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	<title>Homo Politicus &#187; TV-Duell</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Duell am Rhein</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Apr 2010 17:50:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Christoph Bieber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kraft]]></category>
		<category><![CDATA[Landtagswahl 2010]]></category>
		<category><![CDATA[NRW]]></category>
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		<category><![CDATA[TV-Duell]]></category>

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		<description><![CDATA[Am kommenden Montag findet in D&#252;sseldorf das “Das Duell” zwischen Ministerpr&#228;sident J&#252;rgen R&#252;ttgers (CDU) und der SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft statt. Veranstaltender Sender ist der WDR, die Debatte beginnt um 20.15 Uhr und dauert 60 Minuten – die Sprint-Variante wie bereits 2008 in Niedersachsen (Duell-Trivia: wer kann ohne digitale Hilfsmittel den Namen des damaligen SPD-Kandidaten aufsagen? Und welcher heutige Bundesminister ging damals im so genannten “kleinen Duell” an den Start?).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Christoph Bieber</em></p>
<p><strong>Am kommenden Montag findet in  D&#252;sseldorf das “Das Duell” zwischen Ministerpr&#228;sident </strong><strong>J&#252;rgen  R&#252;ttgers (CDU) und der SPD-Spitzenkandidatin </strong><strong>Hannelore  Kraft statt. Veranstaltender Sender ist der </strong><strong>WDR,  die Debatte beginnt um 20.15 Uhr und dauert 60 Minuten – die </strong><strong>Sprint-Variante wie bereits <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2008/01/23/niedersachen-debatten-sprints/">2008  in Niedersachsen</a> (Duell-Trivia: wer kann ohne digitale Hilfsmittel  den Namen des damaligen SPD-Kandidaten aufsagen? Und welcher heutige  Bundesminister ging damals im so genannten “kleinen Duell” an den  Start?).</strong></p>
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<p>Die in der K&#246;lner Vulkanhalle ausgetragene Diskussion wird moderiert  von <strong>J&#246;rg Sch&#246;nenborn</strong> und <strong>Gabi Ludwig</strong> –  warum nur stellt der WDR ein Duo an den Fragetisch? Gerade die <a href="http://carta.info/14783/tv-duell-merkel-steinmeier/">schlechten  Erfahrungen</a> aus dem “Kanzlerduell” vom vergangenen Herbst sollte  Abschreckung genug vor zu vielen Moderationsposten sein. Sicher ist,  dass dadurch die ohnehin schon knapp bemessene Redezeit von R&#252;ttgers und  Kraft noch weiter reduziert wird. Es ist davon auszugehen, dass die  Kandidaten von Thema zu Thema hetzen, dabei wenig &#220;berraschendes von  sich geben und die Moderation selbst dann noch st&#246;rend wirkt, wenn sie  nur lenkend eingreifen m&#246;chte.</p>
<p>Insgesamt kommt der vermeintliche Wahlkampfh&#246;hepunkt jedoch eher  unscheinbar daher –  die mediale Orientierung auf ein zentrales  Kampagnen-Ereignis l&#228;sst lange auf sich  warten. Eine ordentliche  “Debatte vor der Debatte” fand (bisher) nicht statt, wenn doch noch  etwas folgt, dann wird es nur ein kleines Vorgepl&#228;nkel sein – und keine  gro&#223; inszenierte Positionierung der Kandidaten als gute oder schlechte  Rethoriker.</p>
<p>Dennoch wollen wir am kommenden Montag ein kleines Experiment  durchf&#252;hren – gemeinsam mit <strong>Thomas Pfeiffer</strong> (<a href="http://www.twitter.com/codeispoetry">@codeispoetry</a>) von <a href="http://www.webevangelisten.de/">webevangelisten.de</a> habe ich  einen kleinen <strong>Versuchsaufbau</strong> entwickelt, um m&#246;glichst  viele Tweets mit debattenbezogenen Inhalten f&#252;r eine unmittelbare  Kommentierung sowie f&#252;r eine wissenschaftliche Nachbearbeitung zu  sichern. Das wichtigste Hashtag daf&#252;r d&#252;rfte <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23nrwduell">#nrwduell</a> sein, au&#223;erdem beachten wir nat&#252;rlich die Namen der Teilnehmer,  Parteik&#252;rzel sowie den zust&#228;ndigen TV-Sender. Eine kleine Sammlung der  wichtigsten <a href="http://twitterthemen.de/nrw">Twitterthemen zur  Landtagswahl</a> ist ebenfalls in Vorbereitung.</p>
