer &#8220;Aus Deutschland&#8221;. Verdutzte Gesichter sind zumeist die Reaktion: &#8220;Achso… ja aber ich meine… also deine Eltern&#8221;. &#8220;Die sind beide Deutsche&#8221;. &#8220;Ja, gut aber ich meine… also urspr&#252;nglich…&#8221;</p>
<p>Ich bin Deutscher. Aachen ist meine Heimatstadt und Deutschland ist meine Heimat. Ich bin seit 31 Jahren Teil dieser Gesellschaft. Ich fiebere in der WM mit der deutschen Nationalmannschaft mit. Wenn ich die Bilder der Deutschen Einheit sehe, kommen mir die Tr&#228;nen. Ich w&#228;hle hier. Ich lebe hier. Ich arbeite hier. Und ich habe meine Mutter hier begraben.</p>
<p>Auch wenn meine Antwort &#8220;Aus Deutschland&#8221; meist nicht erwartet wird, hat man scheinbar kein Problem damit.</p>
<p>Es ist aber nun des Schicksals F&#252;gung, dass ich auch noch Muslim bin. Und meine Religion ist ein Teil von mir. Ein sehr intimer Teil sogar. Und ein Teil meiner Religion ist die Moschee. Und genauso wie ich zu Deutschland geh&#246;re, geh&#246;rt meine Moschee zu Deutschland. Inklusive Minarett.</p>
<p>In Syrien stehen Kirchen, die knapp 2000 Jahre alt sind. Inklusive Kirchturm. Sie geh&#246;ren so zum Stadtbild, wie die Christen zu Syrien geh&#246;ren. In Syrien gibt es sogar drei D&#246;rfer (eines davon ist <a href="http://www.pervan.de/reiseberichte/Bild*Maloula_*33758">Maloula</a>), die immer noch Aram&#228;isch sprechen, die Sprache, die Jesus sprach.</p>
<p>Durch den Volksentscheid in der Schweiz und die dadurch losgetretenen Debatten in Deutschland sp&#252;rt man es jedoch wieder… dieses Unterschwellige: &#8220;Du bist keiner von uns&#8221;.<br />
&#8220;Du darfst deine Moschee ja bauen, aber das Minarett passt mir nicht. Es st&#246;rt einfach. Ich m&#246;chte es nicht sehen.&#8221; Das Minarett, was man aber verbieten will, ist ein Teil meiner Moschee, ein Teil meiner Religion und ein Teil meiner Identit&#228;t. Wer meine Moschee aber nicht sehen will, der will auch mich nicht. Das ist die Botschaft, die bei mir ankommt. Die Aussage &#8220;Du darfst deine Moschee doch bauen, aber nur ohne Minarett&#8221; ist gleichzusetzen mit der Aussage &#8220;Ich mag Ausl&#228;nder, aber nur nicht ihre Hautfarbe&#8221;</p>
<p>Menschen, die aus welchem Grund auch immer, ein Land verlassen und in ein neues Zuhause ziehen, bringen das, was ihnen am wichtigsten ist, mit. Nach der Familie ist das ihre Religion. Das haben Menschen schon immer getan. &#220;berall auf der Welt. Wer diese Mitbringsel nicht respektieren will, der respektiert den Menschen nicht. Und wer Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihrer Religion nicht respektiert, der tr&#228;gt rechtes Gedankengut in sich, auch wenn er sich das nicht selbst eingestehen will.</p>
<p><em>Tamim Swaid ist 31 Jahre alt und lebt  in Aachen. Er ist User Interface Designer und Gr&#252;nder des Startups <a href="http://www.cobocards.com/">CoboCards.com</a>. F&#252;r uns hat er <a href="http://carta.info/20194/medienhype-um-minarette/#comment-7935">seinen Kommentar bei CARTA</a> auf <a href="http://carta.info/20194/medienhype-um-minarette/#comment-7935">Stephan Russ-Mohls &#8220;Medienhype um Minarette&#8221;</a> zu einem Gastbeitrag erweiter.<br />
</em></p>
<p><em>Bild: Minarett in Rendsburg, flickr by <a href="http://www.flickr.com/photos/akifsahin/"><strong>sahinakif</strong></a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.homopoliticus.de/2009/12/14/ich-bin-deutschland-ich-bin-muslim/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>17</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Liberale und Integration</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/12/10/liberale-und-integration/</link>
