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	<title>Homo Politicus &#187; #unibrennt</title>
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	<description>Das politische Weblog von Malte Krohn und Christian Jung</description>
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		<title>Kultusminister-Konferenz als Leuchtturm</title>
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		<pubDate>Tue, 08 Dec 2009 09:52:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Bildungsstreik]]></category>
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		<description><![CDATA[<strong> In Wien diskutiert man mittlerweile &#252;ber ein selbstgew&#228;hltes Ende der Besetzung, in Gie&#223;en vor unserer Haust&#252;r wurden fast alle besetzten Geb&#228;ude wieder f&#252;r den Seminarbetrieb ge&#246;ffnet. Wir stellen dazu</strong>&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> In Wien diskutiert man mittlerweile &#252;ber ein selbstgew&#228;hltes Ende der Besetzung, in Gie&#223;en vor unserer Haust&#252;r wurden fast alle besetzten Geb&#228;ude wieder f&#252;r den Seminarbetrieb ge&#246;ffnet. Wir stellen dazu Fragen an Dr. Christoph Bieber von der Uni Gie&#223;en: Ist nun das Ende der Bildungsstreiks gekommen?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Das h&#228;ngt vermutlich stark vom Standort ab – dass man <a href="http://www.alm.at/2009/12/06/kurzpladoyer-fur-eine-unibrennt-abschlussparty/">in Wien nun gezielt &#252;ber ein „aktives“, bzw. selbst bestimmtes Ende diskutiert</a>, ist nur logisch, schlie&#223;lich dauert die Besetzung dort nun ja auch schon f&#252;nfzig Tage und man wandelt dort t&#228;glich am Rande des Abbruchs durch externe Eingriffe. Auch Gie&#223;en hat nun bereits drei Streikwochen hinter sich, aber es gibt immer noch Universit&#228;ten, an denen die Aktionen noch relativ „frisch“ sind. Und: an manchen Orten bieten sich unmittelbare Ansatzpunkte, die den Protest zus&#228;tzlich anheizen k&#246;nnen wie zuletzt die Rektorenkonferenz in Leipzig.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/giessenerklaertsich.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignright size-medium wp-image-4964" title="giessenerklaertsich" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/giessenerklaertsich-300x154.jpg" alt="giessenerklaertsich" width="300" height="154" /></a></p>
<p><strong>Fast jede deutsche Hochschule war besetzt oder wurde Schauplatz von Demonstrationen. Ist aber der Protest nicht immer noch gewisserma&#223;en intern und nicht &#246;ffentlich sichtbar? Wie &#246;ffentlichkeitswirksam war bzw. ist der Bildungsstreik wirklich?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Auch hier gilt: der Protest war je nach Streikort unterschiedlich gut sichtbar. Selbst wenn der besetzte Campus – wie zum Beispiel in Gie&#223;en – eher stadtausw&#228;rts liegt, so machten <a href="http://www.youtube.com/watch?v=nlTIiGxaoQs">Demonstrationsz&#252;ge durch die Innenstadt</a> oder zentrale Aktionen vor dem Uni-Hauptgeb&#228;ude die Stimmung sichtbar. In den alten Medien war der Bildungsstreik ebenfalls gut pr&#228;sentiert: es gab zahlreiche Aufmacher, Reportagen oder Kommentare in den Printmedien und auch einige TV-Sendungen zum Thema wurden produziert, medial am prominentesten verhandelt wurden die Proteste wohl im Sonntagstalk bei Anne Will. Dass die neuen Medien einen erheblichen Teil zur Sichtbarkeit beigetragen haben – dar&#252;ber m&#252;ssen wir hier im Blog wohl nicht weiter reden.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/kmknachsitzende.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4957" title="kmknachsitzende" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/12/kmknachsitzende-300x161.jpg" alt="kmknachsitzende" width="300" height="161" /></a></p>
