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	<title>Homo Politicus &#187; StudiVZ</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Social Network Life</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 07:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Krohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<description><![CDATA[Bereits in zwei Artikeln haben wir uns in j&#252;ngster Zeit mit der Thematik der Sozialen Netzwerke auseinander gesetzt: "Zweiklassensystem im Internet" &#038; "Facebook als Bolognaplattfom". Zun&#228;chst haben wir dabei den Blick besonders auf die Situation in der Studierendenschaft gelenkt. Doch der „new culture clash on the internet”, wie Mercedes Bunz ihn nennt macht nicht vor der Welt au&#223;erhalb der Universit&#228;tshallen halt. <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/11/17/social-network-life/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits in zwei Artikeln haben wir uns in j&#252;ngster Zeit mit der Thematik der sozialen Netzwerke auseinander gesetzt: &#8220;<a href="http://www.homopoliticus.de/2009/07/26/zweiklassensystem-im-internet/">Zweiklassensystem im Internet</a>&#8221; &amp; &#8220;<a href="http://www.homopoliticus.de/2009/10/29/facebook-als-bolognaplattfom/">Facebook als Bolognaplattfom</a>&#8220;. Zun&#228;chst haben wir dabei den Blick besonders auf die Situation in der Studierendenschaft gelenkt. Doch der „new culture clash on the internet”, wie <a href="http://www.mercedes-bunz.de/archives/948">Mercedes Bunz</a> ihn nennt macht nicht vor der Welt au&#223;erhalb der Universit&#228;tshallen halt.</p>
<h3>Lokale Unterschiede</h3>
<p>In Deutschland wird dies insbesondere anhand der lokalen Unterschiede von sozialen Netzwerken deutlich. Beispiele hierf&#252;r sind die beiden Netzwerken <a href="http://www.lokalisten.de">Lokalisten</a> und <a href="http://www.wer-kennt-wen.de/">Wer-kennt-wen</a>. W&#228;hrend die Lokalisten sich vor allem in S&#252;ddeutschland etablieren konnten, hat Wer-kennt-wen insbesondere in Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen Mitglieder gefunden. Das hei&#223;t auf der einen Seite wird die Aufhebung der r&#228;umlichen Distanz durch das Internet gefeiert, auf der anderen Seite trifft man auf den genannten Plattformen insbesondere Personen, mit denen man auch mehr oder weniger regelm&#228;&#223;ig in realweltlichem Kontakt steht. In diesem Zusammenhang kann man beispielsweise bereits durch einen Umzug schnell vor dem Problem stehen auf Grund der Mitgliedschaft in einem extrem regional begrenzten Netzwerk nicht an der Diskussionen seiner Umgebung teilnehmen zu k&#246;nnen.</p>
<h3>Spezialnetzwerke</h3>
<p>Neben diesen regionalen Netzwerken sind jedoch noch weitaus mehr Spezialnetzwerke entstanden. Jedes Hobby oder Interessensgebiet hat sich einen eigenen Raum im Internet erobert. Das reicht von <a href="http://www.mycat.de/">mycat.de</a>, &#252;ber <a href="http://meinsport.de/">meinsport.de</a>, <a href="http://www.evangelisch.de/">evangelisch.de</a> bis <a href="http://www.grafiker.de/">grafiker.de</a>. Innerhalb dieser engumgrenzten Mikrokosmen kommunizieren Personen mit gleichen Interessensgebieten und Intensionen miteinander. Doch verhindern die harten Grenzen der Netzwerke eine Kommunikation zwischen den verschiedenen Gruppierungen.<br />