		<comments>http://www.homopoliticus.de/2009/12/10/liberale-und-integration/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 10 Dec 2009 13:45:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Hessen]]></category>
		<category><![CDATA[Jörg-Uwe Hahn]]></category>
		<category><![CDATA[Minarett]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Volksentscheid]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.homopoliticus.de/?p=4994</guid>
		<description><![CDATA[Zwei Zitate, die ich nur kurz gegen&#252;ber stellen m&#246;chte. Zuerst der hessische Integrationsminister <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/home/index.jsp?key=standard_document_38429435&#38;jmpage=1&#38;type=v&#38;rubrik=52123&#38;jm=1&#38;mediakey=fs/allgemein/20091210_integration_hahn_fdp">J&#246;rg-Uwe Hahn (FDP) in der heutigen aktuellen Stunde</a> des hessischen Landtags zum Schweizer Volksentscheid &#252;ber Minarette:&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Zitate, die ich nur kurz gegen&#252;ber stellen m&#246;chte. Zuerst der hessische Integrationsminister <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/home/index.jsp?key=standard_document_38429435&amp;jmpage=1&amp;type=v&amp;rubrik=52123&amp;jm=1&amp;mediakey=fs/allgemein/20091210_integration_hahn_fdp">J&#246;rg-Uwe Hahn (FDP) in der heutigen aktuellen Stunde</a> des hessischen Landtags zum Schweizer Volksentscheid &#252;ber Minarette:</p>
<blockquote><p>Wir alle sind klug beraten, wenn wir uns mit dem Ergebnis ernsthaft und ergebnisoffen auseinandersetzen, wenn wir erfahren und erkennen, dass die Schweizer Bev&#246;lkerung ganz offensichtlich entsprechende &#196;ngste artikuliert hat und ich glaube wir sind klug beraten, wenn wir daraus &#8211; sowohl in der Art der der Auseinandersetzung als auch in der praktischen Arbeit &#8211; politische Konsequenzen ziehen.</p>
<p>Ich glaube wir sind gut beraten, uns des Ergebnisses dieser Entscheidung etwas intensiver und vorurteilsfreier zu widmen. Ist es klug, von einem sch&#228;ndlichen Ergebnis zu sprechen? Ich glaube, es ist nicht klug. Es zeit n&#228;mlich, dass man da nicht ergebnisoffen herangeht, sondern wieder mit den selben Scheuklappen, die mit Ursache daf&#252;r sind, dass es so viel &#196;ngste in der Gesellschaft gibt. Wir l&#246;sen doch nicht Angst damit, dass wir deren Ursachen tabuisieren, oder es als sch&#228;ndlich beschreiben.</p></blockquote>
<p>Diesen &#196;u&#223;erungen nachstellen m&#246;chte ich einen <a href="http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/FDP;art141,2970528">Kommentar von Malte Lehming im Tagesspiegel</a> unter dem Titel <strong>Bist du liberal? Oder in der FDP? Freiheiten und Grundrechte haben immer weniger F&#252;rsprecher</strong>.</p>
<blockquote><p>Es folgt die Religionsfreiheit. Auch sie ist ein Menschenrecht, muss als solches vom Staat garantiert werden und hat Vorrang selbst vor demokratisch herbeigef&#252;hrten Entscheidungen. Wie kommt es dann, dass der deutsche Au&#223;enminister, angeblich ein Liberaler, nach dem Schweizer Minarettbauverbotsreferendum nicht etwa dieses bedauerte, sondern meinte, die Schweizer in Schutz nehmen zu m&#252;ssen? Und warum h&#246;ren wir nichts von FDPlern, wenn zum Beispiel christliche Missionarinnen im Jemen ermordet werden? Da kneifen sie. Und so wirkt es wie Hohn, dass sie jetzt gar einen eigenen Menschenrechtsbeauftragten stellen wollen.</p></blockquote>
<p><em>Bild: Screenshot <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/home/index.jsp?key=standard_document_38429435&amp;jmpage=1&amp;type=v&amp;rubrik=52123&amp;jm=1&amp;mediakey=fs/allgemein/20091210_integration_hahn_fdp">hr-online</a></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.homopoliticus.de/2009/12/10/liberale-und-integration/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Angst vor dem Minarett</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/12/03/angst-vor-dem-minarett/</link>
