Ölkatastrophe im Internet

Bereits seit 50 Tagen versucht der Ölriese BP die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zu beenden; bislang erfolglos. Nicht nur in den USA wächst der Zorn auf BP. Ein beachtlicher Teil der Proteste findet im Internet statt, doch auch BP selbst nutzt Plattformen wie Facebook zur Schadensbegrenzung.

Die Fakten lesen sich verheerend: Am 20. April 2010 kam es auf einer Ölbohrplattform im Golf von Mexiko zu einer Explosion, bei der elf Menschen starben. Zwei Tage später versank die Plattform im Meer und hinterließ ein offenes Bohrloch aus dem seitdem Öl austritt. Inzwischen gilt die Katastrophe als eine der schwersten Umweltkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika und hat sogar einen recht umfangreichen Eintrag bei Wikipedia erhalten.

Die Handlungen und die Hilflosigkeit von BP führten zu etlichen Kampagnen im Internet. Vor allem bei Facebook sind inzwischen eine Reihe von Boykottaufrufen zu finden. Etwa in Form der Gruppe „Boycott-BP„, die inzwischen 461.962 Unterstützer hinter sich versammelt hat.

Doch auch BP selbst nutzt Facebook zur Schadenesbegrenzung für ihren Ruf. So informiert die Firmenleitung auf dem Profil über den aktuellen Stand vor Ort – beispielsweise mit einem Livestream – und bietet verschiedene Kontaktmöglichkeiten für Fragen und Anregungen sowie Hinweise für Volunteers. In der vergangenen Woche hatte BP-Chef Tony Hayward Facebook sogar genutzt um sich öffentlich für seine Aussage zu entschuldigen, dass er „sein vorheriges Leben zurückbekommen“ wolle. Vor allem die Angehörigen der elf bei der Explosion auf der Bohrplattform getöteten Arbeiter hatten dies als kränkend empfunden (siehe Focus Online).
Neben Facebook nutzt die BP-Kampagne außerdem Twitter, Flickr und YouTube.

Auch der offizielle Firmenauftritt von BP verspricht Aufklärung und Informationen, so sind inzwischen sogar auf der Starseite Bilder von der Katastrophe zu sehen. BP möchte damit anscheinend beweisen, dass man nichts verheimlichen wolle.

Trotzdem hat das Unglück vor allem die Umweltschützer auf den Plan gerufen. Greenpeace beispielsweise fordert mit seiner Kampagne „behind the logo“ zur Neugestaltung des BP-Logos auf. Die eingereichten Logos sind im Greenpeace-Flickr-Account zu finden.

Außerdem werden im Netz bereits an verschiedenen Stellen T-Shirs, Sticker und Wallpaper für den PC mit den veränderten Logos angeboten.

Der Fall BP zeigt einmal mehr, dass Protestbewegungen heute keine langen Wege mehr benötigen, sondern inerhalb kürzester Zeit, weltumspannend und vor allem effektiv funktionieren können.

Screenshot: http://www.flickr.com/photos/greenpeaceuk/4641406927/in/set-72157623796911855/

3 Gedanken zu „Ölkatastrophe im Internet

  1. Das is doch sinnlos. BP hat Tochterfirmen die man garnicht erst beim Namen kennt bzw. weiss, was diese herstellen (hörte neulich einen Artikel über den Boykott im Radio). Der Boykott ist also im Endeffekt nur Schau. Ein weiterer Punkte: Wer weiss schon beispielsweise welche Airlines bzw. welche Flughafen BP nutzen? Wie soll man dann BP beykottieren?
    Außerdem ist ein Boykott auch nicht angemessen:
    Zunächst regen sich Alle tierisch über die hohen Spritkosten auf. Das Firmen risikoreichere Wege gehen um günstig an Öl zu kommen ist doch die einzigste sinnvolle Reaktion auf dieses Bedürfniss der Kunden. Wenn dann was passiert (und ich glaube nicht, dass es BP egal war ob Menschen sterben, eine Bohrinsel versinkt oder Öl austritt), regen sich Alle noch mehr auf. Anstatt BP zu boykottieren sollten die Leute lieber weniger Auto fahren oder nicht in den Urlaub fliegen. Auf längeren Zeitraum betrachtet umwelttechnisch sinnvoller. Ein solches Unglück hätte zudem jedem Ölkonzern der im Meer bohrt passieren können. Ich verstehe die gant´ze Aufregung in keinster Weise und tanke auch weiter bei Aral!

  2. Ich denke auch, dass so ein Unglück auch jedem anderen großen Öl-Konzern hätte passieren können.

    Es wird einfach Zeit, dass mehr Geld in saubere Energie gesteckt wird!!!

    btw, das Pacman-BP-Logo ist mein persönlicher Favorit!!

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