<p>Ein paar Finger&#252;bungen im Umfeld der britischen <em>Prime Minister  Debates</em> haben schon recht spannende Daten hervor gebracht, auch die  zeitnahe Abbildung wesentlicher Themen und Trends scheint gut m&#246;glich.  Am Montag sollen erste Ergebnisse unmittelbar nach der Debatte an  der <strong>NRW School of Governance</strong> in Duisburg pr&#228;sentiert werden,  ebenfalls dort f&#252;hrt  <strong>Thorsten Faas</strong> (Uni  Mannheim) eine <em>Real-Time-Response</em>-Messung durch. Es wird  spannend sein zu beobachten, wie sich die Resultate des zweigleisigen  Debatten-Monitoring erg&#228;nzen (oder auch nicht).</p>
<p>Das Duell am Rhein wird am Montag nicht ann&#228;hernd die Dimension der  britischen Debatten erreichen: w&#228;hrend der Debattenpremiere am 15. April  sammelte der Dienstleister <a href="http://www.tweetminster.com/">Tweetminster</a> insgesamt 184.396 Tweets von 36.483 Nutzern. Bei der zweiten Auflage am  22. April ging das 140-Zeichen-Aufkommen ein wenig zur&#252;ck, gesichert  wurden “nur” noch 142,795 Tweets (-41,601) von 28,790 Nutzern (-7,693).  Diese Gr&#246;&#223;enordnung f&#252;hrte auch zu erheblichen Reichweiten-Erfolgen der  britischen Politik – w&#228;hrend und kurz nach den Debatten erschienen die  Namen der drei Teilnehmer sowie das allgemeine Hashtag <a href="http://search.twitter.com/search?q=%23leadersdebate">#leadersdebate</a> in den <em>trending topics </em>bei Twitter. Dort sind politische  Themen eher selten zu Gast, europ&#228;ische Ereignisse erst recht.<strong></strong></p>
<p>Auch wenn das Aufeinandertreffen von R&#252;ttgers und Kraft bei weitem  nicht die mediale Prominenz erreicht wie die Debattenserie vor den  Unterhauswahlen, so wird sich auch hier der Trend zur  Echtzeit-Begleitung eines wichtigen Wahlkampf-Ereignisses im Internet  fortsetzen.</p>
<p>Dieser Beitrag <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/2010/04/22/duell-am-rhein/">erschien zuerst im Blog des Autors</a>.</p>
<p><em>Bilder: flickr <a href="http://www.flickr.com/photos/tgoldkamp/538864871/"><strong>tgoldkamp</strong></a> und <a href="http://www.flickr.com/photos/nrwspd/3472419077/"><strong><strong>nrwspd</strong></strong></a></em></p>
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		<title>Live in getrennten Welten</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/09/14/live-in-getrennten-welten/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 Sep 2009 09:51:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Das TV-Duell von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier wurde mit einer Flut von Nachrichten, Kommentaren und Beitr&#228;gen im Netz begleitet. Ein kleiner &#220;berblick &#252;ber Beispiele, Chancen und Gefahren der Netzkorrespondenten. Erstmals beteiligten sich auch Parteien und Politiker an der in Echtzeit gef&#252;hrten Debatte &#252;ber die Debatte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das TV-Duell von Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier wurde mit einer Flut von Nachrichten, Kommentaren und Beitr&#228;gen im Netz begleitet. Ein kleiner &#220;berblick &#252;ber Beispiele, Chancen und Gefahren der Netzkorrespondenten.</strong></p>
<p><strong><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/watchblog.gif"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4507" title="watchblog" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/watchblog-300x300.gif" alt="watchblog" width="300" height="300" /></a><br />
</strong></p>
<p>Erstmals beteiligten sich auch Parteien und Politiker an der in Echtzeit gef&#252;hrten Debatte &#252;ber die Debatte. Wie angek&#252;ndigt nutzte die SPD zahlreiche Kan&#228;le, um die Aussagen ihres Steinmeiers zu st&#252;tzen und die von Merkel in Frage zu stellen. Im <a href="http://www.schwarz-gelb-watchblog.de/">Schwarz-Gelb-Watchblog</a> fanden sich hier kurze, aber aufschlussreiche Einw&#252;rfe zum Duell. Der hauseigene <a href="http://twitter.com/SPDDE">Twitter-Account</a> wurde dagegen nur als Linkmaschine f&#252;r den Watchblog benutzt und verschenkte so Potenzial. Wahlkampfchef <a href="http://twitter.com/Kajo2009">Kajo Wasserh&#246;vel</a> verabschiedete sich ganz aus der Online-Kommentierung, General <a href="http://twitter.com/Hubertus_Heil">Hubertus Heil</a> meldete sich sporadisch. Bei der CDU war das <a href="http://twitter.com/TeamDeutschland">Team Deutschland</a> aktiv, ging aber nicht &#252;ber das Bejubeln von Merkel-Aussagen hinaus. Im offiziellen <a href="http://twitter.com/cdu_News">Twitter-Account der Unio</a>n trudelten ebenfalls nur ausgew&#228;hlte Zitate ein. Seitenhiebe auf den Gegner finden sich kaum.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4509" title="steffilemke" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/steffilemke-300x110.gif" alt="steffilemke" width="300" height="110" /></p>