<p><strong>Am 10. Dezember tagt in Bonn die Kultusministerkonferenz. Studierende und Sch&#252;ler aus ganz Deutschland haben eine Blockade der Sitzung angek&#252;ndigt und wollen so die <a href="http://www.kmk-nachsitzen.de/">Minister zum „Nachsitzen“ verdonnern</a>. Kann eine solch zielgerichtete, gemeinsame Aktion einen anderen Eindruck bei Politikern und Hochschulen hinterlassen als zahlreiche, aber lokale Proteste?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Die KMK in Bonn steht auch wegen des „g&#252;nstigen“ Termins auf halbem Weg bis Weihnachten im Fokus der Proteste – in einer Phase, in der es zunehmend schwieriger wird, die Proteste aufrecht zu erhalten, kommt ein solcher Leuchtturm-Event gerade rechtzeitig. Insofern haben die Aktionen auch schon vor ihrer Durchf&#252;hrung am Donnerstag eine Wirkung gehabt, n&#228;mlich als zus&#228;tzlicher Motivationsschub.</p>
<p><strong>Wie kann ein solch g&#252;nstiges &#8220;Leuchtturm-Event&#8221; denn in der Praxis aussehen und vor allem: Wie kann es sich auch online manifestieren?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>Spannend k&#246;nnte nun sein, inwiefern die Aktionen in Bonn f&#252;r eine „Leistungsschau“ der studentischen Protestkultur genutzt werden. Durch die massive Darstellung und Vernetzung der Proteste im Netz gibt es viele „best practices“, die man nun nocheinmal auf einer gro&#223;en B&#252;hne pr&#228;sentieren kann. Das gilt nicht nur f&#252;r Aktionen vor Ort wie etwa die „Bolognaleichen“-Flashmobs, sondern auch f&#252;r die mediale Begleitung mit Livestreams, Twitpics oder via Weblogs und schlie&#223;lich die Archivierung des Materials etwa mit Web-Dokumentationen und Video-Reportagen.</p>
<p><strong>Noch einmal zur&#252;ck nach Gie&#223;en. In den letzten drei Wochen wurde in den besetzten Seminarr&#228;umen an einem Forderungskatalog gearbeitet, der nun als „Gie&#223;ener Erkl&#228;rung“ beschlossen und &#252;bergeben wurde. Der designierte Pr&#228;sident k&#252;ndigte heute in einem Rundschreiben an, man wolle eine „Monitoring-Gruppe“ aus Studierenden und Mitarbeitern einrichten. Glauben Sie, dass die Studierenden weiter Druck aus&#252;ben k&#246;nnen, um die Durchsetzung sicher zu stellen?</strong></p>
<p><em>Dr. Bieber: </em>In der Tat, mit der Erfahrung des mehrw&#246;chigen Protests und der „Gie&#223;ener Erkl&#228;rung“ im R&#252;cken gehen die Studierenden gest&#228;rkt und auch zus&#228;tzlich „legitimiert“ in die nun anstehende Gremienarbeit. Man darf dabei allerdings nicht vergessen, dass die Studierenden auch bislang schon in solchen Gremien vertreten waren, jedoch nicht immer s&#228;mtliche M&#246;glichkeiten zur Mitwirkung ausgesch&#246;pft worden sind. Ganz sicher ist nun jedoch auf Seiten der Lehrenden eine h&#246;here Sensibilit&#228;t f&#252;r die Belange der Studierenden gegeben – die vielen Solidarit&#228;tsbekundungen kamen ja nicht von ungef&#228;hr, denn auch aus der Sicht der Hochschulpersonals bietet der Bologna-Prozess in seiner aktuellen Auspr&#228;gung reichlich Anlass zur Kritik.</p>
<h2>    </h2>
<p><em>Dr. Christoph Bieber ist wissenschaftlicher Assistent an der JLU Gie&#223;en und besch&#228;ftigt sich mit den Auswirkungen der Neuen Medien auf politische und gesellschaftliche Prozesse. Zu seinen Ver&#246;ffentlichungen z&#228;hlen unter anderem Publikationen zum Thema Online-Wahlkampf, die Zukunft der Mediendemokratie und Interaktivit&#228;t. Dr. Bieber betreibt das Blog <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/internetundpolitik.wordpress.com');" href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank">Internet und Politik</a>.</em></p>
<p><em>Bilder: Screenshots <a href="http://www.kmk-nachsitzen.de/">KMK nachsitzen</a> und YouTube <a href="http://www.youtube.com/user/Giessenstreikt">Giessenstreikt</a></em></p>
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		<title>Fremdk&#246;rper im Bildungsstreik</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/11/26/fremdkoerper-im-bildungsstreik/</link>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 12:33:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[Gießen]]></category>