		<comments>http://www.homopoliticus.de/2009/12/03/angst-vor-dem-minarett/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 13:21:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[CDU]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Plasberg]]></category>
		<category><![CDATA[Islam]]></category>
		<category><![CDATA[Minarett]]></category>
		<category><![CDATA[Moschee]]></category>
		<category><![CDATA[Schweiz]]></category>
		<category><![CDATA[Volksabstimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Bosbach]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.homopoliticus.de/?p=4948</guid>
		<description><![CDATA[

Was mit der Abstimmung in der  Schweiz losgetreten  wurde ist eine Diskussion, die nicht jedem schmeckt, die aber offenbar umso n&#246;tiger gef&#252;hrt werden muss. In den vergangenen Tagen habe ich… <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/12/03/angst-vor-dem-minarett/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was mit der Abstimmung in der  Schweiz losgetreten  wurde ist eine Diskussion, die nicht jedem schmeckt, die aber offenbar umso n&#246;tiger gef&#252;hrt werden muss. In den vergangenen Tagen habe ich ganz pers&#246;nlich mit meinen Familienmitgliedern so ausf&#252;hrlich und erhitzt &#252;ber ein Thema diskutiert, das sie schon lange besch&#228;ftigt und das ich aus eigener &#220;berzeugung als zu wenig relevant angesehen habe.</strong></p>
<p>Beim abendlichen Anschauen von Frank Plasbergs Diskussion &#252;ber das Minarett-Verbot in der Schweiz war erstaunliches zu beobachten. Es war erneut der trotzige Wolfgang Bosbach, der die &#196;ngste in der Gesellschaft am deutlichsten symbolisieren konnte. Bosbach ist ja beileibe kein unerfahrener Politiker, der auch schon zahlreiche positive Begegnungen mit Moslems hatte und auch von diesen berichtet. Doch die Angst und Verunsicherung, die schon fast aus seinen Augen hervorleuchtete, war nicht zu &#252;bersehen. Worum aber geht es dieser gro&#223;en Mehrheit in unserer, aber auch der Schweizer Gesellschaft?</p>
<h2>Minarette sind nicht das Problem</h2>
<p>Es kann nur schwerlich der Bau von Minaretten an sich sein. Unabh&#228;ngig von der Frage, ob es etwas in der Verfassung eines Landes zu regeln gilt, das eigentlich mehr die st&#228;dtischen Bauordnungen betrifft, muss es doch um weit mehr gehen. Die Schweizer haben mit ihrem Protestwahlgang mehr eine Meinungs&#228;u&#223;erung abgegeben, als das tats&#228;chlich ein praktikables Gesetz hervor gegangen w&#228;re. Man muss sich nur verdeutlichen, dass nach der nun beschlossenen Regelung die repr&#228;sentativste, sch&#246;nste und gr&#246;&#223;te Moschee gebaut werden darf – nur auf einen Turm an ihrer Seite muss sie verzichten.</p>
<p>In Deutschland ist der Bau von Minaretten weit weniger umstritten, als die kurzfristigen Befragungen der sensationsgierigen Fernsehprogramme das vermuten lassen. Kaum jemand wir das oben beschriebene Szenario eines repr&#228;sentativen Moscheebaus gut hei&#223;en, solange auf das Minarett verzichtet wird. Eine wahrscheinlichere Stufe w&#228;re da schon gleich der ganze Moscheebau an sich. Ein Blick ins Detail zeigt aber, wie aberwitzig auch diese Vorstellung anmuten muss. Denn es ist beileibe nicht so, dass es keine Moscheen in Deutschland g&#228;be. Sie sind vielmehr nicht als solche sichtbar. Problematisch wird hier nur die Manifestation in Form von orientalisch anmutender Architektur. Ein Lagerhaus in deutschem Einheitswei&#223; get&#252;ncht darf so viel Gebetsteppiche beherbergen, wie man sich das nur vorstellen kann.</p>
<h2>Verdr&#228;ngte S&#228;kularisierung</h2>