<p><a href="http://twitter.com/SteffiLemke">Steffi Lemke</a> schoss f&#252;r die Gr&#252;nen ein regelrechtes Twitter-Feuerwerk ab und zeigte die Bissigkeit, die dem Duell der Regierenden fehlte. Auch der <a href="http://twitter.com/DIe_Gruenen">Parteikanal der Gr&#252;nen</a> mischte sich bei Twitter ein. Die <a href="http://www.facebook.com/pages/Hier-ist-DIE-LINKE/">Linke setzte mehr auf Facebook</a> als Kommentarfeld und ver&#246;ffentliche die Beitr&#228;ge <a href="http://twitter.com/48stunden">parallel bei Twitter</a>. Da Facebook aber mehr Zeichen zul&#228;sst, verlor man durch die bei Twitter auf 140 Zeichen abgeschnittene Nachricht schnell die Lust am Mitlesen. Kurzentschlossen kommentierten die Jungen Liberalen dann doch noch bei Twitter mit dem <a href="http://twitter.com/jungeliberale">Verbandsprofil</a> und durch den <a href="http://twitter.com/johannesvogel">Vorsitzenden</a>. Vereinzelt &#228;u&#223;erten sich auch <a href="http://twitter.com/f_schaeffler">Bundestagsabgeordnete der FDP</a>.</p>
<p>Diverse Live-Blogs boten die wohl interessanteste Berichterstattung &#252;ber das TV-Duell. Bei <a href="http://www.hingesehen.net/live-blog-zum-tv-duell-der-kanzlerkandidaten/">hingesehen.net</a> konnte man auch ohne Fernsehger&#228;t nah am Geschehen bleiben und der <a href="http://www.malte-welding.com/2009/09/13/das-liveblog-zum-kanzlerduell-%E2%80%93-merkel-vs-steinmeier/">SPD-nahe Blog von Mathias Richel/Malte Welding</a> zog zahlreiche Kommentatoren an. Der prominenteste <a href="http://blog.zdf.de/tvduell/">Live-Blog kam vom ZDF</a>, gef&#252;llt direkt aus dem Studio in Berlin und den ZDF-B&#252;ros in Mainz. Angetreten mit 4 Live-Bloggern h&#228;tte man eigentlich w&#228;hrend des Duells einiges mehr erwarten k&#246;nnen. Zum Ende der &#220;bertragung aber liefen die Experten zu Hochtouren auf und gaben fr&#252;h sehr treffende Einordnungen ab.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/wahlde.gif"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4508" title="wahlde" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/wahlde-226x300.gif" alt="wahlde" width="226" height="300" /></a></p>
<p>Tragisch war es schon fast, dass das eigentlich ambitionierteste Projekt des Abends schlicht unter den Anforderungen zusammen brach. Das Team von <a href="http://www.wahl.de/kanzlerduell">wahl.de hatte ein Live-Transcript</a> auf die Beine gestellt und wollte nicht nur die Aussagen der Kandidaten direkt wiedergeben, sondern auch direkt von den Besuchern kommentieren lassen. Eine unfassbare Zahl an Zugriffen zeigte ein gro&#223;es Interesse an dem Angebot, verhinderte aber gleichzeitig dessen Siegeszug. Vielleicht kann die Nachricht etwas tr&#246;sten, dass auch das ZDF, Spiegel Online und Bild.de teilweise Probleme mit dem Datenverkehr hatten. Die halbe Nacht sa&#223; manbei wahl.de in Berlin noch an der Nacharbeit. Damit wird aber das Kanzlerduell-Transcript zu einem Teil der Nachbereitung des Duells und damit nicht weniger interessant. Seit heute morgen ist es komplett online und l&#228;dt zu Kommentaren ein.</p>
<p>Im TV kam von alldem nichts an. Das Internet schien ein Paralleluniversum zu sein. Doch ein Blick in die Kommentare h&#228;tte manche Fehler des Duells <a href="http://carta.info/14783/tv-duell-merkel-steinmeier/">noch korrigieren k&#246;nnen</a>.</p>
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		<title>Vier gegen zwei</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 20:30:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun folgen nach dem TV-Duell die ersten Auswertungen und eine Frage wird die Runde machen: War es nun ein Duett oder ein Duell? Ich kann mir den Sinn der Frage nicht so recht anschlie&#223;en. Die Gegen&#252;berstellung von Kanzlerin und Vizekanzler kann selbstverst&#228;ndlich keine so drastische Kontrastbildung hervorbringen, wie eine gro&#223;e Opposition. Woher also die Verwenderung &#252;ber die mangelnde Agressivit&#228;t?