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		<description><![CDATA[&#220;berall in Deutschland besetzen Studenten ihre Unis. Was in &#214;sterreich begann, hat sich l&#228;ngst &#252;ber L&#228;ndergrenzen hinweg ausgebreitet. Auch im Internet schlagen die Proteste Wellen. Doch nicht alle bestreikten Unis nutzen die modernen Netzwerke &#252;berzeugend. &#214;sterreichs Studis zeigen, wie es besser geht. <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/11/26/fremdkoerper-im-bildungsstreik/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#220;berall in Deutschland besetzen Studenten ihre Unis. Was in &#214;sterreich begann, hat sich l&#228;ngst &#252;ber L&#228;ndergrenzen hinweg ausgebreitet. Auch im Internet schlagen die Proteste Wellen. Doch nicht alle bestreikten Unis nutzen die modernen Netzwerke &#252;berzeugend. &#214;sterreichs Studis zeigen, wie es besser geht.</strong></p>
<p>2000 Studentinnen und Studenten sitzen eng gedr&#228;ngt in dem trotz hoher Decke stickigen Audimax der Justus-Liebig-Universit&#228;t in Gie&#223;en. In einer Vollversammlung beschlie&#223;en sie ihre gemeinsamen Forderungen an Politik und Hochschule. &#220;ber das gesamte Publikum verteilt zeigen sich die weit scheinenden Bildschirme von Laptops und in den H&#228;nden, die sich zum Fotografieren der Menschenmenge in die H&#246;he recken, finden sich fast ebenso viele Telefone wie Digitalkameras. Ganz selbstverst&#228;ndlich erscheint das den Studierenden der Generation Internet.</p>
<h2>Vollversammlung offline</h2>
<p>Doch die Vollversammlung bleibt Offline. Von den mehr als 200 Zuschauern, die den <a href="http://www.ustream.tv/recorded/2638789">Live-Stream</a> im Internet ge&#246;ffnet haben, erf&#228;hrt man im Audimax nichts. Nur einmal blitzt etwas Interaktivit&#228;t durch, als solidarische Gr&#252;&#223;e aus anderen Universit&#228;tsst&#228;dten &#252;bermittelt werden. Wie genau die aber ihren Weg ins mittelhessische Gie&#223;en gefunden haben, wei&#223; vermutlich auch am Rednerpult niemand.</p>
<p>Das Internet wirkt wie ein Fremdk&#246;rper im Gie&#223;ener Bildungsstreik. Als die Politik- und Sozialwissenschaftler in den sp&#228;ten Abendstunden des 15. Novembers ihr dreist&#246;ckiges Seminargeb&#228;ude besetzten, drangen nur wenige Informationen an die Au&#223;enwelt. Schon einige Tage zuvor hatte man eine erste Website eingerichtet, zu der man aber just in den ersten Tagen der Besetzung das Passwort verlegt hatte. Stattdessen teilte man sich in unregelm&#228;&#223;igen Abst&#228;nden und wenig gespr&#228;chig &#252;ber eine Mailing-Liste mit &#8211; von der jedoch kaum Studenten erfahren hatten. Bilder von der Besetzung tauchten erst nach Tagen auf.</p>
<h2>Streik auf studiVZ </h2>
<p>Wesentlich zeitnaher kann man am Geschehen &#252;ber studiVZ teilhaben. Bereits vom 9. November stammt der erste Beitrag in der Gruppe „<a href="http://www.studivz.net/Groups/Overview/53be1bc0612dd1d1">-:: Bildungsstreik 2009 Gie&#223;en::-</a>&#8220;, in dem auf die vergleichbaren Gruppen aus Kiel und Marburg verwiesen wird. Zwei Tage vor der Besetzung wird hier schon die Mailing-Liste als dominierendes Kommunikationsmittel beworben und auch &#252;ber die tats&#228;chliche Besetzung erf&#228;hrt man hier wesentlich fr&#252;her als auf der eigenen Internetseite. Auch ein Hinweis auf den <a href="http://twitter.com/giessenstreikt">Twitter-Account der Gie&#223;ener Besetzer</a> findet sich, doch bis heute kommt er nicht einmal &#252;ber 200 Follower hinaus. Wie weit Twitter damit au&#223;erhalb der studentischen Aufmerksamkeit liegt, zeigt der Vergleich mit der Gruppe im studiVZ: hier finden sich fast 2000 Mitglieder ein.</p>
<h2>studiVZ: Ausschlafen oder Kurzurlaub?</h2>
