Was Barack Obama der deutschen Politik beibringen kann

Das Modell Obama für Deutschland? Natürlich werden weder Kurt Beck noch Angela Merkel jemals mit seiner Öffentlichkeitswirkung und seinem Charme begeistern. Natürlich wird die CDU wohl kaum „CHANGE“ als Kampagnenmotto auswählen geschweige denn glaubwürdig präsentieren.

Doch es gibt auch Punkte in Barack Obamas Präsidentschaftswahlkampagne, die sich die deutsche Politik sehr wohl abgucken könnte. Denn das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit des Senators aus Illinois platzen geradeso vor Ideen, die auch in Deutschland verwirklicht werden könnten.

Obama im Tiergarten

Dies beginnt schon bei einem soliden, aber dynamischen Corporate Design. Wenn man sich die Gestaltungen der letzten Wahlkampagnen von CDU und SPD auf Bundesebene ansieht, und sie mit dieser hier von Obama vergleicht, wird man den Unterschied sofort bemerken. Deutschland könnte vermutlich mit etwas weniger Bombast und Patriotismus im 4-Farb-System leben, doch der Grundgedanke bleibt. Deutsche Politiker haben doch längst begriffen, dass auch sie sich vermarkten müssen. Dann sollen sie es auch bitte konsequent tun. Mehr zu dem obigen Plakat übrigens bei Dr. Bieber, die Diskussion dazu beim Fontblog.

Als zweiter Punkt sei neben dem Design auch das Marketing genannt. Einen einführenden Überblick dazu bietet Brainwash by Robert und Horst. Auch auf Obamas Kampagne im Speziellen geht der Blog ein.

Obama im Internet

Und zuletzt möchte ich als Webdesigner auch noch schnell einige Worte zu der Internetpräsenz der Obama-Kampagne verlieren. Von der exzellenten Gestaltung der Kampagnenseite über die clevere Nutzung quasi aller Web 2.0 Einrichtungen (Facebook mit 1,18 Millionen Freunden, MySpace, Youtube, etc.) bleibt eine Menge für die bundesdeutschen Parteien zu lernen. Wir werden sehen, wieviel wir davon bei der Bundestagswahl wieder erkennen werden. Vielleicht stellt sich ja dann die „Internetkanzlerin“ YouTube Interviews aus ganz Deutschland. Vielleicht wird es gar eine mit dem Internet verknüpfte Debatte im TV geben. Vielleicht werden „Unterstützt Beck“ Kampagnen in StudiVZ und WerKenntWen? eingeführt. Oder vielleicht stehen die etablierten Parteien hier einmal mehr hinten an – und die Linkspartei wird der Überflieger im Web. Wir werden sehen.

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