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Nun folgen nach dem TV-Duell die ersten Auswertungen und eine Frage wird die Runde machen: War es nun ein Duett oder ein Duell? Ich kann mir den Sinn der Frage nicht so recht anschlie&#223;en. Die Gegen&#252;berstellung von Kanzlerin und Vizekanzler kann selbstverst&#228;ndlich keine so drastische Kontrastbildung hervorbringen, wie eine gro&#223;e Opposition. Woher also die Verwenderung &#252;ber die mangelnde Agressivit&#228;t?</strong></p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4501" title="merkel_steinmeier" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/merkel_steinmeier-300x169.jpg" alt="merkel_steinmeier" width="300" height="169" /></p>
<p>Vielmehr muss man sich nach diesem Duell fragen, ob nicht eher die vier Moderatoren von Kl&#246;ppel &#252;ber Illner bis hin zu Limbourg und Plasberg die Debatte gebremst haben. Die Moderatoren haben nicht regelnd in die Debatte eingegriffen, sondern abseits aller H&#246;flichkeit Gedanken unterbrochen. So tragen Illner, Kl&#246;ppel, Plasberg und Limbourg mehr zu dem politikverdrossenen Ergebnis des Duells bei, als die beiden Kandidaten. Leider werden die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler das nach dem Duell nicht so realisieren. F&#252;r sie steht der Eindruck fest, dass Steinmeier und Merkel keine konkreten Antworten gegeben haben. Tats&#228;chlich haben sie das aber versucht.</p>
<p><img class="alignnone size-medium wp-image-4502" title="moderatoren" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/moderatoren-300x168.jpg" alt="moderatoren" width="300" height="168" /></p>
<p>Doch gegen die vorlauten Moderatoren kamen sie kaum zum Zug. Die Themenkomplexe waren v&#246;llig verschoben dimensioniert und wurden im Galopp abgearbeitet. Wann ging es eigentlich im Duell um die Zukunft unseres Landes? Kaum ein Wort zur Bildung, kaum ein Wort zu B&#252;rgerrechten.</p>
<p>Die Schw&#228;chen der Sendung findet man in anderer Abbildung auch im Internet. Die Debattenbegleitung schw&#228;chelte auf fast allen Plattformen. W&#228;hrend einzig der Medienhype von twitter nicht vor den Besuchermassen zusammenbrach, st&#252;rzten die Angebote von Spiegel Online, Bild.de, der Tagesschau oder dem ZDF ebenso in die Warteschleife wie das Live-Transcript von wahl.de. Doch diese Pannenbeschreibung kann eigentlich nur erfreulich sein, zeugt sie doch von einem ungeahnten Interesse der Internetnutzer an diesem eigentlich klassischen TV-Format. Die W&#228;hler wollen mitreden, wollen sich informieren und austauschen.</p>
<h2>Experimente online und im TV</h2>
<p>Diese Beschreibung der Online-Debatte als Experiment kann gleich wieder zur&#252;ck auf die Fernsehsendung &#252;bertragen werden. Im ewigen Kampf zwischen Parteiproporz und eitlen Sendeanstalten kann kein gewinnbringender H&#246;hepunkt des medialen Wahlkampfs entstehen. Nicht vier Moderatoren m&#252;ssen sich in Zukunft in einen Streit mit den Kandidaten st&#252;rzen, sondern zwei Kandidaten m&#252;ssen miteinander streiten. Es geht um eine Verschiebung der Priorit&#228;ten hin zu einer treffenderen Debatte.</p>
<p>Man wird auch dar&#252;ber reden m&#252;ssen, ob sich Deutschland wirklich nur anderthalb Stunden Zeit nehmen m&#246;chte, um sich ein Bild von den Perspektiven machen zu k&#246;nnen. Stefan Raab kann mit seinem &#8220;Schlag den Raab&#8221; immerhin bis weit &#252;ber Mitternacht die Zuschauer fesseln.</p>
<p><em>Bilder: ZDF</em></p>
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		<title>Live-Blog zum TV-Duell</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 11:40:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Malte</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zusammen mit Christoph Bieber und Christian Marx wird Malte am Sonntagabend live f&#252;r das ZDF das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im ZDF-Blog begleiten]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zusammen mit <a href="http://www.zmi.uni-giessen.de/home/profil-cbieber.html">Christoph Bieber</a> und <a href="http://twitter.com/herr_marx">Christian Marx</a> wird Malte am Sonntagabend live f&#252;r das ZDF das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier im ZDF-Blog begleiten:</p>