<p>Doch so beeindruckend die Zahlen wirken, inhaltlich kann die Gruppe im VZ nicht viel bieten. Bilder oder Videos scheitern schon an den technischen M&#246;glichkeiten der studiVZ-Plattform. Eine Handvoll Diskussionsf&#228;den ist gef&#252;llt mit wenigen Ank&#252;ndigungen und vielen Nachfragen, wie lange denn nun noch besetzt sei. Viele Studenten wollen offensichtlich lieber wissen, ob man nicht doch ausschlafen kann am n&#228;chsten Tag oder ob die Zeit sogar f&#252;r einen Kurzurlaub bei den Eltern reicht.</p>
<h2>Kein Internetanschluss im Philosophenwald </h2>
<p>Dass das wenig repr&#228;sentativ ist, zeigt ein Blick in die arbeitsame Atmosph&#228;re in den mittlerweile immer zahlreicher werdenden besetzten Geb&#228;uden in der Stra&#223;e am Philosophenwald. Eifrig organisiert in Arbeitskreisen und allabendlichem Plenum arbeiten die Studentinnen und Studenten an ihrem Forderungskatalog. Gleich in der ersten Woche treffen sie sich zu Sondierungsgespr&#228;chen mit den Dozenten der betroffenen Fachbereiche und tauschen sich aus. Aus der bekundeten Solidarisierung erwachsen gemeinsame, von Studenten und Dozenten besetzte Arbeitskreise. Im Internet erf&#228;hrt man nichts davon.</p>
<h2>&#214;sterreichs Studis setzen auf das Netz</h2>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/unibrennt.jpg"class="img" rel="lightbox"><img src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/unibrennt-300x199.jpg" alt="unibrennt" title="unibrennt" width="300" height="199" class="alignnone size-medium wp-image-4937" /></a><br />
Ein Blick nach &#214;sterreich, gewisserma&#223;en in das Mutterland der aktuellen Studentenproteste, zeigt das Kontrastprogramm. Wie ein Drehkreuz sammelt die <a href="http://unibrennt.at/">offizielle Website zum Protest</a> als „veritables Web 2.0-Portal&#8221; (<a href="../2009/11/05/wir-2-0/">Christoph Bieber</a>) die &#252;ber das gesamte Netz verteilten Informationen zu den Bildungsstreiks und bietet dem Nutzer Orientierung. Die eher statischen Elemente wie Forderungen und Kontaktdaten finden sich wie gewohnt auf der Internetseite, aber ebenso st&#246;&#223;t man auf gesammelte Live-Streams aus dem deutschsprachigen Protestraum oder bei flickr aggregierte Bilder von den Hochschulen vor Ort.</p>
<p>Die Facebook-Seite „<a href="http://www.facebook.com/unsereuni">unsereuni</a>&#8221; zeigt in bisher ungekanntem Ma&#223;e die Funktionalit&#228;t der amerikanischen Plattform auf. Mehr als 30.000 Fans solidarisieren sich und nutzen die &#246;ffentliche Pinnwand des Profils, um Informationen auszutauschen und Diskussionen auszutragen. Geschickt vernetzt man die Seite mit anderen streikenden Studierenschaften. Videos und Fotos von den bekannten Plattformen wie YouTube und flickr hat man da gleich noch mit eingebunden.</p>
<p>Die heutige Kundgebung am &#246;sterreichischen Parlament ist selbstverst&#228;ndlich als Termin verf&#252;gbar. Neben Details &#252;ber den geplanten Ablauf &#8211; von Er&#246;ffnung bis Lichterkette &#8211; sieht man auch die 173 best&#228;tigten G&#228;ste.</p>
<p>In Gie&#223;en wird morgen ebenfalls eine Demonstration stattfinden, vom Audimax will man in die Stadt marschieren. Genauso Offline wie bisher.</p>
<p><strong>Dieser <a href="http://www.politik-digital.de/fremdkoerper-im-bildungsstreik">Artikel erschien zuerst bei politik-digital.de</a>. Gibt es bessere Beispiel f&#252;r Internetnutzung bei den Unistreiks? Hinweise gerne in den Kommentaren &#8211; hier oder dort! </strong></p>
<p><em>Bild: <a href="http://unsereuni.at/">#unsereuni</a></em></p>
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		<title>In Gie&#223;en sind &#8220;wir&#8221; noch 1.0</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Nov 2009 09:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Jung</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor nicht mal zwei Wochen hatte der Gie&#223;ener Politikwissenschaftler Christoph Bieber noch hier im Blog auf die Vernetzung und &#214;ffentlichkeitsarbeit der Hochschulproteste aus &#214;sterreich hingewiesen. Seit anderthalb Tagen ist nun auch seine (und meine) Universit&#228;t in Gie&#223;en besetzt. Nun, die ganze Universit&#228;t findet sich