Ein weiteres dieser Spezialnetzwerke ist <a href="http://www.xing.de">Xing</a>. Das Karierenetzwerk verbindet nach eigenen Angaben Gesch&#228;ftsleute und Berufst&#228;tige miteinander. Studenten die sich bereits zuvor mit der StudiVZ- oder Facebook-Entscheidung konfrontiert sahen, m&#252;ssen nun mit einer weiteren Entscheidung umgehen: „Xing: ja oder nein“.  Sp&#228;testens das erste Praktikum zeigt den meisten Studenten, dass sie ihre gesammelten Kontakte &#252;ber StudiVZ oder Facebook nicht verwerten k&#246;nnen, sondern die Berufswelt sich auf einer anderen Plattform versammelt hat. Neben den vielen Economy-Class-Netzwerken ist eine Art Business-Class entstanden. Der einfache Student ist hin und her gerissen zwischen einer beruflichen Pr&#228;sentation via Xing und einer eher privaten Pr&#228;sentation via Facebook oder StudiVZ. &#220;ber Xing kann er nur schwer Kontakt zu seinem universit&#228;ren Umfeld halten und ger&#228;t so in ein Entscheidungsdilemma welcher Plattform er mehr Aufmerksamkeit schenkt. Dieses Dilemma kann als eine Art „Spa&#223;- oder Karriere-Dilemma&#8221; ausgemacht werden. Ebenso wie im realen Leben wird es notwendig sich unterschiedlich zu pr&#228;sentieren: Die Anzugfraktion steht der T-Shirtfraktion entgegen.</p>
<h3>Social Network Sites als von einander getrennte R&#228;ume</h3>
<p>W&#228;hrend Weblogs die Entstehung einer Blogosph&#228;re, also stark miteinander vernetzte Angebote, erm&#246;glichten, stellen Social Network Sites komplett von einander getrennte R&#228;ume dar. Sobald man seine Konzentration auf eine Plattform lenkt, k&#246;nnen einen auf einer anderen Plattform relevante Informationen verloren gehen. In ihren Grundstrukturen sind die Plattformen alle gleich. Sie verfolgen das Ziel, Menschen miteinander zu verbinden und die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Doch unterscheiden sie sich stark in ihren Nutzergruppen.</p>
<h3>Generationennetzwerke</h3>
<p>Man k&#246;nnte meinen, dass inzwischen nicht nur jede Interessensgruppe sondern auch jede Generation ihre eigene Plattform nutzt. Dem Sch&#252;ler (<a href="http://www.schuelervz.de">SchuelerVZ</a>) ist es nicht m&#246;glich, mit seiner studierenden Schwester (Facebook), seinen Eltern (Xing oder Werkenntwen) oder den Gro&#223;eltern (<a href="http://www.feierabend.de">feierabend.de</a>) zu kommunizieren. Das ist auch von daher interessant, dass besonders immer mehr Jugendliche keine eigene Email-Adresse, aber ein SN-Profil, besitzen. Die Mailfunktion von Social Network Sites hat diesen Dienst teilweise ersetzt, jedoch wird der Mailverkehr radikal eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Es zeigt sich also immer mehr, dass man mit dem Alter aus Netzwerken herauswachsen kann. Ein Netzwerk ersetzt das n&#228;chste. Das hei&#223;t im R&#252;ckschluss, die Digital Natives  werden im Laufe ihres Lebens etliche Social Network Sites genutzt haben. Schwierig ist dieses Problem insbesondere f&#252;r die politische Kommunikation, da die Parteikampagnen immer vor der Frage stehen, welche Plattform f&#252;r sie am relevantesten ist. Mit jeder Entstehung eines neuen sozialen Netzwerkes wird die Differenz zwischen den von einander abgetrennten Gruppierungen deutlich. H&#228;ufig sind desweiteren die digitalen Netzwerke doch mit R&#252;ckkopplungen in die Offlinewelt verbunden. Beispielsweise f&#228;llt es einem jungen Menschen, der nicht studiert schwer auf einer Studentenplattform ein Kontaktnetzwerke aufzubauen, wenn er realweltlich keine Studenten kennt. D.h. f&#252;r die Netzwerkbildung sind in den meisten F&#228;llen Personen notwendig die einen den Einstieg in ein Netzwerk erm&#246;glichen.</p>
<p><em>Bildnachweis: <a href="http://www.flickr.com/photos/schwenke/2249636330/sizes/l/">flickr.com (A.Schwenke)</a></em></p>