<p><a href="http://blog.zdf.de/tvduell/"><img class="alignnone size-full wp-image-4490" title="logo-wahlblog" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/header1.jpg" alt="logo-wahlblog" width="542" height="201" /></a></p>
<p><em>Bild: ZDF</em></p>
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		<title>Die Sekundanten des Duells</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/09/11/die-sekundanten-des-duells/</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Sep 2009 15:22:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Schaute man sich gestern auf den Internetseiten von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 um – man w&#228;re nicht auf die Idee gekommen, dass am Sonntag schon das wichtigste Wahlkampfereignis, das direkte Aufeinandertreffen von Merkel und Steinmeier im TV-Duell auf jenen vier Sendern gezeigt wird. Aber auch bei den Parteien war keine Vorank&#252;ndigung zu finden, kein Hinweis auf eine entweder euphorische oder kritische Begleitung des Duells. Dieses etwas diffuse Bild lichtet sich mittlerweile und so kann man eine erste Prognose f&#252;r die Debattenbegleitung stellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Schaute man sich gestern auf den Internetseiten von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 um &#8211; man w&#228;re nicht auf die Idee gekommen, dass am Sonntag schon das wichtigste Wahlkampfereignis, das direkte Aufeinandertreffen von Merkel und Steinmeier im TV-Duell auf jenen vier Sendern gezeigt wird. Aber auch bei den Parteien war keine Vorank&#252;ndigung zu finden, kein Hinweis auf eine entweder euphorische oder kritische Begleitung des Duells. Dieses etwas diffuse Bild lichtet sich mittlerweile und so kann man eine erste Prognose f&#252;r die Debattenbegleitung stellen.</strong></p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-4479" title="5074-tv-duell-profilbild1" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/5074-tv-duell-profilbild1.jpg" alt="5074-tv-duell-profilbild1" width="200" height="220" />Erstaunlicherweise steigen in diesem Jahr nicht nur unabh&#228;ngige Kommentatoren, sondern auch die Parteien selbst ins hektische Live-Gesch&#228;ft ein. Die SPD <a href="http://www.wahlkampf09.de/2009/9/aktiv-fernsehen">k&#252;ndigt gro&#223; auf ihrer Internetseite</a> an, das Duell gleich auf drei Kan&#228;len zu begleiten. Im noch recht jungen <a href="http://www.schwarz-gelb-watchblog.de/">Schwarz-Gelb-Watchblog</a> wird sich an Merkels Aussagen abgearbeitet werden, w&#228;hrend <a href="http://www.facebook.com/home.php#/SPD">Facebook</a> und <a href="http://twitter.com/spdde">Twitter</a> die wirklich direkte Rezeption &#252;bernehmen sollen. Die Sozialdemokraten statten ihre Anh&#228;nger sogar mit einem neuen <a href="http://www.wahlkampf09.de/mediabox/add/5074">Profilbild</a> aus, mit dem in sozialen Netzwerken auf das Duell hingewiesen werden soll. Nette Idee.</p>
<h2>Parteien mischen sich im Netz ein</h2>
<p>Auch die CDU wird sich in die Diskussion einmischen. Andreas Jungherr vom Team Deutschland nennt Twitter und die &#8220;entsprechenden Foren&#8221; als christdemokratische Werkzeuge. Haupts&#228;chlich d&#252;rfte wohl das <a href="http://twitter.com/TeamDeutschland">Team Deutschland</a> den Ton angeben, m&#246;glicherweise schaltet sich auch die <a href="http://twitter.com/cdu_News">Online-Redaktion</a> ein. F&#252;r die Gr&#252;nen wird Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrerin <a href="http://twitter.com/SteffiLemke/">Steffi Lemke direkt aus dem Umfeld des Studios twittern</a>. In einer Mail aus der Unterst&#252;tzerseite linksaktiv.de wies Die Linke ihre Unterst&#252;tzer darauf hin, dass sie via Live-Ticker,  <a href="http://twitter.com/48stunden">Twitter</a> und <a href="http://www.facebook.com/pages/DIE-LINKE/24312015081">Facebook</a> die Behauptungen von Steinmeier und Merkel pr&#252;fen wollen. Einzig die FDP scheint sich aus der direkten Debatte heraushalten zu wollen, was angesichts der lauten T&#246;ne von Guido Westerwelle in den letzten Tagen etwas verwunderlich wirkt.</p>
<h2>Redaktionelles Rundumpaket</h2>