noch nicht unter der Herrschafft von Sands&#228;cken und Transparenten wieder, doch immerhin unser Stammhaus der Geisteswissenschaften kann nur noch durch ein Fenster betreten werden. Die ersten Ans&#228;tze zur digitalen Kommunikation sahen doch recht viel versprechend aus. <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/11/17/in-giessen-sind-wir-noch-1-0/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vor nicht mal zwei Wochen hatte der Gie&#223;ener Politikwissenschaftler Christoph Bieber noch hier im Blog auf die <a href="http://www.homopoliticus.de/2009/11/05/wir-2-0/">Vernetzung und &#214;ffentlichkeitsarbeit der Hochschulproteste aus &#214;sterreich hingewiesen</a>. Seit anderthalb Tagen ist nun auch seine (und meine) Universit&#228;t in Gie&#223;en besetzt. Nun, die ganze Universit&#228;t findet sich noch nicht unter der Herrschafft von Sands&#228;cken und Transparenten wieder, doch immerhin unser Stammhaus der Geisteswissenschaften kann nur noch durch ein Fenster betreten werden.</strong></p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/twitter-beage.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4921" title="twitter beage" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/twitter-beage-300x147.jpg" alt="twitter beage" width="300" height="147" /></a></p>
<p>Die ersten Ans&#228;tze zur digitalen Kommunikation sahen doch recht viel versprechend aus. Ein eiligst auf Basis des Blogsystems WordPress hochgezogener <a href="http://protest-giessen.de/">Internet-Auftritt</a> versprach schnelle Aktualisierungen und sogar ein Twitter-Profil <a href="http://twitter.com/giessenstreikt">@giessenstreikt</a> wurde angelegt. Doch im Gegensatz zu den Kommilitonen aus Marbug (<a href="http://twitter.com/marburgstreikt">@marburgstreikt</a>) betreibt man die twitterei unter den Gie&#223;ener Studenten nur &#228;u&#223;erst halbherzig, verpasst den Sinn und die Chance des Mediums dabei v&#246;llig. Nur grobe zweimal am Tag wird der Account aktualisiert und die dann zu findenden Informationen sind nur ein blasser Abglanz dessen, was man mit Twitter in solch kurzer Zeit bewegen kann. Mein Blog-Kollege Malte weist beispielsweise noch darauf hin, dass im offiziellen Account kein einziges Twitpic zu finden sei. Die inhaltsvollsten Auseinandersetzungen mit den Gie&#223;ener Protesten kamen dann auch von anderen, studentischen Twitter-Profilen (<a href="http://twitter.com/beage83">@BeAge83</a> &amp; <a href="http://twitter.com/amartholion">@Amartholion</a>).</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/stream.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4928" title="stream" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/stream-300x164.jpg" alt="stream" width="300" height="164" /></a></p>
<p>Der n&#228;chste erfreuliche Schritt aus Gie&#223;en war die Ank&#252;ndigung, man wolle die studentische <a href="http://www.ustream.tv/McJacklburgh">Vollversammlung live mit Bild und Ton ins Netz streamen</a>. Das klappte auch erstaunlich gut, von der ersten Vollversammlung vor ein paar Tagen gibt es sogar eine Aufzeichung beim Streaming-Dienst. Auch wenn man das bei allen weiteren Versuchen vergas &#8211; die Videos waren wohl die direkteste Verbindung ins Streikzentrum. Erneut schw&#228;chelt man aber, wenn es um die Begleitung der Videos ging. F&#252;r alle, die nicht gestern von 16 bis 18 Uhr live vor dem Computer sitzen konnten, bleibt nicht die geringste Information &#252;brig. Keine Twitter-Nachrichten, keine Zusammenfassung oder Aufzeichnung der &#220;bertragung.</p>