<p>Doch ich bin der Meinung, dass selbst eine solche Skepsis vor Moscheebauten nur ein Symptom ist und nicht die eigentliche Malaise. Michel Friedmann sprach gestern bei Plasberg von der Angst einer s&#228;kularisierten Gesellschaft vor dem Sakralen. Weil immer weniger Deutsche in eine Kirche oder Religionsgemeinschaft gehen, m&#252;ssten die sehr diszipliniert wirkenden Moslems bedrohlich wirken. Doch diese Analyse trifft nicht ann&#228;hernd das Problem. Vielmehr scheint die deutsche Gesellschaft nicht begriffen zu haben, dass und wie stark sie mittlerweile s&#228;kularisiert ist. Man begreift sich immer noch als christlich und kann nur so &#252;berhaupt einen Dualismus der Religionen, eine Konfrontation von Christentum und Islam in Deutschland annehmen.</p>
<p>W&#252;rde man dagegen begreifen, welch geringe Rolle die Religion im Alltagsleben der meisten Menschen spielt; w&#252;rde man sich verdeutlichen, wie viele Atheisten und Agnostiker es in unserem Land gibt: Man w&#228;re dennoch nicht am Kern des Problems angekommen. Was aber kann der Kern noch sein?</p>
<h2>Teil einer Kultur</h2>
<p>Der viel berufene Unterschied der Kulturen jedenfalls wohl kaum. Die deutsche Jugend zeigt das eindr&#252;cklich. Wer wei&#223; schon noch, welche Musik aus welchem Kulturraum kommt. Selbst in unserer provinziellen, kleinst&#228;dtischen Gegen sieht man auf den Jugendseiten der Tagesschau die Lieblingsmusik der Jugendlichen und Teenager, die auf Bushido ebenso abfahren wie auf Fler. Die beiden Rapper setzen bewusst auf die gleiche Musik. Doch w&#228;hrend Bushido eigentlich Moslem ist, betont Fler sein Deutschsein. Daran st&#246;ren wird sich niemand. Fakt ist doch, dass jeder in Deutschland lebende B&#252;rger, egal welcher Staatsangeh&#246;rigkeit, zwangsl&#228;ufig Teil einer gemeinsam entstehenden und sich immer wieder wandelnden Kultur ist.</p>
<p>In den Gespr&#228;chen mit meinen Eltern und Gro&#223;eltern kommt man irgendwann zu dem immer gleichen Punkt, den ich f&#252;r den entscheidenden halte. Das Bild von Moslems ist bei ihnen nicht durch pers&#246;nliche Erfahrungen gepr&#228;gt, sie kennen h&#246;chstens den t&#252;rkischen Reifenh&#228;ndler am Ortseingang. Mit einem Moslem, der seinen Glauben auslebt, sind sie noch nie in Kontakt geschweige denn in eine Diskussion gekommen. Nein, ihr Bild ist gepr&#228;gt von einer medialen Berichterstattung, die von Ehrenmorden und Genitalverst&#252;mmelung, von Zwangsverheiratungen und Kopftuchstreitigkeiten an Schulen bestimmt ist.</p>
<h2>Angst ums Recht</h2>
<p>Seltsam genug, dass es nicht kulturelle, religi&#246;se oder pers&#246;nliche Vorbehalte sind, sondern rechtliche. Denn ausgerechnet unser Rechtssystem ist das mit den geringsten Anpassungsschwierigkeiten. Nahezu alle Bereiche, die mit einem fundamental ausgelebten Islam Probleme aufwerfen k&#246;nnten, sind zweifelsfrei geregelt. Verfassungsfeindliche Tendenzen werden beobachtet und geahndet. Ehrenmorde und Frauenbeschneidung sind kein juristisches Streitthema, sondern klar bestimmt. Und Fragen nach Kopft&#252;chern und Schwimmunterrichtsbefreiung sind auf dem Weg dahin.</p>
<p>Was uns also fehlt, ist eine bewusste Zur&#252;ckstellung der rechtlichen Diskrepanzen und eine Betonung des gemeinsamen Lebens. Wir sind uns n&#228;her, als wir denken und es wird Zeit, dass wir einander begegnen.</p>
<p><em>Bild: flickr <strong><a href="http://www.flickr.com/photos/8944137@N07/"><strong>Grauer Mausling</strong></a></strong></em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.homopoliticus.de/2009/12/03/angst-vor-dem-minarett/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
<!-- WP Super Cache is installed but broken. The path to wp-cache-phase1.php in wp-content/advanced-cache.php must be fixed! -->