<p>Aus der weniger parteiischen Berichterstattung lassen sich nur einige Beispiele hervor heben. Co-Autor Malte wird gemeinsam mit Dr. Christoph Bieber und Christian Marx vom ZMI Gie&#223;en ein <a href="http://blog.zdf.de/tvduell/">Live-Blog f&#252;r das ZDF </a>schreiben. Dort gibt es bereits eine sehr interessante <a href="http://blog.zdf.de/tvduell/2009/09/alan-schroeder-live-blogs-vera.html">Einf&#252;hrung</a> zu lesen. Ein weiteres Highlight ist das <a href="http://www.wahl.de/kanzlerduell">Live-Transcript von wahl.de</a>, wo in beeindruckender Kleinarbeit jede Aussage der beiden Kandidaten live mitgeschrieben wird und direkt kommentiert werden kann. Spiegel Online wagt ein f&#252;r hiesige Verh&#228;ltnisse beachtenswertes Experiment und l&#228;sst in einer Kooperation mit <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,648018,00.html">Facebook die Nutzer auf der eigenen Seite kommentieren</a>.</p>
<p>Die gro&#223;e Bandbreite von Kommentierungen im Internet k&#246;nnen den schlechten Eindruck aber nicht wett machen, den die Sender selbst verursacht haben. Aus Angst um die eigene Quote wird es weder eine Radio&#252;bertragung noch einen Online-Stream geben. Eine gute Begr&#252;ndung, warum man eine so gro&#223;e Zahl von W&#228;hlerinnen und W&#228;hlern vom TV-Duell ausschlie&#223;en will, kann man auch nicht liefern.</p>
<h2>Was passiert nach der Debatte?</h2>
<p>Diese fehlende Live-&#220;bertragung im Internet k&#246;nnte sich als Hindernis f&#252;r die sogenannte Post-Debate erweisen, also f&#252;r die Nachbereitung des TV-Duells. W&#228;hrend es den Journalisten aus Print und Fernsehen relativ leicht fallen wird, ihre Anmerkungen zur Geltung zu bringen, fehlt den Internetnutzern voerst eine Aufzeichnung. Sobald aber ein Mitschnitt des Duells es bis auf YouTube schafft, werden auch hier m&#246;glicherweise interessante Verarbeitungsformen auftauchen. Alan Schroeder beschreibt als amerikanischer Experte f&#252;r TV-Duelle, was zur Pr&#228;sidentschaftswahl 2008 passierte:</p>
<blockquote><p>In the American debates of 2008, video-sharing websites like YouTube became another very important tool in post-debate reactions, because they allowed people to go back and watch debate highlights.  The original debate was therefore compressed into a few selected clips, which took on a life of their own.</p></blockquote>
<p>John McCains eigenes Team sezierte das Auftreten von Barack Obama und <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ec3aC8ZJZTc">bearbeitete den Videomitschnitt</a> auf sehr pointierte Art und Weise. Ob auch die Parteien sich trauen werden, so offensiv mit dem noch fast sakral behandelten Medium Fernsehen umzugehen, muss man offen lassen. Die deutsche Nutzerschaft jedenfalls hat ihre Zuneigung zum &#8220;Remixen&#8221; von politischen Videos im Internet <a href="http://carta.info/14069/siehabendiewahl09-spd-wahlkamp/">schon</a> <a href="http://carta.info/14237/wir-holen-die-kanzlerschaft-do-it-yourself-wahlkampfvideos-ii/">bewiesen</a>.</p>
<p><em>Bild: ZDF</em></p>
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		<title>Vor dem Duell</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Sep 2009 12:54:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die ersten TV-Duelle zwischen Edmund Stoiber und Gerhard Schr&#246;der zogen 2002 bereits jeweils um die 15 Millionen Zuschauer an. Drei Jaher sp&#228;ter war es wieder Gerhard Schr&#246;der, der sich nun mit Angela Merkel messen musste. 21 Millionen Zuschauer bedeuteten damals einen Marktanteil von fast 60 Prozent. Auch in diesem Wahljahr wird es ein TV-Duell geben; wieder wirdes auf Wunsch von Angela Merkel nur zu einer Auflage kommen. Am kommenden Sonntag, dem 13. September, werden sich Merkel und Frank-Walter Steinmeier 90 Minuten direkt gegen&#252;ber stehen und den Fragen von gleich vier Moderatoren stellen. Ein kleiner Blick auf die Berichterstattung vor dem Duell.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die ersten TV-Duelle zwischen Edmund Stoiber und Gerhard Schr&#246;der zogen 2002 bereits jeweils um die 15 Millionen Zuschauer an. Drei Jaher sp&#228;ter war es wieder Gerhard Schr&#246;der, der sich nun mit Angela Merkel messen musste. 21 Millionen Zuschauer bedeuteten damals einen Marktanteil von fast 60 Prozent. Auch in diesem Wahljahr wird es ein TV-Duell geben; wieder wird es auf Wunsch von Angela Merkel nur zu einer Auflage kommen. Am kommenden Sonntag, dem 13. September, werden sich Merkel und Frank-Walter Steinmeier 90 Minuten direkt gegen&#252;ber stehen und den Fragen von gleich vier Moderatoren stellen. Eine kleine Auswahl von interessanten Perspektiven vor dem Duell.</strong></p>