<p>Nicht mal auf der Internetseite findet sich etwas Neues. Die letzte Meldung stammt noch von der morgendlichen Besetzung. In der <a href="http://www.studivz.net/Groups/Overview/53be1bc0612dd1d1">eigenen studiVZ-Gruppe</a> erkl&#228;rt einer der Organisatoren auch, warum das so ist: Man hat schlicht die Zug&#228;nge zur Internetseite vergessen.</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/bildungsstreik.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4923" title="bildungsstreik" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/bildungsstreik-300x172.jpg" alt="bildungsstreik" width="300" height="172" /></a></p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/studivz.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4922" title="studivz" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/studivz-300x113.jpg" alt="studivz" width="300" height="113" /></a></p>
<h2>So wenig 2.0 protestiert man in Gie&#223;en.</h2>
<p><em>Bild: twitpic <a href="http://twitpic.com/ps9wq">Amartholion</a></em></p>
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		<title>wir 2.0</title>
		<link>http://www.homopoliticus.de/2009/11/05/wir-2-0/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 07:34:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Christoph Bieber</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Studierendenproteste sind auch nicht mehr das, was sie mal waren &#8211; ein zentrales Ziel, die Erreichung maximaler Medienaufmerksamkeit, ist nun schon vom Start weg realisiert: als am Mittwoch die Universit&#228;t&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Studierendenproteste sind auch nicht mehr das, was sie mal waren &#8211; ein zentrales Ziel, die Erreichung maximaler Medienaufmerksamkeit, ist nun schon vom Start weg realisiert: als am Mittwoch die Universit&#228;t Heidelberg als erste eine H&#246;rsaalbesetzung vermeldete und die Standorte M&#252;nster und Potsdam rasch nachzogen, da war die Informationsinfrastruktur schon fertig. Der Gie&#223;ener Kollege <a href="http://twitter.com/dr_meyer/status/5416034431">@dr_meyer</a> vermeldete bereits am Vormittag:</p>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/meyer.png"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4874" title="meyer" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/meyer-300x154.png" alt="meyer" width="300" height="154" /></a></p>
<blockquote><p><a title="#bildungstreik2009" href="http://twitter.com/search?q=%23bildungstreik2009">#bildungstreik2009</a>.de: die social-media-infrastruktur steht: twitter-liste (<a rel="nofollow" href="http://bit.ly/3rP7ux" target="_blank">http://bit.ly/3rP7ux</a>), facebook-profil &#038;youtube-kanal</p></blockquote>
<p>Das Vorbild f&#252;r die Nutzung der diversen Plattformen des &#8220;Social Web&#8221; kam aus &#214;sterreich &#8211; mit den Hashtags #unibrennt und #unsereuni hatten sich bei der Besetzung des Wiener Audimax am 22. Oktober zwei &#8220;Informationsanker&#8221; gebildet, die einen schnellen Zugriff auf die studentische Protestkommunikation erm&#246;glichten. In rascher Folge kamen neue Informationsquellen hinzu, der zentrale H&#246;rsaal der Wiener Universit&#228;t reihte sich unter @audimax in die &#8220;Dinge, die twittern&#8221; ein, und auch eine <a href="http://www.facebook.com/unsereuni">Facebook-Gruppe</a> wurde eingerichtet. Erst etwas sp&#228;ter ging die <a href="http://unsereuni.at/">Website zum Protest</a> online, entstanden ist dort ein veritables Web 2.0-Portal, inzwischen auch mit grenz&#252;berschreitenden Nachrichten. Eine umfassende Chronik der Ereignisse findet sich <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Chroniken:_%E2%80%9CWas_bishe r_geschah%E2%80%9D">hier</a>, die kenntnisreichsten Darstellungen zur Nutzung des Internet im Protestprozess lieferten Weblogs-Beitr&#228;ge wie die von <a href="http://digiom.wordpress.com/2009/10/25/vom-flashmob-zu-unibrennt -kollektive-organisation-in-realtime/">Jana Herwig</a> (@digiom), <a href="http://www.helge.at/2009/10/die-uni-brennt-nach-ameisenart/">Helge Fahrnberger</a> (@muesli), <a href="http://phsblog.at/das-geheime-netzwerk-der-studierenden/">Philipp Sonderegger</a> (@phs), <a href="http://www.alm.at/2009/10/25/hurra-hurra-die-unibrennt-politics- 2-0/">Niko Alm</a> (@NikoAlm).</p>