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		<title>Facebook als Bolognaplattfom</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Oct 2009 12:56:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Krohn</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[dana boyd]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<category><![CDATA[StudiVZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Bereits vor einiger Zeit haben wir uns an dieser Stelle mit der von dana boyd konstatierten Zweiklassengesellschaft im Internet auseinander gesetzt. boyd ist der Meinung, dass (f&#252;r die USA gesehen) eine Konkurrenz zwischen den beiden Plattformen Facebook und MySpace entstanden sei, die sich inzwischen bis zu einem Zweiklassensystem stilisiert h&#228;tte. <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/10/29/facebook-als-bolognaplattfom/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bereits vor einiger Zeit haben wir uns an dieser Stelle mit der von dana boyd konstatierten Zweiklassengesellschaft im Internet auseinander gesetzt (<a href="http://www.homopoliticus.de/2009/07/26/zweiklassensystem-im-internet/">&#8220;Zweiklassensystem im Internet</a>&#8220;). boyd ist der Meinung, dass (f&#252;r die USA gesehen) eine Konkurrenz zwischen den beiden Plattformen Facebook und MySpace entstanden sei, die sich inzwischen bis zu einem Zweiklassensystem stilisiert h&#228;tte.</p>
<p>Inzwischen wurde diese Idee beispielsweise von Mercedes Bunz weiterentwickelt, die von einer Konkurrenz zwischen Twitter und den Facebook-Statusmeldungen ausgeht (<a href="http://www.mercedes-bunz.de/archives/948">&#8220;The war of private news has just begun: facebook vs. twitter&#8221;</a>). Auch deshalb lohnt sich nun ein genauerer Blick auf die Situation in Deutschland.</p>
<h3>StudiVZ vs. Facebook</h3>
<p>Betrachtet man die beiden unter jungen Erwachsenen besonders beliebten sozialen Netzwerke StudiVZ und Facebook kann man zu &#228;hnlichen Ergebnissen wie boyd kommen. So spaltet sich die deutsche Studierendenschaft mehr denn je in StudiVZ- und Facebook-Anh&#228;nger. Bislang gibt es nur wenige, die mehrere Plattformen gleichzeitig nutzen. Besitzen sie doch mehrere Profile nebeneinander, werden diese h&#228;ufig nicht in gleicher Weise genutzt. 2006 noch war StudiVZ eine Art Geheimtipp unter den Studierenden. Rasch konnte die Plattform eine immer gr&#246;&#223;ere Aufmerksamkeit und Nutzerzahl erreichen. Doch w&#228;hrend StudiVZ zun&#228;chst vor allem ein Netzwerk der netzaffineren Studierenden darstellte kamen neben der weiteren Studierendenschaft nach und nach auch immer mehr Menschen au&#223;erhalb der H&#246;rs&#228;le hinzu. Dies f&#252;hrte letztlich auch zu der Gr&#252;ndung von SchuelerVZ und MeinVZ. Doch zeitgleich konnte Facebook in Deutschland an Einfluss gewinnen. Anders als in den meisten L&#228;ndern weltweit geh&#246;rt Facebook, durch die fr&#252;he und starke Konkurrenz von StudiVZ, in Deutschland nicht zu dem reichweitenst&#228;rksten Netzwerken. Da Facebook jedoch das Ziel hat, auch in Deutschland eine Vormachtstellung aufzubauen, ist ein Kampf um die Studierendenschaft entbrannt.</p>
<h3>Facebook als Bolognaplattform</h3>
<p>Facebook konnte vor allem bei international ausgerichteten Studenten punkten, die beispielsweise nach einem Auslandsaufenthalt &#252;ber die Plattform mit weltweiten Freunden in Kontakt bleiben k&#246;nnen. Hier stellt es sich als Vorteil dar, dass Facebook die Beliebtheitsskala in den meisten L&#228;ndern anf&#252;hrt und dadurch das weltweit gr&#246;&#223;te Netzwerk darstellt. StudiVZ wiederum vereint zwar in Deutschland die meisten Profile auf sich ist jedoch nicht international ausgerichtet. Dadurch tritt Facebook immer mehr als Netzwerk der weltweit orientierten Studierenden auf. StudiVZ dagegen hat sich mehr als lokal begrenztes Netzwerk positioniert. Man kann dabei zwar nicht wie boyd zwischen „ghetto“ und „honor-kids“ unterscheiden, sondern eher zwischen Facebook als Bologna-Netzwerk und StudiVZ als Netzwerk der <span style="text-decoration: line-through;">alten Schule</span> alten Studienordnung. Nicht nur die Studenten haben sich den Ver&#228;nderungen angepasst und ihr Studium internationaler ausgerichtet, sondern auch deren digitalen Netzwerke, denen sie sich bedienen um miteinander zu kommunizieren. Die Studierendenschaft in den deutschen H&#246;rs&#228;len setzt sich also nicht nur realweltlich aus den verschiedensten Gesellschaftsgruppen zusammen sondern erscheint auch digital als dispers.</p>
<h3>„cultural wall“</h3>
<p>Doch Facebook und StudiVZ weisen keine Schnittstellen auf, die es erm&#246;glichen beide Plattformen miteinander zu verbinden. Deshalb sind die Nutzergruppen r&#228;umlich voneinander getrennt. Die von boyd ausgemachte „cultural wall“ verhindert eine gemeinsame Kommunikation.</p>
<p><em>Bild: <a href="http://www.flickr.com/photos/paolomargari/623280425/sizes/l/">flickr.com (Paolo Màrgari)</a></em></p>
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		<title>Zum Abschluss des Netzwerk-Barometers</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 09:13:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte Krohn</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sechs Wochen nach der Landtagswahl in Hessen haben wir die Aktualisierung des <a href="http://www.homopoliticus.de/netzwerk-barometer/">Netzwerk-Barometers</a> eingestellt. Wir hoffen in den letzten Wochen einen interessanten und aufschlussreichen &#220;berblick &#252;ber die Performance der&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sechs Wochen nach der Landtagswahl in Hessen haben wir die Aktualisierung des <a href="http://www.homopoliticus.de/netzwerk-barometer/">Netzwerk-Barometers</a> eingestellt. Wir hoffen in den letzten Wochen einen interessanten und aufschlussreichen &#220;berblick &#252;ber die Performance der hessischen Spitzenkandidaten in den bekannten Social Networks gegeben zu haben.<br />
Es wird deutlich, dass nach dem Wahltag am 18. Januar 2009 starke Entwicklungen zu verzeichnen waren. Nun scheint es jedoch ruhiger um die Profile der hessischen Spitzenkandidaten geworden zu sein. Trotzdem lohnt sich ein abschlie&#223;ender Blick:</p>
<h2>Interview mit Dr. Christoph Bieber zum Abschluss des hessischen Netzwerk-Barometers</h2>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3478" title="dr-christoph-bieber" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/03/dr-christoph-bieber.jpg" alt="dr-christoph-bieber" width="130" height="170" /><em><strong></strong></em></p>
<p><strong>Welchen Nutzen hatten und haben die Unterst&#252;tzer f&#252;r die Kandidaten?</strong></p>
<blockquote><p><em><strong>Dr. Bieber:</strong></em> Das ist schwer zu sagen &#8211; wie man aus den Kampagnenumfeldern h&#246;rt, war eine Vielzahl der Unterst&#252;tzer nicht in Hessen wahlberechtigt. Die Zahl der W&#228;hlerstimmen d&#252;rfte sich so also nicht unbedingt erh&#246;ht haben. Ein wesentlicher Nutzen sind aber nat&#252;rlich die Kontaktdaten der &#8220;Freunde&#8221; bzw. &#8220;Follower&#8221;: in der n&#228;chsten Zeit werden sicherlich einige Anfragen und Aussendungen an die Unterst&#252;tzer versendet werden. F&#252;r die Europa- und die Bundestagswahl kann so allm&#228;hlich ein gr&#246;&#223;erer Datenbestand aufgebaut werden.<span id="more-3476"></span></p></blockquote>
<p><strong>L&#228;sst sich anhand der Daten vermuten, dass die Social Network Sites im kommenden Bundestagswahlkampf eine gr&#246;&#223;ere Rolle einnehmen werden?</strong></p>