<p><strong><img class="alignnone size-medium wp-image-4426" title="tvduell" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/09/tvduell-300x110.jpg" alt="tvduell" width="300" height="110" /><br />
</strong></p>
<p>Thorsten Faas <a href="http://blog.zeit.de/wahlen-nach-zahlen/2009/09/07/der-premiere-erster-teil-schroder-gegen-stoiber_1820">analysiert </a>im &#8220;Wahlen nach Zahlen&#8221;-Blog auf Zeit Online, wie die Zuschauer TV-Duelle wahrnehmen. Am Beispiel des Duells Stoiber-Schr&#246;der zeigt er auf, wie <a href="http://blog.zeit.de/wahlen-nach-zahlen/2009/09/08/schroder-gegen-stoiber-teil-ii_1840">fein das Gesp&#252;r der Zuschauer</a> f&#252;r die Aussagen der Politiker wirklich ist.</p>
<blockquote><p>Doch auch die Echtzeitmessungen des zweiten Duells zeigen Chancen und Gefahren solcher Ereignisse – Duelle sind “High Risk Television”. Gerhard Schr&#246;der konnte in der ersten H&#228;lfte der Debatte, die folgende Grafik zeigt es, mit seiner Absage an eine Zusammenarbeit mit der PDS punkten, vor allem aber, wie schon <a href="http://blog.zeit.de/wahlen-nach-zahlen/2009/09/08/%3Ca%20href=">im ersten Duell</a>, mit seiner Ablehnung des Irak-Kriegs. Dass TV-Debatten tats&#228;chlich “Miniatur-Wahlk&#228;mpfe” sind, zeigt sich auch darin, denn dieses Thema dominierte den Wahlkampf 2002 bekanntlich insgesamt.</p></blockquote>
<p>F&#252;r Faas ist ganz klar, dass nur die kleinste Unachtsamkeit eines Kandidaten zu einem spannenden Abend f&#252;hren k&#246;nnte. &#8220;Dem bisherigen Grundtenor, der die Erwartungen im Vorfeld der Debatte pr&#228;gt, n&#228;mlich dass es eher langweilig werden wird, ist daher nur bedingt zuzustimmen. Ein kleiner Moment der Unachtsamkeit gen&#252;gt und es ist mehr Spannung da, als es einem der beiden Kontrahenten vielleicht lieb ist.&#8221;</p>
<h2>Hinter den Kulissen von 2002</h2>
<p>Michael Spreng kann als Berater von Edmund Stoiber einen <a href="http://www.sprengsatz.de/?p=1976">sehr genauen Einblick in die TV-Duelle geben</a>:</p>
<blockquote><p>Mein Interesse war, die Duelle so formalisiert und regelementiert wie m&#246;glich durchzuf&#252;hren, um dem situativ st&#228;rkeren Politiker, Gerhard Schr&#246;der, wenig Freiraum zu geben. Wir hatten uns dazu ausf&#252;hrlich mit den amerikanischen TV-Duellen besch&#228;ftigt und eine Mitarbeiterin von mir hatte in den USA mit den dort Verantwortlichen gesprochen. Das Ziel war, salopp gesagt, Stoiber ein st&#252;tzendes Korsett zu verpassen, Schr&#246;der dagegen eine ihn einengende Zwangsjacke. Dies gelang in den Verhandlungen mit der SPD und den TV-Sendern auch &#8211; mit dem Ergebnis, dass Stoiber im ersten Duell als Sieger wahrgenommen wurde, weil er besser war, als von den Medien erwartet. Das zweite Duell verlor Stoiber, unter anderem auch deshalb, weil Schr&#246;der aus dem ersten Duell gelernt hatte und die Zwangsjacke sprengte.</p></blockquote>
<p>Ebenfalls im &#8220;Wahlen nach Zahlen&#8221;-Blog <a href="http://blog.zeit.de/wahlen-nach-zahlen/2009/09/09/nur-die-liebe-zahlt%E2%80%A6-hohepunkte-der-tv-debatte-2005_1881">weist Juergen Maier darauf hin</a>, dass die Wahrnehmung der Debatten nicht immer direkt erfolgt. Die Berichterstattung &#252;ber die TV-Duelle beeinflusst ganz klar die &#246;ffentliche Meinung dazu: &#8220;Damit kommt ein vierter Akteur ins Spiel, der neben den beiden Kandidaten und den Fernsehzuschauern &#252;ber die Effekte von TV-Debatten entscheidet: die Massenmedien, die &#252;ber Debatten breit berichten – und zwar h&#246;chst selektiv und stark wertend. Sie sind in der Lage, pers&#246;nliche Beobachtungen zurechtzur&#252;cken; sie sind auch in der Lage, Einsch&#228;tzungen, die vorher nicht existiert haben, zu generieren&#8221;</p>
<h2>Drei Szenarien f&#252;r das Duell</h2>
<p>Andreas Grie&#223; hat in einer interessanten &#220;bersicht drei <a href="http://griess.wordpress.com/2009/09/08/vorschau-aufs-kanzler-tv-duell/">m&#246;gliche Szenarien f&#252;r das TV-Duell ausgemacht</a>:</p>
<blockquote><p><strong>1. Beide reden, sagen aber nichts</strong>. Merkel werde versuchen, sich nicht angreifbar zu machen und die m&#246;glichst neutralen Moderatoren und ein fahriger Steinemeier werden es nicht schaffen, sie &#8220;auf konkrete Aussagen festzunageln&#8221;. <strong>Ergebnis:</strong> Die Zeitungen w&#252;rden titeln „TV-Duell ohne klaren Sieger“, jeder w&#252;rde je nach parteipolitischer Brille den einen oder die andere vorne sehen &#8211; in der Wahlentscheidung spielte das Duell f&#252;r kaum einen eine Rolle. Die Wahrscheinlichkeit gibt Grie&#223; mit &#8220;traurigen 65%&#8221; an.<strong> </strong></p>