<p>Trotz der geballten Ladung Protestberichterstattung dauerte es sehr lange, bis sich die deutschen (Offline-)Medien etwas ausf&#252;hrlicher mit der Situation in &#214;sterreich befasst haben. Bezeichnender Weise weckten vor allem die zahlreichen Live-Streams aus den H&#246;rs&#228;len das Interesse der Beobachter &#8211; die manchmal etwas holprigen Video&#252;bertragungen der t&#228;glichen Versammlungen, Diskussionen und Aktionen spiegeln die neuen Produktionsverh&#228;ltnisse wider: das Internet als &#8220;Medienimperium in der Westentasche&#8221; &#8211; weitere Unterst&#252;tzung f&#252;r <a href="http://internet-manifest.de/">These zwei des Internet-Manifest</a>.</p>
<p>Man muss nun abwarten, was diese Ver&#228;nderung beim Kampf um &#214;ffentlichkeit im Bildungsdiskurs bewirkt &#8211; in &#214;sterreich tr&#228;gt die Vernetzung im &#8220;Echtzeit-Internet&#8221; zun&#228;chst einmal zur Synchronisierung der Proteste an den verschiedenen Standorten sowie der Identit&#228;tsstiftung und -erhaltung bei &#8211; &#8220;Wir 2.0&#8243;. Auch in inhaltlicher Perspektive k&#246;nnen die Techniken zur netzbasierten Zusammenarbeit wichtige Dienste leisten, wie die <a href="http://unsereuni.at/wiki/index.php/Main_Page">Hauptseite des &#246;sterreichischen Protests-Wikis</a> zeigt. Bisher steht jedoch die inhaltlich-konstruktive Protestarbeit noch hinter den organisatorischen und kommunikativen Aktivit&#228;ten zur&#252;ck.</p>
<h2>Wie geht es nun weiter?</h2>
<p><a href="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/unikarte.jpg"class="img" rel="lightbox"><img class="alignnone size-medium wp-image-4877" title="unikarte" src="http://www.homopoliticus.de/wp-content/uploads/2009/11/unikarte-300x296.jpg" alt="unikarte" width="300" height="296" /></a></p>
<p>Das ist zum aktuellen Zeitpunkt noch v&#246;llig unklar &#8211; breiten sich die Proteste auch in Deutschland in nennenswerter Zahl aus (eine <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/04/unsere-unis-eine-karte/">Karte</a> hierzu liefert @schaffertom), werden davon sicher auch die &#246;sterreichischen Aktivisten profitieren. Zwar bildet die Kritik am Bologna-Prozess einen gemeinsamen Ansatzpunkt, doch stellen sich die Ber&#252;hrungsfl&#228;chen f&#252;r eine Kommunikation mit der Politik v&#246;llig anders dar. In &#214;sterreich steht der zust&#228;ndige Minister Hahn auf dem Sprung nach Br&#252;ssel, in Deutschland steht die von der Koalition ausgerufene &#8220;Bildungsrepublik Deutschland&#8221; gleich vor einer ersten Bew&#228;hrungsprobe. Von der Piratenpartei wird man vermutlich in beiden L&#228;ndern etwas h&#246;ren &#8211; w&#228;hrend in &#214;sterreich die Partei bislang einen schweren Stand hatte, scheint man dort nun den Protest als Anschub f&#252;r einen neuen Versuch zum &#8220;Entern des Parteiensystems&#8221; nutzen zu wollen. Die deutsche Piratenpartei muss zwar noch den Mobilisierungs-Erfolg der Bundestagswahl verarbeiten und ihre Strukturen modernisieren, doch einer frisch aufflammenden Debatte um die Qualit&#228;t des Hochschulstandortes Deutschland k&#246;nnen sie sich keinesfalls verschlie&#223;en &#8211; bildungspolitische Fragen in der Informationsgesellschaft stehen ganz oben auf der Agenda zur Erweiterung des Themenspektrums.</p>
<p><em>Dr. Christoph Bieber ist wissenschaftlicher Assistent an der JLU Gie&#223;en und besch&#228;ftigt sich mit den Auswirkungen der Neuen Medien auf politische und gesellschaftliche Prozesse. Zu seinen Ver&#246;ffentlichungen z&#228;hlen unter anderem Publikationen zum Thema Online-Wahlkampf, die Zukunft der Mediendemokratie und Interaktivit&#228;t. Dr. Bieber betreibt das Blog <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outbound/article/internetundpolitik.wordpress.com');" href="http://internetundpolitik.wordpress.com/" target="_blank">Internet und Politik</a>.</em></p>
<p><em>Screenshots: twitter, <a href="http://zurpolitik.com/2009/11/04/unsere-unis-eine-karte/">zurpolitik</a></em></p>
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