<blockquote><p><em><strong>Dr. Bieber: </strong></em>Vielleicht nicht so sehr aufgrund der Daten, aber aufgrund ihrer aktuellen Popularit&#228;t spielen Social Network Sites sicher eine gro&#223;e Rolle bei der Planung der Kampagnen zur Bundestagswahl. Erste Beispiele liefern die neuen Websites von SPD und CDU, die jeweils stark in Richtung Online-Communities zielen &#8211; zumindest nach deren eigener Aussage. Die FDP und die Gr&#252;nen d&#252;rften nachziehen, bei der Linkspartei bin ich aufgrund der bisher doch sehr verhaltenen Online-Nutzung eher skeptisch.</p></blockquote>
<p><strong>Welche Rolle spielen </strong><strong>Social Network Sites</strong><strong> derzeit allgemein f&#252;r die deutsche Politik?</strong></p>
<blockquote><p><em><strong>Dr. Bieber: </strong></em>In praktischer Hinsicht noch keine allzu gro&#223;e &#8211; auch wenn die Parteien sich in die Community-Richtung bewegen, dominieren bei SPD und CDU doch deutlich die Video-Inhalte. Dennoch liegen in den SNS gro&#223;e Chancen zu einer Revitalisierung der Organisationsarbeit &#8211; intern mit den eigenen Mitgliedern wie auch extern mit neuen Unterst&#252;tzern, die sich nicht &#252;ber ein Parteibuch binden wollen. In dieser Konstellation k&#246;nnte aber auch eine Konkurrenzsituation entstehen &#8211; denn es ist noch unklar, wie der Informationsfluss zu und zwischen den unterschiedlichen Gruppen geregelt werden kann.</p></blockquote>
<p><strong>Wodurch l&#228;sst sich erkl&#228;ren, dass Thorsten Sch&#228;fer-G&#252;mbel trotz seiner Wahlniederlage im Zeitraum nach der Wahl ein starkes Wachstum seiner Follower/Unterst&#252;tzer-Zahlen verzeichnen konnte?</strong></p>
<blockquote><p><em><strong>Dr. Bieber:</strong></em> Durch &#8211; halbwegs &#8211; konsequentes Bespielen der neuen Kommunikationskan&#228;le, die eine kontinuierliche Aktivit&#228;t honorieren. Und schlie&#223;lich entstehen bei ein paar tausend Unterst&#252;tzern auch Netzwerkeffekte &#8211; das Verbindungsnetz erweitert sich durch die digitale Mundpropaganda nahezu selbstt&#228;tig.</p></blockquote>
<p><strong>Kann man insgesamt beurteilen, welchen Vorteil die Aktivit&#228;t in sozialen Netzwerken f&#252;r die Kandidaten hatte?</strong></p>
<blockquote><p><em><strong>Dr. Bieber: </strong></em>Neben dem Nachrichtenwert f&#252;r alte Medien lernen die Kandidaten vor allem den Umgang mit einer neuen Medienumgebung, die anderen Regeln folgt, als die alten Medien &#8211; das gilt sogar noch f&#252;r die &#8220;klassischen&#8221; Typen der Online-Kommunikation wie Websites oder einfache Mail-Kommunikation. Ein benefit ist sicher auch die Adressierung einer tendenziell j&#252;ngeren, vor allem aber kommunikationsfreudigen Klientel &#8211; wer in SNS unterwegs ist, vermittelt die Botschaften h&#228;ufig weiter und tr&#228;gt so zu einer Reichweitensteigerung bei. Allerdings kann sich das auch ins Gegenteil wenden &#8211; wenn ein Kandidat die Gepflogenheiten der Netzwerkkommunikation nicht kennt und sich dort Fehler leistet, bleibt das nat&#252;rlich nicht geheim. Social Network Sites k&#246;nnen positiv wie negativ verst&#228;rkend wirken und bieten damit Chance und Risiko zugleich.</p></blockquote>
<p><em><br />
Dr. Christoph Bieber ist wissenschaftlicher Assistent an der JLU Gie&#223;en und besch&#228;ftigt sich mit den Auswirkungen der Neuen Medien auf politische und gesellschaftliche Prozesse. Zu seinen Ver&#246;ffentlichungen z&#228;hlen unter anderem Publikationen zum Thema Online-Wahlkampf, die Zukunft der Mediendemokratie und Interaktivit&#228;t. Dr. Bieber betreibt das Blog <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank">Internet und Politik</a>.</em></p>
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