<p><strong>2. Steinmeier zwingt Merkel in die Enge oder diese verhaspelt sich</strong>. Wenn Steinmeier es dagegen schaffe, die bisher inhaltlich zur&#252;ckhaltende Kanzlerin zu konkreten Aussagen zu zwingen, k&#246;nnte das ihr Image ver&#228;ndern. <strong>Ergebnis: </strong>&#220;berschriften wie „Steinmeier bringt Merkel in Erkl&#228;rungsnot“ w&#252;rden genauso wie die Frage „Wahlausgang wieder offen?“ die Runde machen. An den Stammtischen k&#246;nnte der Satz „Die konnte ja wirklich keine Antwort geben“ h&#228;ufig fallen. Viele w&#252;rden ihre Wahlentscheidung noch einmal &#252;berdenken. Die SPD und andere Parteien d&#252;rften gewinnen, die CDU k&#246;nnte noch kr&#228;ftig verlieren. Der Wahlkampf w&#252;rde in den letzten zwei Wochen noch eine Wende nehmen, denn auf einmal w&#228;re die CDU gezwungen offensiv mit Inhalten zu werben. F&#252;r Grie&#223; ein unrealistischer Fall, er nennt 20% Wahrscheinlichkeit.</p>
<p><strong>3. Merkel blamiert Steinmeier</strong>.  Steinmeier m&#252;sse angreifen, dabei k&#246;nne er sich auch verrennen. &#8220;Kritisiert oder attackiert er nur, kann er schnell unsympathisch oder verzweifelt wirken. Wenn Merkel dabei ruhig bleibt und die &#220;bersicht beh&#228;lt, kann sie dann den Spie&#223; sogar umdrehen und ihrerseits Steinmeier attackieren.&#8221; <strong>Ergebnis: </strong>Es w&#252;rde hei&#223;en, Steinmeier h&#228;tte sich die Z&#228;hne ausgebissen. Zwei Wochen vor der Wahl w&#252;rde das TV-Duell schon als letztes Aufb&#228;umen der SPD und Steinmeiers verstanden werden. Eine Kanzlerschaft Steinmeiers w&#252;rde kaum noch einer f&#252;r m&#246;glich halten, das Werben um Stimmen w&#252;rde f&#252;r die SPD damit fast unm&#246;glich. F&#252;r den zweiten spektakul&#228;ren Fall nennt Grie&#223; eine Wahrscheinlichkeit von 15%.</p></blockquote>
<h2>Rhetorikanalyse von Merkel und Steinmeier</h2>
<p>Als Erg&#228;nzung zu diesen Varianten kann man die Analyse von Ulrich Sollmann betrachten, der sich mit dem Auftreten, der Rhetorik von Merkel und Steinmeier befasst: &#8220;Die W&#228;hler werden sich w&#228;hrend des TV-Duells selbst ihr Bild davon machen, welcher Verhaltensstil sie eher ansprechen wird. Merkel kann dabei besser punkten, wenn sie bei Konfrontation mehr auf ihre eigene Kraft und Energie vertraut. Steinmeier kann st&#228;rker &#252;berzeugen, wenn er statt zu viel zu &#252;berlegen auch mal einen &#220;berraschungsangriff wagt.&#8221;</p>
<p>Einen <a href="http://wahl.zdf.de/ZDFheute/inhalt/28/0,3672,7874844,00.html">umfassenden Einstieg in die Geschichte der TV-Duelle bietet das ZDF</a> &#8211; erg&#228;nzt durch fachkundige Analysen von Dr. Christoph Bieber. Er meint:</p>
<blockquote><p>&#8220;Tendenziell mehr zu verlieren hat die Kanzlerin. Die Debatte ist in den letzten Tagen darauf hinaus gelaufen, dass sie sich dem Wahlkampf mehr oder weniger verweigert&#8221;, meint Christoph Bieber. Die &#246;ffentliche Nachfrage nach dem Duell sei aber inzwischen derart gro&#223;, dass eine Weigerung teilzunehmen &#8220;genau wie in den USA als Kneifen ausgelegt w&#252;rde, das konnte sich auch Frau Merkel nicht erlauben. Das kann man als Bruch, als Wiedereintreten in die Wahlkampfsph&#228;re interpretieren.&#8221; Das TV-Duell wird nach seiner Einsch&#228;tzung noch etwas l&#228;nger das dominante Ereignis im Wahlkampf sein: &#8220;Man erh&#228;lt einen kurzen, knappen Einstieg in das Wahlkampfgeschehen. Diejenigen, die sich umfassend in allen Medien informieren, werden nichts Neues erfahren, es sei denn, es kommt zu einem Patzer.&#8221;</p></blockquote>
<p>Interessanterweise findet sich auf den Interneseiten der beteiligten TV-Sender ARD, ZDF, RTL und Sat.1 bisher kein prominent platzierter Hinweis auf das TV-Duell in 3 Tagen. Wenige Tage vorm Duell scheint es den Sendern nicht daran gelegen zu sein, gro&#223; auf dieses aufmerksam zu machen. Wir werden vor dem Duell noch genauer auf die medialen Begleiterscheinungen eingehen.</p>
<p><em>Bild: RTL</em></p>
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